Integration bedeutet, dass andere Menschen sich in eine wie auch immer als Mehrheit vermutete Gesellschaft eingliedern und anpassen sollen. Sie sind in der Bringschuld, wenn man das Wort Integration benutzt.
Ehrlicher wäre es wahrscheinlich, wenn man, gerade in pluralistischen Gesellschaften wie in Europa, von Zusammenleben spricht. Zusammenleben kann man anbieten.
Wenn jemand Integration verlangt, ist das nämlich eine ziemliche Vereinnahmung von anderen Menschen aufgrund vermuteter Werte, die diese anderen Menschen dann auch bitte zu teilen hätten.
Es gibt in der Tat einige Werte, die nicht verhandelbar sind, so z. B. das deutsche Grundgesetz.
Darüber hinaus ist es jedoch das Wesen einer pluralen und demokratischen Gesellschaft, dass jeder, innerhalb des Rahmens des Grundgesetzes und der anderen juristischen Rechtsvorschriften natürlich, sein Leben so gestalten kann und darf, wie es ihm oder ihr beliebt. Er muss sich nicht integrieren (wo hinein denn auch, wer ist denn bitte die sogenannte Mehrheitsgesellschaft und was macht sie aus?), sondern es geht um friedliches und respektvolles und rücksichtsvolles Zusammenleben. Dieses jedoch kann man dann in der Tat legitim einfordern.



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