Vor der Europawahl: riesige Desinformation auf Facebook

Die Nichtregierungsorganisation, NGO, Avaaz, machte in einer Recherche deutlich, dass kurz vor der Europawahl auf Facebook derartig dramatische Desinformationskampagnen laufen, dass die Demokratie in Deutschland und Europa in ernste Gefahr geraten könnte.

In Deutschland machte die Organisation etwa hundertdreißig Accounts aus, die untereinander verlinkt waren und sich gegenseitig Likes verschafften und so die Bälle zuschossen, sodass sie dem Algorithmus von Facebook vorgaukelten, relevant zu sein und somit immer weiter im Ranking nach oben gepusht wurden.

Einige von diesen Accounts gehörten ins Umfeld der rechtspopulistischen bis rechtsextremen deutschen Partei AFD. Auf einigen Accounts wurden auch rechtsextreme Zeichen gefunden, zudem wurden Falschmeldungen, beispielsweise über Angela Merkel, verbreitet.

Facebook löschte nach dem Bekanntwerden diese Accounts zügig. Allerdings sei es nötig, so Avaaz, dass die Nutzer darüber informiert werden müssten, dass sie Falschinformationen gelesen und womöglich geteilt haben.

Europaweit ist ähnliches im Gange. Im Visier sind aktuell etwa 500 Facebook-Profile, es könnten aber noch weit mehr sein. Diese Profile hatten in den letzten Monaten 32 Millionen Menschen erreicht und 67 Millionen Interaktionen erzielt, und zwar oftmals mit gezielten politischen Falschmeldungen.

Insgesamt gab es in Europa offenbar ca. 500 Millionen Falschmeldungen, die auf Facebook in der letzten Zeit aufgerufen wurden.

Auch ein Video ging viral, das eigentlich aus einem Spielfilm stammt, aber behauptet, Migranten in Italien würden ein Polizeiauto demolieren. Zudem wurde in einer Geschichte in Polen behauptet, wandernde Taxifahrer würden europäische Frauen vergewaltigen, was ebenfalls der bloßen Fantasie entsprungen ist.

Diese Falschinformation ist zwar schon lange bekannt, das schützt aber nicht davor, dass sie brav weiter verbreitet werden.

Wenn Sie also auf Facebook oder Twitter unterwegs sind, überlegen Sie bitte dreimal, was Sie teilen und somit vielen anderen Leuten zur Verfügung stellen.

Und noch ein Tipp, verwenden Sie bitte nicht Facebook oder Twitter als Ihre einzigen Informationsquellen, weil der Algorithmus dort Ihnen immer wieder Inhalte liefert, die Sie interessant finden. Das heißt, Sie kommen immer mehr in eine Filterblase, die Sie dann für die Wirklichkeit halten. Verwenden Sie stattdessen, um sich zu informieren, seriöse Medien, online oder auch als Printausgabe. Ganz besonders jetzt, wenn es an die Wahlurne geht, aber auch generell.

Hier können Sie mehr zum Thema lesen.


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Kommentare

3 Kommentare zu „Vor der Europawahl: riesige Desinformation auf Facebook“

  1. Klingt ähnlich wie die Beeinflussung der letzten US-Wahlen durch Cambridge Analytica.

  2. Ja, wer weiß, wer dahinter steht. Aber es findet offenbar statt. Recht massiv.

  3. […] auch nicht ausschließlich über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, denn dort werden aktuell ganz extrem Falschinformationen gestreut, um Sie zu Wahlentscheidungen zu bringen, die Sie bei Kenntnis aller Fakten wohl nie treffen […]

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