Der Unterschied zwischen Wollen und Mögen

Manche Dinge will man, man mag sie aber nicht. Manche Dinge will man und mag sie, manche Dinge will man nicht und mag sie auch nicht und manche Dinge will man nicht, mag sie aber.

Sind sie noch bei der Sache? Hier ein paar Beispiele.

Angenommen, man fragt einen Schüler, ob er gerne in die Schule geht.

Willst du in die Schule gehen? Ja, denn dort bekomme ich eine Ausbildung.

Magst du es, in die Schule zu gehen? Nein, nicht so gerne, denn es ist anstrengend.

Anderes Beispiel. Alkohol.

Willst du Alkohol trinken? Nein, nicht so gerne, denn ich weiß, zu viel Alkohol ist nicht gerade gesundheitsförderlich.

Magst du es, Alkohol zu trinken? Ja, denn er entspannt und man wird lustig und es ist mit Alkohol und anderen Leuten oft gesellig.

Beispiel Nächstenliebe.

Willst du deinen Mitmenschen helfen, selbst, wenn du sie gar nicht kennst? Ja, weil ich weiß, dass das prinzipiell etwas Gutes ist.

Magst du es, in dieser Art Mitmenschen zu helfen? Nicht so gerne, denn es ist mit Aufwand und Mühen verbunden.

Oder die Feindesliebe.

Willst du deine Feinde lieben? Ja, prinzipiell will ich es versuchen, wenngleich ich weiß, dass es fast unmöglich ist.

Magst du es, deine Feinde zu lieben? Nein, ich hasse es, denn sie sind meine Feinde.

An was soll man sich also orientieren im Leben, am Wollen oder daran, ob man etwas mag?

Es kommt drauf an. Speziell wenn es um andere Menschen geht, ist das Wollen wohl das Wichtige. Will man anderen helfen? Ja. Weil es richtig ist.

Aber auch bei einem selber ist das Wollen oft wichtig. Will man ein Studium machen? Ja, weil man sich selbst auch lieben und wichtig nehmen soll und wenn man ein Studium oder eine andere Ausbildung macht, investiert man in ein gutes Leben, das man führen kann. Man achtet also auf sich selbst.

Anders ist es, wenn es darum geht, sich einmal selbst zu entspannen.

Willst du einen Urlaub in den Bergen machen und dort wandern gehen? Ja, meinetwegen, die Familie will es ja.

Machst du so einen Urlaub gerne? Nein, ich hasse ihn. Ich hasse Wandern.

In diesem Fall sollte man auf sich selber achten. Denn hier geht es darum, sich selbst auch etwas entspannen zu können. Vielleicht findet man einen dritten Weg, der für alle passt. Ein Gebiet, in dem es beispielsweise möglich ist, Baden und gleichzeitig im Gebirge Wandern zu gehen.

Das Wollen ist also wichtig im Leben, es ist aber auch wichtig, auf sich selbst zu hören in manchen Situationen und zu schauen, was einem selbst gut tut.

Das Wollen unterscheidet sich somit vom Mögen darin, dass man beim Wollen innerlich weiß, dass es richtig ist. Das Mögen dagegen hat etwas mit Lust und Freude zu tun. Die angemessene Kombination aus beidem zu finden ist die hohe Kunst im Leben.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Der Unterschied zwischen Wollen und Mögen“

  1. […] über Der Unterschied zwischen Wollen und Mögen — theolounge.blog […]

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