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Kann man (an Gott) glauben, ohne zu wissen ?

Es wäre so schön, wenn man alles genau wüsste. Wenn man Gott mit seinen Sinnen wahrnehmen könnte. Sehen, hören, fühlen.

Aber wäre dann alles anders ?

Es gibt Dinge, die wir für real ansehen, obwohl wir sie mit unseren Sinnen nicht erfassen können. Radioaktivität. Wir spüren höchstens ihre krankmachenden Auswirkungen, sie selber fühlen können wir nicht.

Funkwellen. Wir können sie indirekt wahrnehmen über den Radio-oder Fernsehempfang. Aber fühlen können wir sie nicht.

Immerhin können wir diese Dinge wissenschaftlich nachweisen.

Aber wir können nicht nachweisen, dass die Welt so ist, wie sie uns erscheint. Unser Gehirn interpretiert die Welt, unsere Augen interpretieren die Materie, die sich auf unserer Netzhaut abbildet, unsere Ohren interpretieren Schallwellen.

Aber ist unsere Welt real, objektiv real ? Das können wir nicht wissen. Sie ist für uns subjektiv real, aber wie die Welt objektiv wirklich ist, können wir nicht wissen. Wir können wissenschaftlich beschreiben, dass sie unterschiedlichen Dingen aufgebaut ist, die wir als Teilchen bezeichnen. Aber warum es diese Teilchen letztlich gibt, warum es die ganze Welt, das ganze Universum gibt, warum wir das Gefühl haben, dass wir selbst real sind und existieren, können wir nicht wirklich erklären.

Wir glauben, dass es uns gibt. Rene Descartes formulierte es so: Cogito, ergo sum. Ich denke, also bin ich.

Dass wir denken, dessen können wir uns sicher sein. Dass wir fühlen auch. Aber darüber hinaus glauben wir, dass die Welt so sei, wir wir sie wahrnehmen. Aber unsere Wahrnehmung könnte uns täuschen. Unsere Wahrnehmung ist eine Interpretation der Wirklichkeit. Deshalb ist das, was wir als Realität annehmen, womöglich gar nicht so objektiv, wie wir glauben. Unsere subjektive Realität ist auch: Glaube.

Es gibt ein Bild, auf dem man eine Pfeife sieht. Daneben steht geschrieben: „Ce n’est pas une pipe“. Das ist keine Pfeife.

Es ist nur unsere Vorstellung von einer Pfeife, es ist unsere subjektive Abbildung von ihr. Unser Glaube, was eine Pfeife sei, unser Glaube, wie die Welt sei.

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