Heute schon auf Facebook gewesen? Und ein paar Katzenfotos angeschaut? Sich ein bisschen übers Wetter unterhalten, aufgeregt über Trump oder Erdogan oder Putin oder sonst wen, ein Like abgegeben für den Weltfrieden, einen gegen die Atomkraft, ein lol kommentiert unter einen Witz?
Und dasselbe dann über WhatsApp, vielleicht in einer Gruppe?
Wenn man heute doch so multimedial kommunizieren kann, wenn man zudem durch Newsapps mit Nachrichtenheadlines nur so überschüttet wird und in einem Meer von News schwimmt, braucht man da überhaupt noch Blogs?
Der Vorteil an Blogs gegenüber Facebook und anderen ähnlichen Netzwerken ist beispielsweise, dass man die alten Blogposts tatsächlich auch noch mal wiederfindet. Bei Facebook verschwindet alles auf Nimmerwiedersehen in der Timeline.
Man hat bei Blogs eine Suchfunktion, man hat ein Archiv, man kann auch nach Monaten suchen.
Und auf einem Blog ist alles ein wenig überlegter und hübscher dargestellt, als nebenbei mal schnoddrig bei Facebook gepostet. Fotos sucht man sich in der Regel doch ein wenig genauer aus, die man auf einem Blog verewigt wissen will, und Texte sind meistens dann auch ein Stückchen länger als gerade mal der eine Satz, den man auf Facebook kommentiert hat oder als kurze Statusangabe gepostet.
Und wie sieht es aus mit den News?
Auch, wenn man Nachrichten in Hülle und Fülle lesen kann, sind Blogs doch noch etwas anderes. Sie sind persönlicher, denn hier mischt sich persönliche Meinung und Sichtweise mit Nachrichten aus aller Welt. Blogs bieten einen persönlichen Blick in die Welt, der eine persönliche Zielsetzung und Ausrichtung als Grundlage hat.
Nachrichten in Newsportalen sind möglicherweise neutraler, wobei die Neutralität auch mit einem Fragezeichen versehen werden muss. Denn auch Zeitungen und andere Medien treffen eine Auswahl von Meldungen, die ihnen wichtig erscheinen.
Blogs bieten also mehr als beispielsweise Facebook und einen persönlicheren Blick in die Welt, als Newsportale es können.
Deswegen sind sie, denke ich, nach wie vor aktuell und haben auch ihre Berechtigung in der Medienwelt.



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