Hätten Sie mal Geld für eine Fahrkarte?

Ich möchte nur nicht behaupten, dass es ein Trick war, ich glaube aber schon.

An dem S-Bahnhof, an dem ich stehe, kommt ein Mensch auf mich zu, der nur ganz rudimentär deutsch spricht. Er hält mir eine Fahrkarte entgegen, die schon gestempelt ist, also entwertet und nicht mehr gültig. Sie hatte den Wert von 3,30 €.

Irgendwann verständigen wir uns soweit, dass mir klar wird, er will, dass ich ihm 3,30 € für eine neue Fahrkarte gebe.

Mag es sein, dass dieser Mensch wirklich ein armer Mensch ist, der irgendwo hin muss und keine Fahrkarte hat.

Sein Anliegen ist aber aus zweierlei Hinsicht clever:

– man möchte ihn ja nicht mit seinem ganz konkreten Anliegen alleine stehen lassen, denn er scheint irgendwo hin zu müssen.

– zudem stellt er einen ganz konkreten Betrag in Aussicht, den man zu zahlen habe.

Man gerät also schnell in eine defensive Rolle. Viele Menschen wehren sein vermeintliches Anliegen ab, ich gebe ihm schließlich 1 €. Er murrt etwas, er brauche doch mehr Geld. Mir reicht es aber, dann soll er eben noch andere Leute fragen. Ich traue ihm nicht.

Als er weiter gegangen ist, bin ich mir sicher, dass das Ganze ein Trick war. Bettelei.

Ich ärgere mich etwas, weil ich an der Nase herumgeführt und überrumpelt worden bin. Andererseits denke ich mir, dass der Euro mich nicht arm macht.

Arm allerdings ist dieser Mensch wohl durchaus, denn wer steht schon gerne an einem Bahnsteig herum und bettelt Leute um Geld an.

8 Gedanken zu “Hätten Sie mal Geld für eine Fahrkarte?

  1. Ich gebe Bettlern kein Geld. Ich grüße sie, wenn die Situation passt, rede ich freundlich mit ihnen , frage nach dem Woher…, aber Geld gebe ich nicht. Ich will diese Geldbeschaffung nicht unterstützen. Sehr wohl unterstütze ich Hilfsorganisationen die Menschen beim Aufbau eines menschenwürdigen Lebens unterstützen. Die Caritas Österreich finanziert Ausspeisungen für Kinder und alte Menschen in Moldawien. Diese Aktion ist verbunden mit Hilfe beim Lernen und dem Erledigen der Hausübungen. Auch gibt Berufsausbildungen für junge Menschen in Moldawien. Auch die Organisation von Pater Sporschill arbeitet in Moldawien in dieser Richtung. Ihr Name fällt mir nicht ein, man kann dazu recherchieren. Liebe Grüße

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  3. Ich fand es auch gut, deine Meinung einmal kennenzulernen. Ich glaube nämlich, ich habe mich da wirklich über den Tisch ziehen lassen.

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  4. Ich fahre jeden tag mit der Bahn und muss gestehen, dass mich die bettler mittlerweile sehr nerven. Es wird sehr aggressiv reagiert und das verstört mich doch sehr. Ich selbts habe zwei Jobs und kann und will nicht jeden Tag 3-4 Bettlern etwas geben. Natürlich tun sie mir sehr leid. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten sich Hilfe zu holen, ohne mich angehen zu müssen.

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