Unglaubliche Treue

Gedanken von Pfarrer Walter Jungbauer aus der altkatholischen Kirche Hamburg zum zweiten Sonntag der österlichen Bußzeit.

23 Gedanken zu “Unglaubliche Treue

  1. Bewußtheit, Liebe, EigenstĂ€ndigkeit und Reife bilden das Ende der „Treue“. In ihrem Licht kann sich die auf Unbewußtheit basierende Idee nicht halten.

    Auf den ersten Blick hin könnte man annehmen, Treue
    hÀtte etwas mit Liebe zu tun. Dem ist aber nicht so, denn:

    Die Treue ist ein Sproß der Angst, nicht einer der Liebe.

    Es gibt die echte Liebe,
    aber keine echte Treue.

    Treue ist per se falsch.

    Als ein Ausdruck von Unreife vertrÀgt sich diese Form der Selbstbindung weder mit der Liebe, noch mit der Intelligenz. Sie ist nicht kompatibel mit der Freiheit und nicht mit der Weisheit. Selbst Intuition und AuthentizitÀt sind der Treue fremd.

    Wer auf eigenen FĂŒĂŸen…
    selbstĂ€ndig seinen Weg gehen kann, wird die KrĂŒcken fallen lassen.

    GefÀllt mir

    1. Sehe ich ganz anders. Treue ist etwas, das aus Freiwilligkeit entsteht. Treue ist zudem etwas, das durchaus mit Liebe zusammenhĂ€ngt. Wer einen Menschen liebt, was nur freiwillig geht, möchte ihm womöglich auch treu sein, was ebenfalls nur freiwillig geht. Er möchte dem anderen Menschen gegenĂŒber treu sein, weil er ihn liebt.

      GefÀllt mir

  2. Fisch: „Treue ist etwas rein freiwilliges“

    Ja.

    Treue = ist eine nicht erforderliche freiwillige Bindung an eine Person, eine Gruppe, eine Institution oder eine Idee. Sie beinhaltet die partielle SelbsteinschrÀnkung oder Aufgabe der Freiheit.

    GefÀllt mir

    1. Bei dem Begriff der Freiheit muss man auch unterscheiden:

      – positive Freiheit: Freiheit zu etwas
      – negative Freiheit: Freiheit von etwas

      Ich glaube, du betonst den zweiten Punkt.

      GefÀllt mir

      1. Liebe und Treue sind wie Feuer und
        Wasser: Sie werden sich nie begegnen.

        Die Liebe ist bedingungslos.

        Die Treue aber… ist ein Kind der Angst, sie ist nur
        ein Verstandes-Konzept, das Sicherheit bieten soll.

        Die Liebe hat nichts mit dem Verstand und…
        selbstverstÀndlich auch nichts mit Sicherheit.

        Zwei Annahmen:
        1. Du hast irgendwann mal geheiratet.
        2. Du hast die Treue in dem Sinne (und sei es auch nur dir selber gegenĂŒber) versprochen, daß du dich zwingen wirst, den Sex nur mit dieser einen Person zu genießen.

        Das ist das am weitesten verbreitete VerstĂ€ndnis von „Treue“.

        đŸŒŒ

        Das Treue-Versprechen ist eine (wenn auch oft
        unbewußt) exakt definierte Selbstverpflichtung.

        Was wÀre, wenn es dieses Treue-Gelöbnis nun nicht gÀbe?
        WĂŒrdest du dich anders, wĂŒrdest du dich wilder verhalten?

        Falls ja…, bist du durch die Treue unfrei.
        Falls nein…, brauchst du die Treue nicht.

        Alle Formen und Unterformen der Moral haben nur den einen
        Zweck, unreife Menschen einigermaßen in der Spur zu halten.

        Mit „unreifen“ Menschen sind hier solche gemeint, die ohne
        Anleitung nicht wissen, was sie tun oder lieber lassen sollten.

        Siehst du dich selber als reif
        oder doch eher als unreif an?

        GefÀllt mir

      2. Fisch: „Es ist nicht die Frage, ob man sie (die Treue) braucht. Ich könnte genauso gut fragen, wozu du Liebe brauchst.“

        Der wiederum könnte dich fragen:
        Wozu braucht dich die Liebe? 😃

        Und du könntest ein-
        fach mal antworten.

        GefÀllt mir

  3. Ja, unser körperliches Verhalten lĂ€ĂŸt sich regeln,
    dirigieren, aber schon unser Wollen & WĂŒnschen
    liegen außerhalb der Reichweite fĂŒr Handhabung.

    Mit dem Gelöbnis zur Treue will man
    den steten Wandel des Leben bannen.

    GefÀllt mir

  4. Ein weiteres VerstÀndnis von Treue:
    Nur diese eine Frau lieben zu wollen.

    Und das womöglich ein Leben lang. 🙄

    Du kannst aber nur dein Körper-Verhalten
    einigermaßen im Zaum halten. Mehr nicht.

