Der deutsche Ringtausch funktioniert (nicht)

Sollte der sogenannte Ringtausch das heimliche Ziel verfolgen, Waffenlieferungen an die Ukraine zu deren Verteidigung möglichst lange hinauszuzögern und der deutschen Öffentlichkeit Aktionismus vorzuspielen, so müsste man sagen, dass er in dieser Hinsicht funktioniert. Ziemlich gut sogar.

Sollte es aber das Ziel sein, wie es ja offiziell kommuniziert wird, dass man der Ukraine schnell helfen wolle, so muss man sagen, dass der Ringtausch wohl ein Rohrkrepierer ist und keineswegs funktioniert. Bis Deutschland der Ukraine zur Verteidigung auf diesem Weg irgendeine Waffe zur Verfügung stellt, ist die russische Armee im schlimmsten Fall längst in Berlin.

Allerdings war bereits im Vorfeld zu erwarten, dass der Ringtausch äußerst zäh und lange dauern würde, denn wenn jemand schnell Waffen zu Verteidigung an ein Land liefern will, tut er das natürlich nicht über fünf Ecken.

Es steht also nach wie vor die Vermutung im Raum, dass der Ringtausch dazu da ist, der deutschen Öffentlichkeit Aktionismus vorzugaukeln, in Wirklichkeit aber dazu dient, uralte Waffen in solcher Langsamkeit zu liefern, dass sie zum einen entweder viel zu spät eintreffen, zum anderen aber die russische Armee bestenfalls ein bisschen ärgern, nicht aber aufhalten können. Man wolle ja Putin nicht verärgern.

Man stelle sich das Ganze mal bei einem Ertrinkenden vor. Der direkte Weg wäre, ihm einen Rettungsring an einer Leine zuzuwerfen und ihn aus den Fluten zu ziehen. Wer käme auf die Idee, den eigenen Rettungsring erst an einen Anderen zu schicken, der dann seinen alten Rettungsring herauskramen und, sofern in dem Ring noch Luft drin wäre, mit einem Seil, sofern dieses noch nicht morsch wäre, an einen Dritten schicken müsste, der den Rettungsring dann dem Ertrinkenden hinwerfen solle.

Bis dahin wäre der Ertrinkende längst untergegangen und hätte keine Vitalfunktionen mehr, aber man könnte dann sagen, man habe ja helfen wollen. Man habe ja alles getan, was in seiner Macht gestanden habe. Nie wieder dürfe jemand ertrinken! Das deutsche „Nie wieder !“ Ein ganz starkes Zeichen!

Eine genauere Analyse kann man hier nachlesen.

Irgendwie muss man unwillkürlich an den Ringtausch (und seine Ineffektivität) denken, den einst Otto Waalkes thematisierte:

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