Oppositionspolitiker und ihre Rhetorik

Als Opposition hat man es in Deutschland in diesen Zeiten besonders leicht. Man muss nichts selber geregelt kriegen, sondern kann sich darauf konzentrieren, zu kritisieren, was die Regierung vielleicht besser hätte hinkriegen können.

Man hört in diesem Zusammenhang immer wieder gebetsmühlenartig die Forderung, die Bundesregierung solle doch nicht nur mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer Beschlüsse zur Bekämpfung der Pandemie vereinbaren, sondern man solle das im ganzen Parlament tun.

Diese Rhetorik entlarvt sich bei genauerem Hinsehen allerdings selbst als Pappkamerad. Denn wenn man sieht, wie schwer es ist, die Regierungschefs von 16 Bundesländern auf eine gemeinsame Linie zu bekommen, dann versteht man, dass die Idee, das Parlament, also den deutschen Bundestag mit seinen derzeit 709 Abgeordneten, in die Verhandlungen einbeziehen zu wollen, wohl zu gar keinem Ergebnis mehr führen würde. Aber das stört ja keinen Oppositionspolitiker. Man wird doch mal noch ein bisschen Kritik an allem üben dürfen, solange man selbst für nichts verantwortlich ist.

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