Vorsicht, Satire (2): Guttenbergs Doktorarbeit und „freundes-ähnliche Zustände“

Kaum ist man dauerhaft der beliebteste Politiker Deutschlands, schon hat man ein paar Freunde mehr. Klar, dass die einem dann auch mal helfen.

Die schauen dann zum Beispiel schon auch gern mal in die Staatsbibliotheken und bestellen sich die eigene Doktorarbeit. Einfach so – nur zum Schmökern.

Klar, wir machen das doch alle gerne mal. Die von Herrn Kohl, Herrn Gysi, Hans Dampf und Herrn Gabriel. Oder – haben die alle überhaupt einen Doktor ? Na egal. Wir sehen uns das aber immer gerne mal an. Gehen in die Büchereien, weil wir doch wissen möchten, was die Herren denn so geschrieben haben – falls sie denn etwas geschrieben haben.

Und dann googlen wir schon auch mal ein paar Tage, einfach nur, um mal zu sehen, ob da nicht wo ne Fussnote fehlt. Die Zeit muss doch sein. Und so kam das dann wohl auch bei Herrn Guttenberg heraus. Ein paar Freunde lasen nach und kaum hatten sie ein paar Wochen lang recherchiert, fanden sie auch sofort ein paar Unsauberheiten. Auch, wenn sie bislang doch glatt das Offensichtlichste übersehen haben: dass er den zweiten Teil seines Namens, „-berg“, stets unsauber zitiert. Müsste nicht unter jeder Unterschrift eine kleine Fußnote stehen – mit Verweis auf den Duden ?

Ach, und noch was: kürzlich fiel doch eine Frau von einem Mast, Gorch Fock oder so ähnlich. (Dramatisch, ohne Frage.) Aber auch klar, dass Guttenbergs gute Freunde ihn sogleich fragten, warum er denn nicht stets persönlich mitsegle ? Naja, und dann noch das: In Afghanistan fiel zudem ein Fahrrad um. Warum handelte der Verteidigungsminister nicht unverzüglich ?

Das sind die großen Fragen.

Aber wir können sicher sein: die „freundesähnlichen Freunde“ in den Medien werden das Ganze natürlich lückenlos, objektiv und völlig uneigennützig aufklären. Und guten Freunden gibt man ja schon mal ein Küsschen.

foto: Angela Rutherford,flickr.com

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Kommentare

4 Kommentare zu „Vorsicht, Satire (2): Guttenbergs Doktorarbeit und „freundes-ähnliche Zustände““

  1. *lach* Das sind doch nicht nur ‚ein paar Unsauberheiten‘. Das weiß jeder, der auch mal eine Arbeit an der Uni anfertigen musste. Zwar glaube ich auch an eine miese Kampagne gegen ihn, aber: es ist schon eine ganz miese Sache, was er da gemacht hat, Neider hin oder her.

  2. Bei Margot Käßmann wollten die meisten Leute auch nicht, dass Sie zurücktritt. Und das obwohl sie ihren Fehler ganz ehrlich eingestanden hat. Vielleicht kann Herr zu Guttenberg davon etwas lernen?

  3. Der folgende Kommentar auf Chrismon ist lesenswert: http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2011/ich-wars-das-waere-jetzt-entwaffnend-7431

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