Gibt es die Gegenwart?

Die tatsächliche Gegenwart, dieser unendlich kurze Augenblick zwischen Zukunft und Vergangenheit, existiert wohl nur in unserer Vorstellung.

Denn wie lang sollte die Gegenwart sein?

Das, was wir als Gegenwart empfinden, ist vermutlich in Wirklichkeit nur unsere Reflexion über die Vergangenheit und Zukunft. Als solche erscheint uns die Gegenwart aber durchaus gegenwärtig.

27 Gedanken zu “Gibt es die Gegenwart?

  1. Der Mann, auf dessen Namen sich dieses Blog beruft, hatte Eier. Ein Mann der Wahrheit, der sich schon mit Zwölf im Tempel mit den Gelehrten stritt.

    Diese beriefen sich auf die Bücher. Natürlich waren sie damit der Wahrheit gegenüber im Nachteil. Hatten sie doch nur die Buchstaben, die Worte, die Schriften, die Bildung und mußten entsprechend rumeiern.

    Auch hier im Blog: Rumeiern – statt zu sehen und zu sagen, was ist:

    „Gibt es die Gegenwart?“
    „wie lang sollte die Gegenwart sein?“
    „wohl nur“
    „ist vermutlich“
    „erscheint uns“

    „27 Bloggern gefällt das.“ Und kein einziger Kommentar.

    Gibt es hier denn niemanden mit Eiern in der Hose? Wenigstens eine Frau, die mal Tacheles redet?

    Gut, von Vielem haben wir keine Ahnung, aber zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kann sich jeder äußern, weil hier jeder (sofern er das „Kopf-Wissen“ beiseite schieben und SELBER genau hinsehen kann) sofort mitreden kann. Denn hier ist unter der genannten Voraussetzung JEDER von uns kompetent.

    Wir alle setzen Schritte, bewegen die Hände und atmen.

    Können wir in der Vergangenheit einen Schritt setzen, etwas bewegen oder einatmen? Können wir in der Zukunft einen einzigen Schritt setzen, etwas bewegen oder auch nur ausatmen? Da bleibt dann wohl nur noch die Gegenwart, oder macht hier jemand andere Erfahrungen?

    Die Gegenwart ist so „lang und breit“, daß wir unser gesamtes Leben „in ihrem Rahmen“ leben können. Nichts anderes geht. Wir haben „nur“ die Gegenwart. Übrigens die selbe, in der auch Jesus lebte und atmete. In ihr können wir lieben und hassen, Freude und Leid erleben und… atmen.

    Den vorigen Atemzug können wir vielleicht gerade noch erinnern, den davor… aber schon nicht mehr. Und einen zukünftigen können wir allenfalls fantasieren.

    Also freuen wir uns bewußt im einzigen Moment unseres Lebens (der immerhin wie ein Wurmloch in die Ewigkeit reicht). Wir haben nur diesen einen.

    Meinen Sonntags-Gruß 🌾
    tippe ich in diesem Moment.
    Alle anderen Buchstaben
    sind bereits unerreichbar.

    – Nirmalo

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  2. Daß ich etwas nicht oder falsch verstehe, ist gut möglich, aber was könnte (wer auch immer) an deinem Satz (der 27 weiteren Bloggern gefällt) falsch verstehen:

    „Die tatsächliche Gegenwart, dieser unendlich kurze Augenblick zwischen Zukunft und Vergangenheit existiert wohl nur in unserer Vorstellung.“

    Demnach… wäre DEIN LEBEN nur eine Imagination. Denn das Leben findet in der Gegenwart statt – oder wir beide leben nicht auf dem selben Planeten. 😎

    Umgekehrt nimmt der Schuh Form an: Du LEBST in der Gegenwart und GLAUBST an die Idee von Vergangenheit & Zukunft. Dabei genießt du die Freiheit, Vorstellungen zu haben.

    Du kannst aber auch ohne Vorstellungen leben. Das übt man beim achtsamen Tun ein: Dann bist du ganz im Moment, im Jetzt, in der Gegenwart, im Augenblick – egal was du tust und was sonst um dich herum geschieht.

    Auch eine Vorstellung (von was auch immer) kannst du nur in der Gegenwart entwickeln. Wenn du an der von gestern etwas verändern möchtest, kannst du das wieder nur in der Gegenwart tun. Auch denken kannst du nur in der Gegenwart.

