Putin. Könnte Hitler noch einmal passieren?

In Deutschland glaubt man, aus der Geschichte gelernt zu haben. Wenn man zurückblickt, fragt man sich, warum die Bürger*innen zur Hitlerzeit nicht gegen ihn aufgestanden sind, sondern Mitläufer*innen waren. Doch auch in der aktuellen maximalen Krise decken sich einige Menschen wieder weg.

Putin weist erschreckende Analogien zu Hitler auf. Er hat in den letzten Jahren den Staat auf eine einzige Führergestalt, sich selbst, ausgerichtet, er folgt einer menschenverachtenden Ideologie, die keine Demokratie, keinen Rechtsstaat, kein Völkerrecht kennt, und er hat den russischen Staat, ähnlich wie Hitler, durch seine Propaganda zu großen Teilen hinter sich geschart. Die Medien in Russland hat er zensiert, Menschen, die gegen den Krieg auf die Straße gehen, werden von der Polizei weggesperrt, zu Tausenden.

Hitler und Putin sind natürlich unterschiedliche Persönlichkeiten, aber sie weisen erschreckend viele Analogien zueinander auf.

In Deutschland scheint man nun aufgewacht zu sein, Tausende gehen auf die Straße, um für den Frieden zu protestieren. Aber so ganz aufgewacht ist noch nicht jede und jeder. Es ist doch erschreckend, wie manche Menschen in einer Indifferenz verharren, angeblich in einer Schockstarre, aber man muss sagen, es ist jetzt nicht die Zeit für eine Schockstarre. Neben dem russischen Krieg ist schon seit Jahren ein Propagandakrieg Putins im Internet am Laufen, bezahlte russische Trolle versuchen die Propaganda des Kremls auch in unseren westlichen Ländern salonfähig zu machen. Russische Staatssender wie „Russia today“ haben dasselbe lange Zeit in Deutschland betrieben, wurden nun allerdings offensichtlich gesperrt. Spät, aber immerhin.

Aber der Kampf um die Köpfe, der Kampf um die richtige Sichtweise, der Kampf um die Gedanken, der Kampf dafür, dass wir für den Rechtsstaat, für die Demokratie, für die Menschenrechte, für das Völkerrecht einstehen müssen, der ist noch bei weitem nicht gewonnen. Viele Leute sind erschrocken, manche solidarisieren sich aber irgendwie auch schon mit dem Aggressor Putin und fragen sich, ob man ihn vielleicht gereizt habe. Was für ein Hohn. Als hätte man einen Verbrecher irgendwie reizen müssen für sein Verbrechen. Ein Verbrechen ist ein Verbrechen, weil er ein Verbrechen begangen hat. Da führt kein Weg vorbei. Nicht das Opfer ist schuld, sondern der Verbrecher. Das weiß man spätestens seit der #metoo-Debatte

Und so wird nun jetzt und in der Folgezeit, die nächsten Jahre übrigens, eine mediale Schlacht um die Gedanken der Menschen zu führen sein, eine mediale Schlacht um die richtige Sichtweise, um die Deutungshoheit, die aus westlicher Sicht nur die oben angeführten Werte beinhalten kann. Aus diesem Grund: informieren Sie sich, machen Sie sich kundig, in seriösen Medien, damit Sie nicht irgendwelchen Ressentiments und Fake News, die vom Kreml ausgestreut werden, anheimfallen.

Sprechen Sie mit Menschen, unterhalten Sie sich über das Thema und die genannten Werte, teilen Sie Artikel, die aus seriösen Medien stammen und sorgen Sie dafür, dass das deutsche Volk nicht nur technisch und mathematisch und naturwissenschaftlich gebildet ist, sondern auch politisch. Sorgen Sie dafür, dass die Menschen nicht nur eine Meinung haben, sondern auch eine Faktengrundlage, auf der sie ihre Meinung bilden und gegebenenfalls überdenken können. Denn das kann den Krieg von morgen vielleicht verhindern, das kann den Krieg von heute vielleicht stoppen.

Demokratie gibt es nur, wenn Demokrat*innen für sie einstehen.

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