Mainacht und 1. Mai

Gestern in der Mainacht oder der sogenannten Walpurgisnacht zogen ja immer gerne irgendwelche Leute durch die Straßen und haben Autos in Toilettenpapier eingewickelt und mit Rasierschaum eingesprüht.

In München regnete es gestern Nacht, so dass die Sache mit dem Rasierschaum hinfällig war. Aber in diesen Tagen wagt eigentlich auch niemand, sein wertvolles Toilettenpapier einfach so dem Regen anheim zu stellen.

Bleibt also noch der 1. Mai. Man fragt sich, werden auch heute in Berlin wieder Gruppen von Autonomen ihre Antikapitalismuskritik oder ihren generellen Unmut an irgendetwas durch das Anzünden von Autos kundtun wollen? Nun, auch ihnen ist natürlich aufgrund des Verbots, in größeren Gruppen umher zu ziehen, ein gewisser Einhalt geboten.

Als einziger Ausweg scheint es, wenn kapitalismuskritische Autonome in ihrer Villa am Prenzlauer Berg selbst in der Garage das eigene Auto im Trockenen mit Toilettenpapier einwickeln, welches sie im Nachgang natürlich noch benutzen können, und dann, wenn es sie tatsächlich überkommen sollte, ihr Auto den Flammen übergeben.

Aber auch dies ist nicht jedermanns Sache, weil sich Antikapitalismuskritik ja meistens nicht gegen den eigenen Reichtum richtet.

Insofern bleibt eigentlich nur noch als dritter gangbarer Weg, sich vom guten Italiener eine Pizza, Antipasti und einen teuren Chianti kommen zu lassen und die Antikapitalismuskritik durch eine gesellschaftskritische Serie auf Amazon Prime oder Netflix zum Ausdruck zu bringen. Mit hochgelegten Füßen ist das auch bequemer und zudem ebenso eine Art Statement.

Ein Gedanke zu “Mainacht und 1. Mai

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