Flüchtlingslager auf Lesbos. Mitnichten weihnachtlichen Zustände.

Gestern berichtete das Heute-Journal über die Zustände im griechischen Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos.

Es wurde eine Ärztin zum Thema interviewt, die sinngemäß sagte, sie halte die Arbeit dort nicht mehr aus. Wenn in Afrika in irgendeinem Land im Dschungel ein Mensch sterbe, weil ein Medikament nicht beschafft werden könne, sei das tragisch, aber man müsse es eben hinnehmen. Im Flüchtlingslager Lesbos hingegen gebe es keine medizinische Versorgung für die Kinder und die Erwachsenen, obwohl es sich mitten in der EU befindet.

Der Tenor des Berichtes war, dass man davon ausgeht, dass durch diese Zustände, die von der Regierung offensichtlich nicht verbessert werden, verhindert werden soll, dass weitere Flüchtlinge dorthin flüchten.

Allerdings ist es so, dass niemand seine Heimat, sein gesamtes Hab und Gut und alle Sozialkontakte einfach so zurücklässt, nur um in ein anderes Land zu flüchten.

Der Grünen-Chef Robert Habeck forderte, tausende Flüchtlingskinder aus diesem Lager aufzunehmen. Auch der EKD Ratsvorsitzende Bedford-Strohm sagte sinngemäß, wenn der Staat es nicht schaffe, in diesem Flüchtlingslager humanitäre Zustände herzustellen, dann müsse man helfen.

Man kann nicht guten Gewissens darauf warten und sich darauf zurückziehen, dass doch irgendwann einmal eine gesamteuropäische Lösung gefunden werden müsse. Denn bis die gefunden ist, dürften wohl einige Menschen aufgrund der dort herrschenden Zustände sterben.

Ein einziger Mensch, der stirbt, ist aber genau einer zuviel. Egal, ob er nun Flüchtling ist oder Bürger der EU. Mensch ist Mensch. Während wir hierzulande zu Weihnachten unsere Bäuche mit süßen und salzigen Köstlichkeiten vollschlagen und in unseren Behausungen rührselige Weihnachtsfilme schauen, sieht es in diesem Flüchtlingslager ganz anders aus. Im sogenannten christlichen Europa. Zu Weihnachten, dem Fest der Christenheit.

Flüchtling werden ist nicht schwer, Flüchtling sein dagegen sehr.


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