Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien

Vor kurzem war die deutsche Öffentlichkeit etwas geschockt, als der saudische Journalist Khashoggi in der istanbuler Botschaft von Saudi-Arabien offenbar geplant und gewaltsam auf Auftrag des saudischen Kronprinzen hin ums Leben gebracht wurde.

Auch die Weltöffentlichkeit schaute hin und man bemerkte auf einmal, dass Saudi-Arabien ja schon seit Jahren einen blutigen Krieg gegen den Jemen führt, wo aufgrund des Krieges Millionen Menschen zu verhungern drohen.

Der Bundeskanzlerin Angela Merkel platzte daraufhin der Kragen, was bei ihr schon selten ist, und sie machte öffentlich deutlich, dass es erstmal keine deutschen Waffenexporte mehr nach Saudi-Arabien geben werde (obwohl man das billige Erdöl von dort ja schon zu schätzen weiß).

Das beeindruckte die deutsche Waffenindustrie vielleicht ein bisschen. Aber egal, die Waffenschmiede Rheinmetall beispielsweise lässt schon seit einiger Zeit vorsorglich Bomben nicht mehr in Deutschland herstellen, sondern auf Sardinien. Denn die italienische Regierung hat kein Problem damit, dass Bomben nach Saudi-Arabien exportiert werden. Und so könnte es auch mit anderen deutschen Rüstungsunternehmen sein, wie eben auf dem Infosender „B5 aktuell“ zu hören war.

Tja. Da ist man sprachlos. Aber überrascht eigentlich nicht.

Die deutsche Waffenlobby und Rüstungsindustrie möchte sich allerdings nur ungerne reines Profitdenken und Geldgier nachsagen lassen und will nun in einer einzigartigen Charmeoffensive das Image der Waffen verbessern. So soll auf jede Bombe künftig ein Warnhinweis dergestalt aufgeklebt sein:

„Vorsicht, nur in gerechten Kriegen einsetzen! Die Detonationskraft dieser Bombe kann die Gesundheit von Menschen nicht unwesentlich beeinträchtigen! Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage.“

Ein anonymer Sprecher der Waffenlobby dazu: „Nicht die Bombe an sich ist böse, sondern der Mensch, der sie abwirft. Und unsere Bomben sind auch eher für Liebhaber gedacht und nicht dazu, sie in irgendeinem Krieg zu verwenden. Da könnten ja möglicherweise Menschen sterben. Grauenvoller Gedanke. Aber ich glaube auch nicht, dass irgendjemand unsere Bomben kauft, um damit einen Krieg zu führen. Wer würde sowas denn machen. Das ist doch verboten.“


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