Westliche Medien – und das Problemfeld Steinigung


An Iranian woman prays with her prayer beads during Friday prayers at Tehran university campus on July 16,2010 in Tehran,Iran.   UPI/Maryam Rahmanian Photo via Newscom

„Derzeit gerät der Iran in die Schlagzeilen aufgrund einer drohenden Steinigung einer iranischen Witwe.

Im Zuge dessen kommt es aufgrund mangelnder Qualifikation und Recherchen einiger Journalisten zu Fehlinformationen über die iranische Justiz, über die Steinigung in der iranischen Praxis und über das laufende Gerichtsverfahren an sich.“

Der folgende Artikel der Seite „irananders.de“ versucht die iranische Denkweise für westliche Leser nachvollziebarer zu machen, auch, wenn man im Westen natürlich von Vornherein lieber ein kategorisches Nein zur Todesstrafe hören würde. Immerhin endet der Artikel folgendermaßen – ein Hoffungsschimmer: „Sie gestand Ehebruch begangen zu haben, widerrief jedoch später. Gemäß iranischem Gesetz dürfte sie nicht gesteinigt werden, da ihr Geständnis jederzeit widerrufbar ist.“ .

Da dieser Artikel missverständlich gedeutet wurde, wurde er offline gestellt bzw. die Verlinkung gelöscht. Ansinnen der theolounge ist es, Verbindendes zu betonen, nicht Trennendes.

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foto: picapp.com


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Kommentare

9 Kommentare zu „Westliche Medien – und das Problemfeld Steinigung“

  1. Avatar von harey

    Ich muss sagen, ich finde diesen Artikel zynisch und widerlich! Hier wird doch tatsaechlich die Steinigung als rechtsstaaliches Mittel dargestellt. Gleichzeitig wird ‚Nicht-Glaeubigen und Liberalen‘ unterstellt sie haetten keinerlei Werte weil sie doch tatsaechlich auf so absurde Dinge wie rechtsstaatliche Verfahren und die humane Behandlung aller Menschen, auch von Verdaechtigen und Verbrechern, bestehen. Uebrigens gibt es in diesem Fall keine Zeugen fuer den Ehebruch, die Richter waren aber der Meinung die Beklagte waers gewesen.

    Die Gesellschaft geht wahrlich zugrunde wenn das zutodefoltern von Menschen und die Verurteilung auf Verdacht abgelehnt werden!

  2. @harey
    ich glaube Du hast den Artikel falsch gelesen. Das soll keine Rechtfertigung sein, sondern eine Darstellung, wie diese krasse Form der Todesstrafe dort verstanden wird, gerade um Anknüpfungspunkte zu finden, wie sich diese Strafe im Rahmen der Gesetze dort verhindern ließe. Mit alter imperialistischer Manier und erhobenem Zeigefinger zu sagen, das finden wir böse, das dürft ihr nicht, kommt nunmal doof an und ist nicht besonders effekitv. Der Artikel muss so gelesen werden, dass es ein Ratschlag ist, wie man die Steinigung am besten kritisieren und sich für die Abschaffung einsetzten kann ohne die kulturellen und religiösen Hintergründe (und damit die Gefühle der dortigen Bevölkerung) zu missachten.

  3. @harey: Ich sehe das genauso. Der „Verfall der Sitten in den westlichen Ländern“ kann nicht als Argument dienen, Folter und Todesstrafe zu rechtfertigen – ganz abgesehen davon, wie die Sachlage in dem vorliegenden Fall ist.

  4. @M.A.

    Danke für diese Zusammanfassung. Ich hätte es nicht wirklich in Worte fassen können, aber das ist glaube ich der Kern der Sache, um die der Artikel geht.
    Ich selbst bin kategorisch gegen die Todesstrafe. Ich sehe diesen Artikel aber auch in diesem Licht, dass er versucht, kulturell und religiös plausibel zu erklären, weshalb die Todesstrafe nicht zur Anwendung kommen sollte.

    (Auch, wenn mir generell ein klares kategorisches Nein zur Todesstrafe natürlich lieber wäre…)

  5. Avatar von harey

    @M.A.

    Ist nicht genau das was du da schreibst Werterelativismus in seiner zynischsten Form?

