Pandemie. Ein kritischer Blick auf die Politik

Man hätte sich im Sommer und Herbst eine Politik gewünscht, die weniger auf den Bundestagswahlkampf ausgerichtet gewesen wäre und nicht so viel von vermeintlichen neuen Freiheiten und davon geredet hätte, dass man die Pandemie im Griff habe, als vielmehr eine Politik, die weitsichtig schon in den Winter geblickt und mehr auf die Prognosen namhafter Virologen gehört hätte, anstatt erst jetzt von einer Impfpflicht zu reden zu beginnen, wenn aufgrund der extrem hohen Zahl an Neuinfektionen der Wählerwille allmählich scheinbar günstig zu werden scheint.

Man hätte sich also weniger politischen Opportunismus und weniger politisches Kalkül bezüglich der eigenen Umfragewerte gewünscht und mehr verantwortliches vorausschauendes Handeln. Das gilt auch für die drei Parteien, die möglicherweise die künftige Koalition und somit die Regierung bilden wollen, die aber wochenlang in Koalitionsverhandlungen abgetaucht waren und sich hauptsächlich nur mit sich selbst beschäftigt hatten, anstatt das Land zu steuern, sodass es nicht in den Kollaps der Pandemie fährt, wie es jetzt der Fall ist. Auch von dem wahrscheinlichen künftigen Bundeskanzler, Olaf Scholz, der sich im Wahlkampf medial größtmöglich zurückgehalten hatte, um bloß keinen Fehler zu machen, würde man sich eine Art von politischer Führung und Präsenz in der Öffentlichkeit wünschen, die sich von seiner Zurückhaltung im Wahlkampf unterscheidet.

Hätte, hätte. Dass der normale Bürger dies alles vielleicht nicht so im Blick hatte, ist nachvollziehbar. Die Politik aber, die direkten Zugang zu namhaften Virologen hatte, hätte all dies vorhersehen und dementsprechend vorausschauend handeln können. So würde man sich verantwortliche Politik vorstellen.

Aber ehrlicherweise muss man auch zugeben, dass solch eine Politik es gerade im Bundestagswahlkampf natürlich sehr schwer gehabt hätte, wo es doch darum ging, Mehrheiten für die eigene Partei zu sammeln und dafür zu sorgen, dass extreme Parteien möglichst keinen Zulauf bekommen. Insofern kann man die Zurückhaltung in der Zeit des Bundestagwahlkampfes verstehen und nachvollziehen, auch, wenn sie sicherlich taktisch motiviert war. Aber für die Zeit danach gilt das eigentlich nicht mehr.

2 Gedanken zu “Pandemie. Ein kritischer Blick auf die Politik

  1. GEDANKEN ZUM ADVENT

    Maskiert geh’n wir in den Advent,
    Versagt ist uns jedes Event.
    So wird auch dieses Weihnachtsfest
    Für uns alle zum Härtetest.

    Die Märkte werden dichtgemacht,
    Über Lockdown wird nachgedacht.
    Kein Glühwein, kein buntes Treiben,
    Wir sollen zu Hause bleiben.

    Lassen wir den Kopf nicht hängen,
    Bleiben froh bei all den Zwängen.
    Wir woll’n Weihnachtslieder singen,
    Und träumen von schönen Dingen.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit und Gesundheit!

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