Kürzlich hatte der noch amtierende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rhetorisch nicht ganz geglückt verkündet, weshalb die Vergabe des Biontech-Impfstoffs in Deutschland nun etwas limitiert wird, ergänzend aber Moderna zum Einsatz kommen soll.
Mit seiner neuesten Alliteration „geimpft, genesen oder gestorben“ ist ihm aber rhetorisch durchaus ein Coup gelungen, und das ist nun gar nicht satirisch gemeint.
Mit dieser einprägsamen Formel, dass bis Ende des Jahres in Deutschland „so ziemlich jeder geimpft, genesen oder gestorben sein“ werde, bringt er inhaltlich auf den Punkt, wie dramatisch die Lage nun ist in Deutschland.
Der Satz ist deshalb so einprägsam, weil er gleich eine ganze Menge rhetorischer Stilmittel enthält, die den Zuhörer aufhorchen lassen. Zu der oben genannten Alliteration findet sich in ihm nämlich auch noch ein Wortspiel, denn aus „geimpft, genesen oder getestet“ wird „geimpft, genesen oder gestorben„. Desweiteren enthält der Satz auch noch eine drastische Antithese: Leben versus Tod.
Und selbst, wenn das Ganze im Sinne einer Hyperbel vielleicht ein bisschen überspitzt ist, ist es wohl doch inhaltlich richtig, dass zumindest in der Folge, vielleicht dann eben bis Januar oder Februar, das Gesagte durchaus eintreten kann.
Menschen, die also nicht sicher sind, ob sie durch eine Infektion mit dem Coronavirus heile hindurchkommen, welches ja eine durchaus schwerwiegende Krankheit verursachen kann, Menschen also, die nicht ganz sicher sind, ob sie zu denen gehören, die am Schluss dann auch genesen sind (und wer könnte diesbezüglich schon sicher sein?), sollten dementsprechend doch noch einmal darüber nachdenken, was denn das geringere Übel ist: sich mit einem gut verträglichen und sehr effektiven Impfstoff impfen zu lassen oder potentiell lieber einsam auf einer Intensivstation, sofern dort überhaupt noch ein Bett frei sein sollte, zu sterben.



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