    Es ist mir ehrlich gesagt auch egal wie zum Beispiel die Bush-Regierung Guantanamo und jeder beliebige Diktator Verschleppungen, Voelkermord und Folter rechtfertigt, ich finde sowas einfach nicht gut! Sollten wir auch anfangen uns in Diktatoren hineinzuversetzen um zu verstehen dass die armen Kerle eben einfach Angst vor einem Putsch haben und deswegen potentielle Systemgegner verschleppen, foltern und ermorden lassen?

    Da ist mir der moderne Werterelativismus der so ungeheure Verbrechen wie offene Homosexualitaet und wilde Ehe stillschweigend hinnimmt doch lieber als der der grausamste Strafen fuer Bagatelldelikte damit rechtfertigt dass wenigstens die gute Moral verteidigt wird.

  6. Nein, eben nicht. Der Vergleich mit George Bush hinkt auch. Man muss nicht die Rechtfertigungen von Bush kennen um sich gegen Guantanamo einzusetzen, sondern das US-amerikanische Gesetz um dagegen vorgehen zu können. Genauso analysiert und beschreibt – und nicht rechtfertigt! – der Artikel die juristisch-islamischen Hintergründe und zeigt auf, wo ein Ansatzpunkt liegen könnte, sich kompetent gegen Steinigungen in Iran einzusetzten.

    Wie Du allerdings plötzlich von Putsch, Systemgegnern und Morden sprichst erklärt sich mir grad nicht. Abgesehen vom Realitätsgehalt der Aussage, was hat das mit dem Artikel zu tun?

  7. Der Artikel rechtfertigt in keinster Weise Folter. Wo bitte liest sich das?

    Ebenso wird dort in keinster Weise die Todesstrafe legitimiert in dem der westliche Relativismus kritisiert wird. Manchmal lesen Leser das, was sie erwarten, weil sie es anders nicht kennen – entweder Schwarz oder Weiß. Ein Armutszeugnis für die menschliche Intelligenz.

  8. Avatar von Khalid bin Rhub al Khali
    Khalid bin Rhub al Khali

    Published: Gulf News 08 August 2010

    Iran stoning case lawyer seeking asylum in Norway

    The 31-year-old Mohammad Mostafaei says he fled to Turkey last week after learning Iranian officials intended to arrest him.

    * AP
    * Published: 19:08 August 8, 2010

    Oslo, Norway: The lawyer defending a woman sentenced to death by stoning in Iran says he has applied for asylum in Norway, but hopes Iranian authorities will allow him eventually to return to his practice.

    Mohammad Mostafaei told reporters on Sunday he chose to flee to Norway after obtaining a Norwegian travel visa. He also cited Norway’s prominent human rights profile.

    The 31-year-old says he fled to Turkey last week after learning Iranian officials intended to arrest him. He flew to Norway Saturday after being detained briefly in Turkey over a passport issue.

    He says he hopes international pressure will force Tehran to let him return to his practice.

    Mostafaei maintained a blog that sparked a worldwide campaign to free his client, Sakineh Mohammadi Ashtiani, who was convicted of adultery.

  9. Avatar von Khalid bin Rhub al Khali
    Khalid bin Rhub al Khali

    GULF NEWS
    Iran reviews stoning sentence for woman convicted of adultery
    AP
    Published 18:32 11 July 2010

    Review and appeal of the verdict for woman convicted of adultery is on the agenda, says Iran’s top human rights official
    Tehran: Iran’s top human rights official said the death by stoning sentence for a 43-year-old woman convicted of adultery is under review.
    The sentence to stone Sakineh Mohammadi Ashtiani to death drew worldwide outcry after it was publicised by her lawyer, who had warned she was facing imminent execution.
    British media reported late on Thursday that the stoning would not occur, citing the Iranian embassy in London.
    Mohammed Javad Larijani of Iran’s human rights council told the state news agency Saturday that the „review and appeal of the verdict is on the agenda.“
    He added that converting sentences of stoning to alternative punishments is common.
    While judges often hand down stoning sentences, they are rarely implemented.
    Do you agree with the stoning sentence? Or do you think the first punishment of 99 lashes is enough punishment for her crimes? Is stoning still an acceptable punishment in this day and age?

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