Dachau. Gestern wurde Tilman Turk gerade mal 31 Jahre alt. Meine Frau kannte ihn entfernt aus dem Jurastudium. Ein Wahnsinniger hat ihn erschossen, weil er ein Jahr auf Bewährung bekommen sollte.
Die bayerische Justizministerin Beate Merk gibt sich tief betroffen, meint aber, man könne ja doch nicht aus jedem Gerichtsgebäude eine „Trutzburg“ machen. – Nun ja, darum geht es ja auch gar nicht. Denn ähnliche Vorfälle gab es ja bereits. Zwar nicht unbedingt mit einer Schusswaffe, aber auch mit Gewalttätigkeit und Waffenbesitz im Gerichtssaal.
Wie wäre es, wenn man dann aus der Betroffenheit auch mal eine Konsequenz ziehen würde (zum Beispiel als Justizministerin): dass Anwesende einer Gerichtsverhandlung auf Waffen untersucht werden beispielsweise – am besten sogar vor einer Verhandlung? Mit „Trutzburg“ hätte das nichts zu tun. Oder sind Flughäfen und Flugzeuge beispielsweise auch lauter Trutzburgen ? Dort wird schließlich jeder kontrolliert.
Man vermutet, dass es also weniger um das „Trutzburg„-Argument geht, sondern darum, dass zusätzliche Eingangskontrollen einfach zu teuer wären. Naja, teurer zumindest, als ein Menschenleben. Wie schade.
Ungern zitiere ich Bild, aber hier habe ich die Aussage gut zusammengefasst gefunden:
„Es ist eine bittere, wenn auch nicht neue Erkenntnis, dass der Dienst für den Staat große Gefahren birgt. Man kann nicht aus jedem Gerichtsgebäude eine Trutzburg machen“, sagte Bayerns Justizministerien Beate Merk (CSU).
Wer Tilman Turk war, können sie hier nachlesen. Immerhin hatte er den Vorzug, nicht in einer „Trutzburg“ arbeiten zu müssen – denn solche wollen wir ja nicht. Die Arbeit für den Staat sei eben mit großen Risiken verbunden, so Frau Merk. >hier weiterlesen.
foto: Jim Bumgardner, krazydad/jbum,flickr.com



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