Gestern vor 60 Jahren wurde die Figur des Sandmanns oder auch des Sandmännchens ins Leben gerufen.
Und zwar in der DDR, also Ostdeutschland. Zwei Wochen vorher wurde im westdeutschen Rundfunk, also in der Bundesrepublik Deutschland, angekündigt, dass demnächst eine neue Serie entstehen solle, das Sandmännchen, das Kinder abends vor dem ins Bett gehen im Fernsehen noch anschauen könnten. In der DDR hörte das der Chef des Fernsehfunks und entwarf, um dem Westen zuvorzukommen, schnell und in Windeseile die Figur des Sandmanns. Die DDR hatte also das Rennen gemacht. Der Sandmann wurde eine originär ostdeutsche Kreation, die in Westdeutschland nicht ausgestrahlt werden durfte.
Somit wurde das Sandmännchen also in der DDR geboren und wurde zum Exportschlager in viele Länder. Es reiste gewissermaßen um die halbe Welt, was die Bewohner der DDR-Diktatur ihrerseits natürlich nicht durften. Nicht nur die Kinder träumten vom Sandmännchen, auch die Bürgerinnen und Bürger der DDR packte vermutlich immer mal wieder ein wenig das Fernweh, das ihnen von Staats wegen verboten war.
Seit dem Mauerfall 1989, als das diktatorische Regime der DDR zusammenbrach, konnte man das Sandmännchen auch in Gesamtdeutschland, also auch in der Bundesrepublik, sehen. Sehen kann man es heute übrigens immer noch, und wenn man es mal ganz eilig hat, schaut man einfach bei YouTube. Denn über YouTube macht es heutzutage von seiner Reisefreiheit weltweit Gebrauch.


