Wir erleben gerade das deutsche Gesundheitssystem von seiner unkoordinierten Seite.
Eine ältere Dame, fast schon 80, sollte operiert werden. In einem öffentlichen münchner Klinikum.
Vor einigen Wochen hatte sie einen Termin für die Operation, kam ins Krankenhaus und wartete auf ihrem Zimmer etwa zehn Stunden lang, bis ihr der Arzt abends gegen 18 Uhr offenbarte, dass sie morgen leider nicht operiert werden könne.
Nun vor ein paar Tagen ein nächster Termin. Dort wieder dasselbe. Nach etwa 10 Stunden auf dem Patientenzimmer, das man ja auch nicht verlassen konnte, weil man den Arzt sprechen wollte und ihn sonst nicht hätte antreffen können, wurde ihr abends gegen 18 Uhr mitgeteilt, dass der Operationstermin am nächsten Tag leider nicht klappe.
Man fuhr nach Hause und während der Rückfahrt, nachdem man etwa schon 20 Minuten lang im Auto saß, kam ein Anruf von der Station, dass man am nächsten Tag nun doch operieren könne, vormittags.
Man fuhr also wieder zurück, am nächsten Tag aber das gleiche. Die alte Dame musste wieder im Patientenzimmer ausharren, ob denn die Operation stattfindet. Als es 14 Uhr war und sie seit 16 Stunden keine Flüssigkeit mehr zu sich genommen hatte, weil ja die Operation anstand, bekam man mitgeteilt, dass man wohl nicht mehr mit einer Operation rechnen könne. Ich organisierte es, dass sie eine Infusion bekam, denn die Hände waren schon wegen der Dehydrierung ganz verschrumpelt. Gegen Abend dann die Auskunft, dass sie nun heute operiert werden solle. Dieser Termine scheint nun endlich zu klappen. Der dritte Anlauf.
Für einen 30 oder 40 Jährigen mag so etwas in Ordnung, wenn vielleicht auch ärgerlich sein, für jemanden, der knapp 80 ist, ist das aber eine ganz erhebliche gesundheitliche und psychische Belastung.



Kommentar verfassen