Schäuble erwägt kürzere Sommerferien für die Schule. Eine kurze Einschätzung.

Bundestagspräsident Schäuble hat die Idee geäußert, die schulischen Sommerferien ein wenig zu kürzen um ein paar Wochen, um den Lernstoff, der aufgrund der Corona-Krise vielleicht aufgelaufen ist, in dieser Zeit dann aufzuarbeiten.

Besonders Kinder aus sozial schwächeren Familien könnten nämlich beim Homeschooling Probleme bekommen.

Allerdings ist es so, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien auch Probleme bekommen können, wenn die Schule ganz normal laufen würde. Im Schulbetrieb wird zwar versucht, auf solche Kinder einzugehen und ihnen Möglichkeiten anzubieten, damit sie mit dem Lernen mitkommen, ein Selbstläufer ist das aber auch nicht.

Statt auf die Sommerferien auszuweichen, die ja noch ziemlich lange hin sind, könnte man bereits jetzt für Schüler, die große Probleme haben, in Kleinstgruppen zusätzlichen Unterricht an den Schulen anbieten, sofern die Politik zu diesem Zweck die Schulen öffnen würde.

Was aber ist mit denjenigen Schülern, die nun fleißig lernen zusammen mit ihren Eltern, die im Homeoffice sind?

Diese Schüler und Eltern strengen sich ja durchaus an. Was würde es motivational für sie bedeuten, wenn als Lohn dieser Anstrengung der Jahresurlaub verkürzt werden würde?

Und wie groß wäre der zusätzliche Lerngewinn, wenn die Schüler, die derzeit fleißig mitlernen, dann im Sommer noch einmal denselben Stoff beispielsweise drei Wochen lang durchkauen müssen, den sie schon längst kennen, nur damit ein kleiner Prozentsatz von Schülern up-to-date gebracht wird?

Dieser Gedanke ist zwar edel, dürfte aber schwer durchführbar sein. Denn wenn der große Teil der Schüler mitlernt, dürfte dies dann auch derjenige Teil sein, der sich in den drei Wochen im Sommer ziemlich langweilt. Und Schüler die, sich langweilen, sind laut. Man müsste diese Schüler dann beschäftigen mit neuem Lernstoff, was aber kontraproduktiv zu dem Kerngedanken wäre, nämlich den Schülern, die nicht so schnell mitgekommen sind, den Lernstoff noch einmal zuzutragen. Realistisch ist das nicht. In einer lauten Klasse, die den Lernstoff bereits kennt, wird es wenig Möglichkeiten geben, sich um die Einzelnen zu kümmern, die im Lernstoff hinterherhinken.

Ganz unabhängig davon dürfte die Motivation in den Keller gehen, wenn die Schüler sich jetzt anstrengen und als Lohn dafür dann kürzere Sommerferien haben.

Sollte der Gedanke dahinter derjenige sein, dass die meisten Schüler zu Hause nicht richtig lernen könnten, sollte man diesen Gedanken aber auch auf die Erwachsenen übertragen, die derzeit von zu Hause aus arbeiten und Homeoffice machen: Angestellte beispielsweise und Politiker. Möglicherweise sollte ihr Jahresurlaub dann auch ein wenig gekürzt werden, da sie zu Hause vermeintlich auch nicht so effektiv arbeiten können.

Unter folgendem Link finden Sie noch ein weiteres Pro und Contra zu dem Thema.

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