Putin denkt nicht wirtschaftlich

Heute liest man in den Medien, dass nach gut zwei Wochen völkerrechtswidrigem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine die ukrainische Stadt Mariupol dermaßen durch das menschenverachtende Wüten der russischen Armee zerstört worden ist, dass der Bürgermeister es mit Grosny in Tschetschenien und Aleppo in Syrien vergleicht, wo die russische Armee in ähnlicher Weise gewütet hatte (laut Infosender Br24).

Gleichzeitig hört man, dass die Politiker*innen sich in der EU Sorgen um steigende Energiepreise machen, aber angeblich den Ernst der Lage verstanden hätten und deshalb bis zum Ende des Jahres die Erdgasimporte aus Russland um zwei Drittel reduzieren und bis in fünf Jahren dann ganz aussteigen wollen (Br24).

Nun dürfte Putin Stratege genug sein, derartige wirtschaftliche Verwerfungen eingepreist zu haben. Sie fallen vielleicht etwas drastischer aus, als von ihm im Vorfeld geplant, aber würde Putin wirtschaftlich denken, hätte er diesen Krieg niemals vom Zaun gebrochen.

Daraus ergibt sich streng logisch gefolgert, dass Putin beim Krieg nicht wirtschaftlich denkt, sondern derzeit nur rein militärisch. Er ist scheinbar von einer Ideologie geleitet, wohl davon, dass er glaubt, in die Geschichte eingehen zu müssen als derjenige, der die Sowjetunion wieder errichtet hat, die sich im Jahr 1991 selbst aufgelöst hatte. In der Tat dürfte er in die Geschichte eingehen, aber wohl anders, als er sich das erwünscht.

Der Westen schaut hilflos beim Wüten der russischen Brutalität in der Ukraine zu, über 2 Millionen Ukrainer*innen sind bereits in die EU geflüchtet. Man glaubt in der EU den eigenen wirtschaftlichen Argumenten, die im westlichen Denken durchaus Sinn ergeben, dass Putin doch verstehen müsse, dass es für ihn und Russland schlecht sei, wenn der Westen nach und nach aus den russischen Erdgasimporten aussteige.

Putin versteht das sicherlich, es ist ihm aber offensichtlich egal. Er hat bereits im Vorfeld seines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges auf die Ukraine die Atomkarte gezogen und dem Westen mit nuklearen Waffen gedroht. Bisher wirkt der Westen gelähmt, wenngleich er mittlerweile immerhin Waffen liefert an die Ukraine.

Wenn der Westen aber weiterhin so recht regungslos verharrt, könnte Putin das so verstehen, dass seine Atomkarte Wirkung zeigt. Der Westen ist immens eingeschüchtert.

Wenn aber die Atomkarte einmal Wirkung zeigt, warum sie nicht ein zweites und ein drittes Mal ziehen? Warum nicht beim kleinen Baltikum eine nächste Invasion versuchen, oder vielmehr eine sogenannte „Befreiung“ , wie der Kreml es gerne euphemistisch bezeichnet ? Denn wird der Westen wirklich einen nuklearen Konflikt, einen nuklearen Krieg mit Russland austragen wollen, nur für das kleine Baltikum?

Und wenn Putin die Atomkarte beim Baltikum gezogen und sie auch dort funktioniert hat, warum sie dann nicht auch bei Polen einsetzen? Wird die EU einen nuklearen Krieg riskieren nur für Polen?

Der Westen muss also irgendwann Farbe bekennen. Je länger er aber zögert, desto mehr dürfte er Putin in seiner Raserei ermutigen. Und desto dreister dürfte Putin vorgehen. Wenn man Putin einen Dämpfer geben will, den er versteht, dann müsste das wohl jetzt passieren. Denn was kann noch Schlimmeres passieren, als dass die russische Armee ein ganzes Land in Schutt und Asche legt? Ja, es kann noch mehr Länder treffen, man mag es sich gar nicht ausmalen.

Eine weitere Region gehörte übrigens auch einmal zur sowjetischen Einflusszone: Ostdeutschland.

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