Coronatests: das angebliche Debakel von Bayern

In Bayern wollte man Vorreiter sein und nicht nur an den Flughäfen auf das Coronavirus testen, sondern auch Reiserücklehrer an der Autobahn zu Tests auffordern.

Die Idee war gut, die Umsetzung hakte etwas, sodass aktuell mehrere tausend Menschen noch immer auf ihr Testergebnis warten in Deutschland. Gestern waren etwa 1000 Menschen in Deutschland unterwegs, die an einer solchen bayerischen Coronateststation positiv auf Coronavirus getestet worden waren, aber davon noch nichts wissen. Nun ist die Frage, ob sie auch andere Leute angesteckt haben.

Die Kritik an dem Schirmherrn der ganzen Aktion, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, ist groß, aber auch an der Gesundheitsministerin Melanie Huml. Diese habe allerdings in der Krise bislang einen guten Job gemacht, weshalb Söder weiterhin an ihr festhält.

Zu der Häme und Kritik, die nun von allen Seiten in Richtung Söder hagelt, muss man allerdings einmal fragen, was denn die anderen Bundesländer und die Bundesregierung eigentlich über dasjenige hinaus, was in Bayern unternommen wurde, getan haben, so dass sie nun glauben, sich derart hämisch auf die Schenkel klopfen zu können?

Derzeit wird auch behauptet, die etwa 1000 Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, könnten sich nun ganz sicher fühlen und in Deutschland fröhlich das Virus weiter verbreiten. Allerdings ist doch die Frage, warum jemand, der getestet worden ist, sich sicher fühlen sollte, solange er noch kein Testergebnis mitgeteilt bekommen hat? In Zeiten der Pandemie ist niemand sicher und Eigenverantwortung ist das Mittel der Wahl.

Insofern sollte man die ganze Häme und Kritik an der bayerischen Staatsregierung doch ein wenig herunterschlucken, sofern man es selber nicht besser hinbekommen hat. Werden denn überhaupt in anderen deutschen Bundesländern Reiserücklehrer in Testzentren an Autobahnen getestet? Ich denke nicht.

4 Gedanken zu “Coronatests: das angebliche Debakel von Bayern

  1. Große Häme finde ich auch nicht angebracht, aber etwas gestichelt werden darf schon, weil Söder sonst so gern den Harten macht in dieser Krise.

    Und, ehrlich gesagt, ich verstehe auch nicht, warum man die Benachrichtigung nicht schnell nachholt, wenn man so etwas feststellt. Einfach ein paar Studenten engagieren und innerhalb eines Tages sollten die Benachrichtigungen dann doch schriftlich, evtl. auch per E-Mail oder Telefon erledigt sein.

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  2. Ich denke, das kann man nicht einfach auf Studenten oder Hilfskräfte abwälzen, weil so eine Information ja durchaus ziemliche Auswirkungen auf einen selbst und andere Leute hat.
    Sinnvoll wäre, wenn sich mehr Menschen die Corona Warnapp installieren würden, dann würde so etwas nämlich praktisch zeitgleich und automatisch funktionieren.

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  3. Also, mir würde es nichts ausmachen, eine Nachricht zu bekommen, die z. B. lautet: „Ihr Covid-19 Test an der bayerischen Grenze am xxx um xxx Uhr hat ein positives Ergebnis erbracht. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie erkrankt sind oder erkranken werden. Nehmen Sie aber bitte sofort Kontakt mit Ihrem Hausarzt auf und reduzieren die andere soziale Kontakte so weit wie möglich.“ Viel schlimmer fände ich es, wenn ich drei Wochen später erführe, dass ich unwissentlich ein paar liebe Menschen infiziert hätte.

    Die Corona-App habe ich übrigens installiert, sehe aber nicht, wie die hier helfen soll. Sie ersetzt keinen Test oder die Übermittlung eines Testergebnisses.

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  4. Die Corona App ist dazu da, um Menschen sehr schnell zu informieren, wenn sie Kontakt mit jemandem hatten, der dann positiv getestet wurde. Insofern ist sie sehr sinnvoll, weil sie die ganzen Telefonketten oder E-Mails oder Briefe, die von behördlicher Seite aus initiiert werden müssten, ersetzt.

    Ein positives Testergebnis würde ich nur dann hören wollen, wenn es auch wirklich gesichert ist. Ansonsten könnte es schon ziemlich beunruhigen.

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