Wenn man in der Mensa sitzt und sich asiatische Nudeln mit Gemüse bestellt hat und dann feststellt, dass diese extrem viel Fleisch enthalten, obwohl man doch eigentlich annahm, dass das Ganze ein vegetarisches Gericht sein sollte, und wenn man dann, nachdem man das Fleisch gekostet hat, dieses Fleisch aussortiert und an den Tellerrand legt, diesen ganzen Fleischberg, weil es irgendwie nicht so sonderlich lecker ist, und wenn dann ein anderer Kollege kommt, der genau dasselbe Gericht dabei hat und dann das Fleisch, das man auf seinem Teller aussortiert hat, sieht, und einen fragt, ob mit dem Essen irgendwas nicht stimme, und wenn man dann antwortet, nein, alles okay, man habe nur irgendwie keine Lust auf dieses Fleisch gehabt, und wenn er dann meint, er sei doch so leicht zu beeinflussen, wenn man dann selber aber meint, alles nicht so schlimm, man könne das schon essen, man habe nur aus irgendwelchen Gründen keine Lust darauf gehabt, dann merkt man, dass es einem nicht nur selbst so gegangen ist mit dem Fleisch. Mit dem Fleisch, das irgendwie so komisch geschmeckt hat.
In diesem Zusammenhang frage ich mich eigentlich, wo Frau Meier ist, die mit dem Koch immer im Streit lag. Schon lange Tage hatte ich sie nicht mehr gesehen. Seit Wochen weiß ja keiner, wo sie steckt. Auch ungewöhnlich, dass der Koch die Tiefkühltruhe mit einem Schloss gesichert hat in der letzten Zeit. Ebenfalls ein wenig seltsam, dass eigentlich alle vegetarischen Gerichte neuerdings so viel Fleisch enthalten. Auch diese Gemüsesuppe, die es seit Wochen gibt und über die man nicht Parmesankäse, sondern dieses neuartige, aber angeblich so gesunde Knochenmehl streut, ist für die deutsche Küche ja eher ungewöhnlich. Und zur Frühstückspause statt den gewohnten Leberkäsesemmeln dann diese neuartigen Hirnwurstbrötchen, man macht sich ja so seine Gedanken. Na ja, wird schon nichts zu bedeuten haben. Wird schon wieder auftauchen, die Frau Meier. Oder.



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