Zunächst meint man oftmals mit Glaube natürlich den Glaube an Gott.
Aber auch Menschen, die meinen, nicht an Gott zu glauben, glauben oft. Sie glauben zwar nicht an Gott, aber an alle möglichen anderen Sachen.
Sie glauben beispielsweise, dass sie sich auf andere Menschen verlassen können, die ihnen wichtig sind. Hier gehen der Begriff Glaube und Vertrauen ziemlich synchron.
Sie glauben und vertrauen auch, dass sie, wenn sie über eine Brücke gehen, heile drüben ankommen, weil diese Brücke schon gut von Statikern durchgerechnet sein wird und deswegen erhalten werde.
Nun könnte man natürlich sagen, der Glaube an Gott lässt sich nicht beweisen, aber der Glaube an einen Statiker und seine richtige Berechnung ließe sich doch leicht überprüfen. In der Tat, das ist so. Allerdings nur in der Theorie.
Denn kaum einer von diesen Menschen, die diese Brücke überqueren, wird sich tatsächlich die Mühe machen, herauszufinden, wer die Brücke berechnet hat und diesen Statiker dann tatsächlich aufsuchen, um mit ihm ein längeres Gespräch zu führen und sich von ihm die Berechnungen zur Statik der Brücke zeigen zu lassen.
Insofern ist also auch der Glaube und das Vertrauen auf die richtige Statik einer Brücke letztlich nur ein Glaube und Vertrauen. Und hier ist man dann an einem Punkt, wo der Glaube und das Vertrauen an und auf Gott sich gar nicht mehr so sehr unterscheidet von dem Glauben und Vertrauen in die richtige Statik einer Brücke.
Nun wird jemand einwenden, dass man ihn aber doch nicht beweisen kann, diesen Gott, dass der Glaube und das Vertrauen auf ihn doch letztlich etwas ganz anderes sei, als der Glaube und das Vertrauen in die Statik einer Brücke.
In der Theorie kann man dem zustimmen, aber wie wir oben gesehen haben, sieht die Praxis anders aus. Glaube und Vertrauen sind das, was uns durchs Leben leitet. Wir glauben und wir vertrauen, um leben zu können.



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