Der Weg

Im Johannes-Evangelium, dem wahrscheinlich zuletzt und etwa um die Jahrhundertwende des ersten Jahrhunderts nach Christus entstandenen Evangelium, gibt der Verfasser Jesus mit den folgenden Worten wieder:

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. 7 Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen.

Quelle Lutherbibel.

In der Übersetzung „Gute Nachricht“ klingt es wie folgt:

Jesus antwortete: »Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben.[4] Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.

Quelle

Wer also wissen will, wie Gott, der Vater, ist, muss nach der Theologie des Johannes auf Jesus schauen. Nur Jesus und seine Darstellung von Gott führen tatsächlich zu Gott. Schaut man nicht auf Jesus, so landet man nicht bei Gott, sondern bei einem Götzen, also bei einer selbstgebastelten Vorstellung von Gott.

Das ist natürlich eine ziemlich exklusive Sicht. Darüber können andere Religionen sich ärgern, wenngleich man sagen muss, dass viele andere Religionen ebenfalls einen exklusiven Zugang zu Gott für sich in Anspruch nehmen. So ist das bei Religionen.

Paulus machte sich bereits einige Jahrzehnte früher Gedanken über das Thema und überlegte sich, was denn mit den Menschen passieren würde, die Jesus nicht kennenlernen konnten. Er kommt zu der Auffassung, dass diese dann vermutlich von Gott entsprechend ihrer Taten einmal beurteilt werden würden, nach dem Leben.

Pluralistische Theologie sieht den Gottesbegriff insgesamt etwas weiter. Sie gesteht verschiedenen Religionen zu, Gotteserkenntnis zu haben. Sie denkt Gott immer größer, als wir Menschen es auch nur ansatzweise denken können.

Wenn man also vor der Frage steht, welche Religion denn die wahre Religion sei, tut man gut daran, auch die pluralistische Sicht zu kennen, bewahrt sie einen doch davor, jeglichen Dialog von vornherein abzulehnen.

Unabhängig davon muss man sagen, dass das christliche Gottesbild ein recht positives ist. Der christlich gedachte Gott ist gütig und gnädig und nimmt den Menschen an, weil er das will. Der Mensch kann sich nicht durch die Erfüllung verschiedenster Aufgaben oder Pflichten an Gott heran arbeiten, sondern er ist von Gott angenommen, weil Gott das möchte. Insofern hat das christliche Gottesbild schon etwas sehr Freiheitliches. Für Christen ist Jesus also mit gutem Grund der Weg, die Wahrheit und das Leben.


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