Die Krise der katholischen Kirche kommt zur Unzeit

vaticanDie Welt bräuchte dringend den moralischen Rückhalt einer Weltkirche. Ein Gastbeitrag von Harald Braun, Staatssekretär des Auswärtigen Amts in Berlin.

Kaum ein Tag, an dem nicht kritische Berichte über den inneren Zustand der katholischen Kirche in den Medien erscheinen. Im Monatsrhythmus machen Themen wie Missbrauch an Schulen, Zurückweisung von Vergewaltigungsopfern  an Kliniken, Diskriminierung von homosexuellen und geschiedenen Mitarbeitern katholischer Einrichtungen Schlagzeilen. Die Tageszeitung DIE WELT titelte am 25. Januar auf Seite eins „Katholiken verlieren die Geduld mit ihrer Kirche“ und berichtete von einer Studie, der zufolge Kirchenglieder zunehmend gegen  Zölibat, Sexuallehre, Laienausgrenzung und den Umgang mit Missbrauchsfällen rebellieren. Die Institution katholische Kirche und die Katholiken in Deutschland entfremden sich  voneinander.

Kann uns Protestanten das egal sein? Sollten wir uns gar heimlich darüber freuen? Meine Antwort ist ein  ganz energisches Nein.>mehr.

> Acht verlorene Jahre?

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Kommentare

Ein Kommentar zu „Die Krise der katholischen Kirche kommt zur Unzeit“

  1. Avatar von Besucher
    Besucher

    Richtig! Krisen kommen eigentlich immer recht ungelegen, man könnte fast sagen zur Unzeit.

    Das interessante ist, dass die Krise ja keine Kirchenkrise ist (weil die Kirche ja aus Klerus UND Gläubigen besteht, auch wenn das im Klerus nicht so gerne gehört wird) und auch keine Krise des Glaubens, weil die Sehnsucht nach Transzendenz und Spiritualität ungebrochen ist. Die Befriedigung der Sehnsüchte läuft nur nicht mehr über die Kirchen und deren Glaubensbeamtenschaft.
    Eigentlich ist die Krise eine Krise der katholischen Hierarchie und das ist eine gute und gleichzeitig eine schlechte Nachricht.
    Gut deshalb, weil die Kirchenhierarchie, im Gegensatz zur Gemeinde der Gläubigen, eine überschaubare Anzahl an Menschen umfasst, die noch dazu ganz vortrefflich, in einem auf Befehl und Gehorsam fußenden, fast möchte ich sagen feudalem, real einer absolutistisch verfassten Monarchie, System organisiert sind. Dieses System müsste bedeutend einfacher zu verändern und zu reorganisieren sein, als die riesige Gemeinschaft der Gläubigen.
    Und das ist gleichzeitig die schlechte Nachricht dabei. Nichts ist so schwer zu verändern, wie ein Beamtenapparat, der auf so eingefahrenen Bahnen läuft und so stockkonservativ, ja reaktionär besetzt ist, wie die römisch katholische Hierarchie. Einer hat es in den letzten Jahrhunderten versucht, ist aber an seinen Nachfolgern, die einen außerordentlich erfolgreichen, konservativen rollback durchgesetzt haben, gescheitert.
    Und jetzt haben wir sie da, die Krise; und sie wird uns noch sehr, sehr lange erhalten bleiben, weil die Lösung der Krise eine grundlegende Veränderung voraussetzt. Und das wird nicht passieren. Leider. Oder Gott sei Dank. Je nach Standpunkt.

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