Wie man einen Angriffskrieg begründet, um das eigene Volk hinter sich zu scharen

Was muss man tun, damit die Bevölkerung die Regierung unterstützt, wenn diese einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf ein anderes Land führt?

Man müsste im Vorfeld deutlich machen, dass dieser Angriffskrieg irgendwo eine gute Sache sei, weil das angegriffene Land irgendwo zutiefst böse sei. Dort habe sich das Böse in Person eingenistet, vielleicht Nazis, vielleicht Teufel, vielleicht beides. Und man selber, das eigene Land, sei heroisch und scheue nicht vor eigenen Verlusten zurück, um dieses andere Land von den vielen Nazis und Teufeln zu befreien.

Da kann doch eigentlich keiner Nein sagen. Man müsste dann noch klar machen, dass die Nazis und Teufel stets die anderen sind, niemals aber man selber.

Und diese ganze Erzählung wäre auch deswegen wichtig, damit im eigenen Volk niemand auf die Idee käme, dass man diesen Angriffskrieg nur macht, um von innenpolitischen Problemen abzulenken, so dass man selbst seine eigene Machtbasis über die nächsten Jahrzehnte hin ausbauen und die Führung im Staat bleiben kann.

Des weiteren lenkt man die eigene Bevölkerung durch solch ein Narrativ davon ab, dass sie sich Gedanken macht, was der wirkliche Kriegsgrund sein könnte, beispielsweise die Gier nach den Rohstoffen des anderen Landes. Vielleicht besitzt das andere Land Lithium in Hülle und Fülle, der Stoff, aus dem die Zukunft ist, vielleicht ist das andere Land die Kornkammer Europas, so dass man, wenn man dieses Land nun völkerrechtswidrig überfallen würde, selbst unglaublich reich werden würde dadurch.

Das dürfte man natürlich nicht kommunizieren, weil dadurch dem eigenen Volk ein Lichtlein aufgehen könnte, dass es doch irgendwie nicht richtig sein könne, aus egoistischen Interessen und eigener Gier ein anderes Land in Schutt und Asche zu legen, um dessen Getreide und Rohstoffe zu stehlen.

Nein, stattdessen müsste man sich wieder auf das Narrativ von oben besinnen, welches da lautet: die anderen sind die Teufel und die Nazis, man selber aber sei zutiefst und innerlichst gut und selbstlos und kämpfe nur für die Freiheit, man bringe also dem anderen Land nur deswegen, um es zu befreien, Tod und Teufel.

Des weiteren dürfte man den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auch nicht als völkerrechtswidrigen Angriffskrieg oder überhaupt als Krieg bezeichnen, sondern würde ihn kleinreden als eine sogenannte „militärische Sonderoperation“. Zudem müsste man dafür sorgen, dass jeder im eigenen Land, der auch nur im entferntesten selbst zu denken beginnt, mit massivsten Repressionen rechnen müsste. Das Denken sollte der Bürger dieses Landes dann doch bitte der Regierung überlassen.

Dann klappt es auch mit dem Krieg. Dass man dadurch eine Diktatur errichtet hat, geschenkt.

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