Wenn man in die Sixtinische Kapelle geht

…dann möchte man normalerweise Michelangelos Adam sehen, der gerade von Gott berührt und zum Leben erweckt wird. Doch sind Wunsch und Realität manchmal zwei unterschiedliche Dinge. Zuerst einmal heißt es, dort hinzukommen.

Und wenn man so durch die Vatikanischen Museen pilgert, ist man manchmal auch nicht ganz alleine. Zudem wird man von verschiedenen Werbeeinblendungen in Form von Exponaten und Ausstellungen und Kunstwerken und Malereien derart überfrachtet, dass man bisweilen schon wieder vergisst, weshalb man eigentlich hier ist.

Hat man sie dann aber endlich erreicht, die ominöse Sixtinische Kapelle, in der ja immer mal wieder auch eine Papstwahl stattfindet, heißt es dort rapido, rapido, silencio, bitte nicht stehen bleiben, leise sein, gehen Sie bitte weiter, es gibt hier nichts zu sehen.

Wenn man Glück hat, kann man sich irgendwo in der Mitte hinstellen und verankern, ohne von dem Besucherstrom mitgerissen zu werden, und wenn man dann noch mehr Glück hat und den Kopf derart in den Nacken legen kann, dass man Adam irgendwo am Firmament tatsächlich erblickt, darf man sich als glücklich schätzen.

Sollte einem dies nicht vergönnt sein, hat man kurz darauf im Fanshop die Möglichkeit, ein Bildband zur besagten Malerei käuflich zu erwerben. Denn Fotografieren es dort streng verboten, natürlich.

Ein Erlebnis ist das Ganze trotzdem, da man doch einmal die Räumlichkeiten begutachten kann, in denen die Päpste so lustwandeln. Ob diese dann allerdings ihre Exponate tatsächlich auch immer mal wieder betrachten, sei einmal dahingestellt, zumal bei der Fülle überhaupt nicht klar ist, wo ein Papst dann welches Exponat wiederfinden möchte, wenn es ihnen gerade danach gelüsten sollte. Egal.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Wenn man in die Sixtinische Kapelle geht“

  1. sehr beeindruckend

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