    Die Gegenwart ist wirklich. HIER und sonst nirgends ist deine Präsenz, hier lebst und atmest du. Vergangenheit & Zukunft sind zwar nützliche Ideen, aber eben nur… Fiktionen.

    Vergangenheit = Erinnerung
    Zukunft = Imagination

    Leben & Sterben… = Gegenwart

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  3. theolounge.blog: „Ich glaube, wir haben da gerade einen anderen Blick auf das Thema.“

    Bist du an der Wahrheit interessiert, oder nicht?

    theolounge.blog: „Ich verstehe wohl schon, wie Du es meinst.“

    Was verstehst du denn? Ich verstehe noch nicht, was du verstehst und was nicht.

    theolounge.blog: „Ich meine es aber von einer anderen Warte aus“

    Kannst du dich in der Vergangenheit an die eigene Nase fassen, oder nicht?

    Das ist doch keine „Ansichtssache“!

    Entweder kannst du, oder du kannst nicht. Das kannst du auch mit niemandem ausdiskutieren. Das kannst du NUR selber ausprobieren. Und dann weißt du´s. Dann hast du es selbst überprüft.

    Kannst du dich in der Zukunft an die eigene Nase fassen, oder nicht?

    Da hilft auch kein Link: Wenn du´s wissen willst, mußt du dich an die eigene Nase fassen und gleichzeitig feststellen, in welcher „Zeitform“ du dich dabei befindest. Tut nicht weh und ist auch gar nicht so schwer.

    Aber es könnte sein, daß du feststellst, daß der Schulweisheit nicht zu trauen ist. 🦊

    – Nirmalo

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    1. Du fasst den Begriff Gegenwart einfach sehr lang. Gegenwart ist für dich beispielsweise das gesamte Leben. Das ist unsere Gegenwart, so wie du es verstehst.(so habe ich dich zumindest verstanden)

      Ich verstehe unter Gegenwart den unendlich kleinen Augenblick, an dem die Zukunft plötzlich zur Vergangenheit wird. Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass es diesen Augenblick defacto eigentlich nicht gibt, sondern wir nur glauben, es gebe ihn. Die Gegenwart, wie ich sie hier denke, ist nur ein Konstrukt unseres Geistes.

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  4. theolounge.blog: „Du fasst den Begriff Gegenwart einfach sehr lang. Gegenwart ist für dich beispielsweise das gesamte Leben“

    Leben groß geschrieben – nein; leben klein geschrieben – ja.

    theolounge.blog: „Ich verstehe unter Gegenwart den unendlich kleinen Augenblick“

    Immerhin ist der Augenblick so lang, daß du in ihm lebst.

    theolounge.blog: „Die Gegenwart, wie ich sie hier denke, ist nur ein Konstrukt unseres Geistes“

    Ja, die Gegenwart, die du „denkst“, ist nur ein Phantasiegebilde. Ich spreche aber nicht davon, sich etwas auszudenken, sondern die sogenannten „Zeiten“ oder „Zeitformen“ PRAKTISCH zu überprüfen.

    Welche der drei „Formen“ ist mit der Wirklichkeit kongruent und welche nicht?

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  5. Gegenwart fühlt weder Vergangenheit, noch Zukunft.
    Unabänderliche Gegenwart ist Wirklichkeit, alles andere Illuion.

    Vergangenheit ist Dampf, Zukunft nur eis. Nur die Gegenwart fließt, ohne Anfang und Ende.
    Deswegen fließt der Weise mit dem Fluß der Zeit, ohne Zeit zu werden.

    Gefällt 1 Person

  6. Das, was Fragen stellt, ist nie das Wissen. Wissen hat Antworten.
    Und das Wissen ist die Seele, nicht das Denken. Das Denken wurde von ihr erschaffen. Für Zeit und Raum.

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        1. Also sagen wir mal so, ich denke, also bin ich, so hätte René Descartes geantwortet. Ob ich nur existiere, weil ich denke, ist schwer zu sagen. Aber es scheinen alle Lebewesen auf unserem Planeten, die aus Fleisch und Blut sind, zu denken, so dass das Denken sicherlich auch mit der Existenz zusammenhängt. Aber der Kern der Existenz steht vermutlich hinter dem Denken und hinter der sichtbaren Welt, er ist wahrscheinlich das, was viele Menschen die Seele nennen.

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