Die Unendlichkeit und die Aporie ihrer Erkenntnis

Die Unendlichkeit ist für uns Menschen ja vor allem eine gedankliche Größe und keine, über die wir irgendwie Erfahrungswerte besäßen.

Mathematisch gesehen kann man zu jeder natürlichen Zahl immer eine hinzu addieren, nach oben hin gibt es die Unendlichkeit also gedanklich. Ebenso kann man von jeder natürlichen Zahl immer wieder eine abziehen, insofern gibt es die Unendlichkeit mathematisch auch nach unten hin.

Gedanklich können wir uns vorstellen, dass das Universum immer noch einen Schritt weiter ist, als wir denken können. Das fällt uns noch verhältnismäßig leicht, denn andernfalls müssten wir uns ja eine Wand am Ende des Universums vorstellen, die sogleich die Frage aufwerfen würde, was hinter dieser Wand wäre. Und hier ginge unsere Vorstellung von Unendlichkeit dann in einen regressum infinitum, in eine Endlosschleife, weil wir auch hinter dieser Wand dann gedanklich immer noch einen weiteren Schritt tun könnten.

Nach unten hin jedoch scheint in der Natur irgendwann Schluss zu sein. Es gibt physikalisch betrachtet kleinste Teilchen, die man irgendwann dann nicht mehr teilen kann, unabhängig davon, ob man irgendwann vielleicht noch kleinere Energiequanten findet. Aber irgendwann ist Schluss nach unten hin.

Drum: zumindest nach unten hin scheint es realiter die Unendlichkeit nicht zu geben. Analog dazu gibt es sie nach oben hin vielleicht auch nicht.

Wie aber ist dann alles aufgebaut, unser gesamtes Universum ?

Hier müssen wir passen und sagen: wir können das wohl niemals wirklich verstehen. Wir werden vielleicht immer bessere physikalische und mathematische Modelle dafür haben, aber die Erkenntnisfähigkeit des Menschen wird in dieser Hinsicht wohl immer nur Stückwerk bleiben können, einerseits in Bezug auf die kognitiven Fähigkeiten des Menschen, andrerseits in Bezug auf die physikalischen Erkenntnismöglichkeiten, und schließlich noch Angesichts dessen, dass die Menschheit vermutlich nur zeitlich begrenzt existieren dürfte: in ein paar hunderttausend Jahren gibt es womöglich keine Menschheit mehr.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Die Unendlichkeit und die Aporie ihrer Erkenntnis“

  1. Warum sollten wir in ein paar hundertausend Jahren nicht mehr existieren? Wir sind SEINE Schöpfung. Ist er uns dann überdrüssig. Liebt er uns nicht so sehr, dass er uns auch schwerste Entwicklungsfehler verzeihen wird? Wo bleibt dann seine GNADE?

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