Nach der Diät ist vor der Diät?

Abnehmen möchten viele Menschen, wenige schaffen es aber. Zumindest dauerhaft. Dabei ist die Sache einfach, wobei sie auch kompliziert ist. Zunächst einmal muss man wissen wie, dann muss man wissen ob. Also ob man das wirklich möchte. Die letzte Frage klingt albern, ist aber wohl die wichtigste. Denn Abnehmen beginnt im Kopf. Möglicherweise gibt es manche Menschen, bei denen aufgrund einer Krankheit ein Abnehmen kaum möglich ist. Diese Menschen meine ich hier natürlich nicht. Aber bei allen gesunden Menschen, die Übergewicht haben, ist es im Grunde möglich, abzunehmen, wenn sie es denn wollen. Wollen. Das ist der Punkt.

Wenn man entschieden hat, man will abnehmen, braucht man eine Messmethode. Heutzutage bieten sich dafür viele Apps an, gute Erfahrungen habe ich mit yazio gemacht. Das ist keine Schleichwerbung, ich bekomme kein Geld dafür. Die App fand ich vor allem aus dem Grund ansprechend, weil sie einem abriet, mehr als 500 g die Woche abzunehmen. Denn alles, was beim Abnehmen schnell geht, hat in der Regel einen Jojo-Effekt. Man trainiert dann nur auf den Zeitpunkt hin, z.b. 10 kg weniger zu haben, und glaubt, danach könnte man wieder essen wie ein Weltmeister. Ist natürlich eine Fehlanzeige. Stattdessen muss man eine Änderung in den Essgewohnheiten bewerkstelligen, die eben auch nur langsam vonstatten geht. Früher hatte ich es erstmal mit dem kostenlosen CaloryGuard pro versucht, auch nicht schlecht, aber bei yazio, für welche App man ein paar Euro jeden Monat zahlen muss, zumindest wenn man die Premium-Version haben will, erhält man täglich sinnvolle Ernährungstipps und zudem kann man die App beispielsweise mit dem Google Smartphone derart koppeln, dass Bewegungen wie Radfahren oder Spaziergänge gleich als Bewegung verbucht werden, gewissermaßen als ein Minus bei den Kalorien.

Und dann muss man messen. Bei jeder Mahlzeit sollte man zu Beginn zumindest eine kleine Küchenwaage neben sich stehen haben, um ein Gefühl für die Mengen zu bekommen, die man da täglich isst. Wenn man beginnt, sie abzuwiegen, verlangsamt sich dadurch einerseits das Essverhalten, andererseits isst man bewusster. Im Restaurant schätzt man ab. Mit der Dauer wird man in dieser Hinsicht recht routiniert und es kostet auch nicht mehr sonderlich viel Zeit. Und dann muss man den Willen haben, ein solches System nicht nur ein paar Monate zu betreiben, sondern im Grunde ein Leben lang. Mit welcher App auch immer oder mit welcher Methode auch immer. Und die letzten beiden Tipps wären Vollkornprodukte und Sport. Wann kommt man aber schon zum Sport in der Woche, wenn man berufstätig ist? Eben. Das ist schwierig. Man kann aber Sport in den Alltag integrieren, indem man oftmals nicht das Auto nimmt, sondern das Fahrrad. Indem man eine Station früher aus der U-Bahn aussteigt oder eine Station später in die S-Bahn oder den Bus einsteigt und dann zu Fuß geht. Das ist nämlich auch Sport. Und das ist täglicher Sport, wohingegen das einmalige Joggen alle drei Wochen kaum ins Gewicht fällt. Selbst, wenn man dann eine Stunde Joggen würde. Und viele Leute haben auch das Gefühl, wenn sie ausgiebig Sport gemacht haben, danach reinhauen zu können wie ein Mammut. Aber auch das ist ja nicht im Sinne des Erfinders, sondern man soll lernen, das zu essen, was man braucht, um satt zu sein. Nicht, um sich massiv voll zu fühlen. Und hier kommen dann Vollkornprodukte ins Spiel, die wesentlich länger satt halten, als Produkte aus weißem Mehl. Und wenn man all diese Erkenntnisse gelesen hat, muss man sich eben die Frage stellen, ob man will. Falls man ja sagt, kann man anfangen, falls man sich noch nicht sicher ist, darf man gerne noch warten, sonst wird das Ganze nämlich ein Frustgeschäft. Wer will, wird es schaffen, wer nicht will, darf gerne warten. Bis sie oder er vielleicht einmal will.

Ach ja, und falls sie es wollen, gönnen Sie sich einmal in der Woche einen cheatday. Einen Tag, an dem Sie es nicht so genau nehmen. Das bewahrt Sie vor Fressattacken. Und sollten Sie doch einmal ein oder mehrere Tage zu viel gegessen haben, machen Sie danach ganz normal weiter. Das kann passieren. Von Intervallfasten übrigens wird abgeraten, also davon, z.b. an einem Tag eine Mahlzeit auszulassen. Denn der Körper schaltet dieser Theorie zufolge, die ich hier dargestellt habe, dann auf Speichermodus und lagert alles in den Fettzellen ein, was er bekommen kann. Stattdessen soll man auf jeden Fall 3 mal täglich essen, nachmittags am besten auch noch etwas Obst zusätzlich.

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