Wenn Schmetterlinge reden…

Schmetterling-cossac-pixelio-kleinAm Morgen hatte ich fast unsere langjährige Freundschaft aufs Spiel gesetzt, weil ich behauptete, dass Gott auch heute noch deutlich zu uns spricht. Jedenfalls manchmal. Nein, nicht nur durch die Bibel, durch mein Gewissen und durch die Natur – sondern auch direkt und hörbar. Wenigstens verstehbar.

Das ist jedenfalls mein Anspruch an IHN. Er ist ein Gott der Kommunikation. Jedenfalls zeigen das die zig Bibelstellen auf, wo er in Kontakt mit Menschen tritt. Gerade lese ich mal wieder die Geschichte von Mose. Und ständig heisst es da: „Und Gott sprach zu Mose und sagte…“ Und umgekehrt auch: Mose hat ein Problem. Was tut er? Er geht zum Herrn in die Stiftshütte und dann unterhalten sich die beiden. Am Ende weiss Mose, wie er handeln soll.

Das möchte ich auch mehr erleben. Aber es klappt nicht immer auf „Knopfdruck“. Irgendwie wählt Gott andere Zeitpunkte zur Begegnung. Was mich wiederum verunsichert. Ich hätte gern mehr und vor allem deutlich verständlichen Kontakt. Hilfestellungen. Ratschläge. Wegweisung. Wie gesagt, das ist mein Anspruch…

Am Nachmittag sitze ich auf einer Bank in unserem Garten. Leicht frustriert, denn der Rasenmäher war (wieder mal) kaputtgegangen. Naja, ist ja klar: Da mähe ich zum ersten Mal im Leben an einem Sonntag Rasen, damit sich unser kleiner Enkel am nächsten Tag keinen Wespenstich holt von den Wespen, die sich mit Vorliebe im Gras aufhalten – und dann geht das Gerät kaputt. Das habe ich nun davon.

Ich sitze also auf meiner Bank und grübele so vor mich hin, wieso ich momentan keine Botschaft von Gott bekomme, da landet ein unscheinbarer grüner Schmetterling auf meiner Hose. Und klappt seine Flügelzusammen. Und dann sitzt er einfach nur da. Auf dem einen Flügel hat er einen dunklen runden Fleck – der sieht aus wie ein Auge. Welches mich anschaut. Er macht gar nichts – sitzt nur da. Ich auch. Aber dann fängt dieser grüne Schmetterling an, zu mir zu reden. Er „sagt“ eigentlich zwei Dinge:

  1. „So leicht und sanft und fast unmerklich „arbeitet“ auch der Heilige Geist in eurem Leben. Ihr möchtet vielleicht mehr spektakuläre Ereignisse (Stimmt!), aber Gott kommt weder mit Gewalt noch Getöse, sondern in einer Sanftheit, die euch Menschen zunehmend verloren gegangen ist. Vielleicht solltest du mehr die Augen wirklich aufmachen, damit du auch mehr das Wirken Gottes um dich her siehst.“
  2. „Und so wie ich mich nur deshalb auf deine Hose gesetzt habe, weil du selbst ruhig dagesessen hast, so will mein Schöpfer sich auch zu dir setzen, dir begegnen, dir wohltun – aber du bist immer viel zu hektisch, in Aktion, unterwegs oder im Alltag eingetaucht. Wenn du mehr Auszeiten nehmen würdest, würdest du IHN auch mehr hören. Und verstehen.“

Irgendwie war mir, als hätte er wirklich zu mir gesprochen.

Im Übrigen verlief der Abend dann noch ziemlich entspannt und der Frust war erstmal verbannt…

[Originalpost]

Foto: cossac / pixelio


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