Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, steht aktuell ziemlich unter Druck, weil in der Kirche mit Missbrauchsfällen irgendwie zu schludrig umgegangen und sie nicht adäquat aufgearbeitet oder unterbunden worden sind.
Drum umso interessanter seine Äußerung zum Zölibat. Er äußerte die Meinung, dass es für einige (katholische) Priester besser sei, verheiratet zu sein. Einen Zusammenhang zwischen Zölibat und dem Missbrauch Minderjähriger wollte er aber nicht herstellen. Allerdings sei es vermutlich so, dass die zölibatären Strukturen auch Menschen anlockten, die in sexueller Hinsicht für das Zölibat nicht geeignet seien. Und Sexualität könne man nicht abstellen, sie sei ein Teil, den man das ganze Leben mit sich trage.
Soweit, so gut. Allerdings war natürlich erst immenser Druck und Jahrzehnte von Missbrauchsfällen und eine stark steigende Zahl von Kirchenaustritten nötig für eine derartige Äußerung. Aber immerhin.
Wie das Zölibat begründet wird, ist aus biblischer Sicht ohnehin etwas ominös. Jesus jedenfalls hat es nicht gefordert. Paulus glaubte, für ihn sei es besser, Single zu sein und zu bleiben, aber so generell für alle hat er das auch nicht festgezurrt.
Vielleicht tut sich nun also ein bisschen was in der katholischen Kirche. Bevor aber allzu viele Gläubige weiter austreten, sollte nun wohl eine Diskussion über das Zölibat in Gang gesetzt werden. Und nicht erst irgendwann später, sondern am besten jetzt gleich, noch innerhalb der nächsten Jahrhunderte.



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