Josef Bordat. Paul Badde fasst in der Welt die Erkenntnisse rund um den Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei zusammen. Anlass ist der zwanzigste Jahrestag seiner (also: Galileis) Rehabilitierung durch den Vatikan.
Der Text bringt kaum Neues, ist aber trotzdem lesenswert, macht er doch einmal mehr deutlich, dass der Galilei-Prozess nicht die vermeintliche Bruchstelle zwischen Kirche und Wissenschaft (oder gar Religion und Vernunft!) ist, als die er so oft und gern herbeizitiert wird, sondern vor allem die Differenz von Theorie und Tatsache verdeutlicht, einen Unterschied, auf den die Kirche (insbesondere deren Verfahrensbevollmächtigter Robert Kardinal Bellarmin) im Gegensatz zum Angeklagten größten Wert legte, eine Haltung, die auch von der gegenwärtigen Wissenschaftsphilosophie eingefordert wird – von der Wissenschaft bzw. dem Wissenschaftler.
Ob Karl Popper, Paul Feyerabend oder Carl Friedrich von Weizsäcker – sie alle billigen der Kirche des 17. Jahrhunderts zu, was der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts selbstverständlich werden sollte: Eine Theorie ist keine Tatsache.>mehr.
foto: Brett Gullborg,brett gullberg,flickr.com



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