    Ja, du kannst tun, was du willst, aber
    du kannst nicht fĂŒhlen, was du willst.

    Und du kannst nicht wollen, was du willst.

    Deine GefĂŒhle kannst du allenfalls verleugnen
    oder hoffen, daß dir solches niemals passiert. đŸ€—

    đŸŒŒ

    Und noch weniger als gar keinen
    Einfluß haben wir auf die Liebe…

    Liebe kennt kein Gelöbnis.
    Liebe kennt keine Verabredung.
    Liebe kennt keine Ordnung.
    Liebe kennt keine Moral (sie ist nach a-moralischer Natur).
    Liebe ist nicht sozial.
    Liebe ist nicht geschÀftsfÀhig.

    Liebe ist Chaos.
    Liebe ist anarchisch.
    Liebe ist Liebe – ohne „wenn“, „weil“ und „aber…“.

    GefÀllt mir

  5. TREUE… ist die unausgesprochene Zusage, ist das Versprechen, auf den natĂŒrlichen Freiheitsdrang, auf die eigene Reife, auf die Einsicht, auf die Empfindungen, selbst auf Intelligenz, Weisheit und Wahrheit keine RĂŒcksicht zu nehmen.

    Eine Ent-Bindung von der Treue (z.B. aufgrund
    von Erkenntnis oder Reife) ist nicht vorgesehen.

    Auf der Skala der Geistigen Reife entspricht der Wunsch nach Treue dem Stand des Kleinkindes (2). Er entspringt dem BedĂŒrfnis nach BestĂ€ndigkeit dem status quo, nach Sicherheit. Letztlich… entspringt er der Angst.

    đŸŒŒ

    Der reife Mensch…
    geht mit der Liebe.

    GefÀllt mir

    1. Treue ist etwas Volitatives. Man will treu sein. Etwas Volitatives ist etwas Freiwilliges.

      In deinen Kommentaren verengst du meiner Ansicht nach auch den Liebesbegriff zu sehr auf den von Konventionen eingeschrÀnkten Begriff einer Partnerschaft. Der Liebesbegriff ist viel umfassender. Liebe nach deiner Lesart bedeutet, dass der Mensch ein nahezu willenloses Subjekt ist, das von seinen Emotionen hin und her geworfen wird und insofern unfrei ist.

      GefÀllt mir

  6. Fisch: „Liebe und Verlangen sind aber nicht unbedingt dasselbe“

    1. Das „Verlangen“, also die Lust auf Sex ist die Lust auf Sex – weiter nichts.

    Das hat nichts mit Liebe, sondern in seinem Ursprung mit Art-Erhaltung zu tun. Hier handelt es sich um einen Instinkt, ohne den es auch das Individuum – wie den namenlosen Fisch und den Nirmalo – nicht geben wĂŒrde.

    2. Romantik und GesÀusel sind ebenfalls nicht Liebe.
    3. GesellschaftsvertrÀge (wie die Heirat) sind nicht Liebe.
    4. Familienbande sind nicht Liebe.
    5. Emotionen sind Emotionen – und nicht Liebe.
    6. Gute GefĂŒhle sind angenehme GefĂŒhle – aber nicht Liebe.

    Das heiß aber nicht gleichzeitig, daß es in all dem nicht auch mal einen Anflug von Liebe geben könnte! So wie es in einem Freudenhaus ebenfalls nicht gĂ€nzlich ausgeschlossen ist, daß es dort mal zu einem Anflug von Freude kommen könnte.

    GefÀllt 1 Person

      1. Das ist ein Plagiat.
        Das ist doch nicht von dir.

        Andere sprechen auch noch von „Storge“,
        von „Ludus“, „Pragma“ und „Mania“, aber:

        Mich interessiert nicht, was „andere“ sagen,
        sondern was authentisch D U zu sagen hast.

        GefÀllt mir

  7. Es sei denn.., die Liebe wÀre dir komplett fremd,
    du könntest nichts aus eigener Erfahrung sagen.

    Ich nehme aber an, daß du in dem Liebes-Begriffs-
    Dschungel die wirkliche Liebe ausmachen kannst.

    Das ist mein Gebot,
    daß ihr einander liebt,
    wie ich euch liebe.

    ― Johannes 15:12

    In dieser Art Liebe ist fĂŒr SentimentalitĂ€ten kein Platz.

    GefÀllt 1 Person

  8. Gott liebt jeden einzelnen von uns so,
    als ob es außer uns niemanden gĂ€be,
    dem er seine Liebe schenken könnte.

    ― Augustinus von Hippo

    đŸŒ±

    So ist es.
    Und auf diese Art
    sollen wir lieben, sagt Jesus.

    GefÀllt 1 Person

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