Jeden Tag ist nun „Trump-Show“

Trump beleidigt den australischen Außenminister und legt beim Telefonat einfach auf. Kein Problem, ist halt der Trump. Er schiebt einen Tweet nach, weil er das Abkommen mit Australien so ungeheuerlich findet, dass die USA doch glatte 1250 Flüchtlinge aufnehmen sollen. Kein Problem, ist eben der Trump. Er telefoniert mit Putin, welcher zwei Stunden später die militärische Offensive in der Ostukraine massiv ausweitet und die stärksten Kämpfe seit Monaten liefert. Kein Problem, ist eben der Trump. Trumps rechtsradikaler Chefstratege Stephen Bannon warnt China vor einem Krieg. Kein Problem, Trump ist eben so. Und mit dem Iran ist man auch gleich wieder im Krieg. Egal, Hauptsache, man hat einen auf starken Mann gemacht.

Die Medien, welche immer auch auf ihre Verkaufszahlen schielten, haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Trump heute Präsident ist, indem sie ihm gewissermaßen den Klassenclown abkauften und ihm gewaltige Medienzeit einräumten, die letztlich Werbung für ihn war. Mittlerweile müssen sie über ihn berichten, denn ein Rückzug nun hieße ja, dass niemand mehr sein Verhalten zumindest ansatzweise einer gewissen Kontrolle unterzieht.

Besonders in Deutschland haben viele Menschen ein großes Unwohlsein bei einem solchen Verhalten, wie es der Herr Präsident an den Tag legt. Vor 84 Jahren trat ein skrupelloser und ideologisch verblendeter Demagoge in Deutschland auf, der die Welt in einen gigantischen Weltkrieg stürzte. Und am Schluss machte er sich aus dem Staub und nahm sich das Leben. Niemand mehr da, um ihn zur Verantwortung zu ziehen.  Und was hätte es auch genutzt? Hätte es das millionenfache Leid wieder ungeschehen gemacht? Nein. Aber in seiner Rhetorik und seiner Propaganda war jeden Tag was los. Wer sich ihm anschloss, war auf der guten Seite. So hieß es. Und Feindbilder gab es auch zur Genüge. Wir, die Guten, die, die Bösen. Gut gegen Böse. Das Freund-Feind-Schema hatte einwandfrei funktioniert, um ein ganzes Volk zu hypnotisieren. „Germany first“ hieß es damals.

Lindenstrasse und Netflix kann man sich heutzutage sparen, jeden Tag ist neuerdings „Trump-Show“. Und wahrscheinlich wird es so weitergehen. Bis zum „Trump-Showdown“, wie auch immer der aussehen mag. Entweder steht die Welt am Schluss nicht mehr, oder Herr Trump ist nicht mehr Präsident. Aber aus welchem Grund sollte ein politisches Genie wie er auf die Idee kommen, irgendwann nicht mehr Präsident zu sein?


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