Gestern war der britische Premier Boris Johnson in Luxemburg zu Gast bei Jean-Claude Juncker, dem Präsidenten der europäischen Union.
Herr Junker hatte wohl in gewisser Vorahnung die Pressekonferenz am Ende der Gespräche, die dort gehalten wurden, nicht in einen hübschen Saal verlegt, sondern nach draußen, wo man auch Demonstranten gegen den Brexitkurs der britischen Regierung hätte wahrnehmen können. Hätte. Denn der Englishman, Mr. Johnson, machte die Fliege und nahm reißaus, zu einer Pressekonferenz war nur noch ein Vertreter der EU anwesend.
Im Gepäck hatte Boris Johnson angeblich unglaublich tolle Pläne für seinen Brexit, die er aber entweder so geheim hält, dass nur er sie kennt, oder die nicht wesentlich von dem abweichen, was bisher immer postuliert wurde: Großbritannien will raus aus der EU, keine Beiträge mehr zahlen, danach aber besseren Zugang zu den europäischen Märkten haben und mehr Vorteile als alle anderen EU Mitglieder, zudem solle, auch, wenn es Bürgerkrieg geben könnte, die Grenze zwischen Nordirland und Irland möglicherweise geschlossen werden. Ein Plan, so great. Big Dealmaker.
Egal. Dauert wahrscheinlich noch ein paar Jahre, bis da was weiter geht. Vielleicht werden die Krisengipfel, die immer kurz vor dem jeweils angesetzten Brexittermin stattfinden, über die nächsten Jahrzehnte auch zu einer Art Tradition, die man in mehreren hundert Jahren noch feiern und begehen wird – ähnlich wie Weihnachten vielleicht. An diesem Termin wird man dann nicht an den Weihnachtsmann denken, sondern an den Englishman.



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