Vorhin wurde in den Nachrichten bekannt, dass ein großes Gymnasium in einem Münchner Vorort heute geschlossen ist, weil bei einem Schüler der Coronavirus nachgewiesen wurde.
Es handelt sich um das Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching, an welchem ca 1250 Schülerinnen und Schüler und etwa 90 Lehrkräfte sind.
In der Nacht habe man mit den zuständigen staatlichen Stellen beschlossen, die Schule heute sicherheitshalber heute und Freitag zu schließen, so berichtete vorhin Radio Gong.
Machen wir einen gedanklichen Schwenk nach Italien. Kürzlich waren wir in Südtirol, welches kein Risikogebiet ist. Aber wir verfolgten dort natürlich aufmerksam die Berichterstattung. Zunächst gab es in Italien 280 infizierte, ein paar Tage später waren es 880, nun sind es etwa dreitausend. Das Ganze etwa innerhalb einer Woche.
Blicken wir zurück zum Lise-Meitner-Gymnasium. Der Schüler oder die Schülerin, der mit dem Corona Virus infiziert ist, dürfte ja nun schon seit Montag in die Schule gegangen sein, also wahrscheinlich drei Tage dort unter Menschen gewesen sein. Dementsprechend dürfte er das Virus auch gut gestreut haben, sodass nun andere Schülerinnen und Schüler und vielleicht auch Lehrerinnen und Lehrer dieses Virus ebenfalls haben könnten.
Wie ich kürzlich las, verläuft eine Infektion mit dem Coronavirus bei Kindern und Jugendlichen meistens glücklicherweise recht harmlos, teilweise so, dass man überhaupt keine Beschwerden bemerkt. Dennoch können diese Personen dann aber das Virus offensichtlich weiterverbreiten, z.b. zu Hause an die Eltern, für welche das Virus dann in deren Alter schon etwas problematischer ist, oder auch an Großeltern, die aufgrund ihrer Altersgruppe für die Wirkungen desVirus noch anfälliger sind.
Bei „ZEIT online“ konnte man kürzlich die Warnung eines renommierten Virologen (Alexander Kekulé) lesen, der meinte, es sei notwendig und Gebot der Stunde, in Deutschland für 14 Tage Schulen und Bildungseinrichtungen zu schließen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. In Italien geschieht gerade genau das, dass für etwa zwei Wochen die Schulen und Universitäten geschlossen bleiben sollen.
Während ich mich noch gut an den Zeitpunkt vor etwa einer Woche erinnere, als in Italien 280 Personen mit dem Virus infiziert waren, blicke ich heute in die Zeitung und sehe, dass es in Deutschland aktuell 262 sind. Fast dieselbe Größenordnung.
Es ist wohl davon auszugehen, dass sich diese Zahl ähnlich wie in Italien sprunghaft erhöhen wird.
Und etwa in einer Woche dürfte es dann soweit sein, dass man in Deutschland ähnliche Maßnahmen ergreifen wird, wie in Italien.
Cleverer und verantwortungsvoller wäre es aber wohl, wenn man nicht diese eine Woche noch warten würde, sondern gleich die Schulen, Bildungseinrichtungen und Kindertagesstätten für 14 Tage schließen würde. Denn es geht ja nicht nur um Zahlen, es geht um Menschenleben.
Es scheint übrigens auch nicht so zu sein, wie einige Forscher hoffen, dass hohe Temperaturen die Verbreitung des Virus automatisch effektiv stoppen würden. Denn beispielsweise auch in Singapur, wo es etwa 28° Celsius hat, gibt es infizierte Personen. Möglicherweise fühlt sich das Virus bei diesen Temperaturen nicht ganz so wohl, das kann schon sein, aber ganz verschwinden tut es wohl auch nicht.
Drum ist Eindämmung und die Verlangsamung der Ausbreitung nach wie vor das Mittel der Wahl. Eine andere Möglichkeit scheint die Menschheit gerade nicht zu besitzen. Denn ein Gegenmittel oder eine Impfung liegen nach wie vor in weiter Ferne.


