Palmsonntag digital

Man muss feststellen, dass ein Palmsonntag auf dem Sofa vor dem Fernseher, auf dem ein Gottesdienst läuft, auch ein Palmsonntag ist.

Man muss dabei vielleicht ein bisschen aufpassen, nicht einfach einzuschlafen, sollte es mal langatmig sein, und sich auch keine Chips zu holen. Wenn man auf diese höflichen Feinheiten achtet, aber durchaus machbar.

Einerseits ist ein Gottesdienst in life natürlich schon etwas anderes. Andererseits konnte man heute z.b. den Papst im Fernsehen ansehen und, anders als live, konnte man aufgrund des Dolmetschers auch verstehen, um was es ging.

Vermutlich gibt es aktuell auch den einen oder anderen Menschen, der einfach so mal in einen Fernsehgottesdienst hineinschaut, was er bei einer normalen Kirche vielleicht nicht gemacht hätte, zumal es leichter ist, morgens um 10 Uhr einmal den Fernseher einzuschalten, als um dieselbe Zeit angezogen in einer Kirche zu erscheinen. Insofern ist das Digitale schon eine Chance. Und wenn dann jemand Popcorn unbedingt dazu haben mag, sei es drum. Der Zweck heiligt die Mittel.

10 Thoughts

  1. Der Zweck heiligt die Mittel?
    So wie der Hexenverfolgung?
    So wie bei der Inquisition?
    So wie bei dem Völkermord in Südamerika?
    So wie das Wegschauen im Dritten Reich?
    So wie das Totschweigen bei sexuellem Missbrauch?

    Ich finde, ihr Kirchenleute macht euch das ein wenig zu einfach!

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  2. Was du auflistest, Werner, ist Geschichte.
    Wir Heutigen haben andere Baustellen – nicht weniger dramatisch.

    Werner: „ihr Kirchenleute macht euch das ein wenig zu einfach“

    • Was hat er (der Mann ohne Namen) denn falsch gemacht (geschrieben)?
    • Und: Wie hättest du es gern?

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  3. Es geht mir vielmehr um die Methoden, wie die Kirche das Heil der Menschen durchgesetzt hat/durchsetzen will und wie sie sich immer wieder mit der Staatsmacht arrangiert hat, zu einem für mich schmutzigem Stillhalten.
    Und was zählt denn noch der Einzelne, der Gläubige, der Suchende? Nur noch eine virtuelle Handreichung, vermutlich mehr denn je auch nach der Corona-Krise.
    Wo sind sie denn, die mutigen Priester, die am Palmsonntag an die Häuser gegangen sind, um die Buchsbaumsträusschen zu verteilen, ein Gebet vor der Tür zu sprechen, ein Lob Gottes in den Strassen zu singen. Warum treten sie nicht hervor aus ihrem Glashaus?
    Das ist, grob gesagt das, was ich nicht verstehe.

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  4. @Werner

    Die Zeit der christlichen Märtyrer ist nun mal vorbei. 😎 Die Priester haben dem Spirituellen den Rücken gekehrt und sind heute gerade noch… gute Sozialarbeiter.

    In der Zeit der Emanzipation verläßt man die familiäre Gemütlichkeit und geht seinen eigenen Weg.

    Gehadert wird nur so lange, wie der Mut dazu noch nicht reicht. Wer das Gatter hinter sich geschlossen hat, kann auch mit der Kirche wieder im Frieden sein.

    Ihr lebewohl zu sagen heißt nicht, das Göttliche zu verlassen – was nebenbei bemerkt, auch gar nicht möglich ist.

    Gruß in die harte
    Fastenwoche! 🐰

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