Heilung I – ausgewogene Theologie

krankenhausAuf vielfachen Wunsch beginne ich heute mit einer vermutlich recht langen Reihe über das Thema Heilung. Ich bin auch vorher schon auf die Idee gestossen worden, mal ein Buch darüber zu schreiben, fühle mich da aber noch nicht reif für. Vielleicht werden ja diese Blogeinträge Vorarbeiten zu einem Buch, wer weiss?

Toby hat meine Theologie deutlich als „einseitig“ bezeichnet, andere haben das nicht ausdrücklich gesagt, es aber in einigen Kommentaren mindestens impliziert. Das ist natürlich nicht das, was man gerne hört. Schon gar nicht, wenn man selber „ausgewogener Theologie“ einen hohen Stellenwert beimisst. Ich möchte gleich am Anfang sagen, dass es mir darum geht einen ausgewogenen Ansatz zu lehren und  ich deshalb Vorwürfe der Einseitigkeit unbedingt ernst nehme. Allerdings sollten wir genauer definieren, was mit ausgewogen gemeint ist.
Ich habe da selber eine Reise hinter mir. Früher war Ausgewogenheit für mich immer, „das eine, aber auch das andere zu lehren“ und der Versuch Spitzen aus der Lehre herauszuhalten. Es gibt Themen, die machen es unbedingt erforderlich, auf diese Weise ausgewogen zu lehren. Die Bibel lehrt das meiste in „Wahrheitsspannungen“, Wahrheit ist da mit den Polen einer Batterie zu vergleichen, es gibt plus und minus und nur, wenn beide zusammen kommen funkt es.Deutlich sieht man es an einem breit angelegten Thema in der Bibel: der Spannung zwischen der Souveränitat (Allmacht) Gottes und der Verantwortung des Menschen. Man kann hier lehrmässig von beiden Seiten vom Pferd fallen und kann entweder die Allmacht so ausgefeilt predigen dass der Eindruck entsteht, dass der Mensch unbedeutend ist im Bau des Gottesreiches (wie das gelegentlich in calvinistischen Kreisen rüberkommt) oder man kann die Verantwortung so übertreiben, dass Leute darunter zusammenbrechen und ausbrennen (wie es bei stark evangelistischen Predigern vorkommt). Bei solchen und ähnlichen Themen ist es wichtig eine biblische Balance zu bringen, denn beides ist unser Erbe. Wann immer ich über ein Thema predige bei dem Gott Ansprüche an unser Leben stellt bemühe ich mich, die Errettung ganz aus Gnade auch noch mit heineinzubringen um niemanden unter ein Joch des Gesetzes zu bringen und das Gefühl zu geben, das Heil stünde zur Debatte wenn er nicht tut, was der Heiland sagt.

Es gibt aber auch Themen wo Ausgewogenheit nicht bedeuten kann, die eine und die andere Seite zu lehren weil es nur eine Seite gibt. In diesen Fällen ist Ausgewogenheit das predigen gesunder Lehre (2.Timotheus 4,8) – einer Lehre die frei macht nach Gottes Maßstäben zu leben. Die Ausgewogenheit um die es hier geht ist die Ausgewogenheit des Reiches: man kann es von zwei Seiten betrachten, einmal von der Seite des Reich-Gottes-Ideals (so soll es sein, so hat der Schöpfer es gedacht) und einmal von der Seite der menschlichen Lebenswirklichkeit. Ausgewogenheit in diesem Zusammenhang ist also nicht das sehen einer Wahrheitsspannung sondern einer Wirklichkeitsspannung, wir leben noch nicht in dem, was Gottes vollkommener Wille für uns geplant hat.
Wenn ich in solchen Fällen einseitig werde tendiere ich zu einem einseitigen lehren der Wirklichkeit Gottes. Es gibt aber auch Gegenbeispiele in denen der Heilige Geist mir eine pastorale Predigt aufs Herz legt und ich die ganze Sache von der menschlichen Seite her angehe (auch von der menschlichen Enttäuschung her). Beide Seiten sind erst einmal legitim, wobei ich aber davon ausgehe, dass die meisten die Seite der menschlichen Lebenswirklichkeit besser kennen als die des göttlichen Planes und ich es deshalb für pädagogisch sinnvoller halte diese Seite stärker vor Augen zu malen als die andere. Lehre kann also in diesen Fällen als einseitig empfunden werden. Das muss aber nicht heissen, dass jeder, der so lehrt deshalb einseitig denken müsste, es ist einfach nur sinnvoll nicht immer ausgewogen zu lehren weil man sonst nicht den Punkt rüberbringen kann um den es geht. Wenn wir davon ausgehen, dass Jüngerschaft ein Prozess ist in dem wir lernen unser Leben immer mehr der Realität des Reiches anzupassen, dann ist es sinnvol auch mal etwas zu provozieren und Dinge klar und überspitzt darzustellen, die man in anderem Umfeld vielleicht anders sagen würde. Beim Beispiel der Heilung haben einige Geschwister damit Probleme, aber in anderen Feldern machen es alle so.

Unter diese zweite Kategorie von Ausgewogenheit und gesunder Lehre fallen mir alle Themen, die mit der Erlösung Christi zu tun haben. Da gibt es kein „dies, aber auch das“. Jesus ist gestorben und auferstanden und hat damit etwas erkauft. Punkt. Er ist nicht für diese gestorben, für jene aber nicht. Es kann auch nicht der eine alles bekommen für das Jesus geblutet hat und der andere nicht. Gesunde Lehre ist eine Hilfe dazu das anzunehmen, was uns in Christus gehört. Es geht darum, die eine Realität (unsere menschliche Lebenswirklichkeit) der anderen Realität (Gottes Reich) anzupassen. Hier theologische Abstriche zu machen ist unstatthaft.
Um es vorausblickend vorweg zu nehmen: ich bin überzeugt, dass Heilung ebenso ein Teil der Erlösung ist wie die Sündenvergebung. Ich werde das später noch beweisen, aber ich möchte hier gerne schon einmal die Marschrichtung zeigen.

Umgang mit Spannungen

 

Ich glaube, dass jeder Christ die Spannung zwischen den Wirklichkeiten mindestens mal gespürt hat, wenn nicht immer noch spürt. Wie wir mit der Spannung umgehen entscheidet darüber ob unsere Theologie ausgewogen, liberal oder fanatisch ist. (manche benutzen „extrem“ lieber als fanatisch, aber extrem ist bei mir positiver belegt als bei den meisten, deswegen entscheide ich nich für „fanatisch“). Reden wir über gläubige Theologie, dann sind das die drei möglichen Positionen:

liberal < –> ausgewogen < –> fanatisch

Liberale Theologie entsteht wenn die Seite der menschlichen Lebenswirklichkeit zur Richtschnur theologischer Erenntnis erhoben wird. Dann kommen in Bezug auf Heilung Willkührtheologien heraus. Man sieht, dass die einen geheilt werden, die anderen aber nicht und schliesst daraus, dass es nicht Gottes Wille sein kann, dass jeder geheilt wird. Diese Ansicht findet man natürlich leicht in der Bibel wieder, was ich allerdings als induktiven Schluss empfinden würde.
Bei Themen wie Heilung, Befreiung, Erlösung u.a. ist natürlich immer eine gewisse Druckgefahr gegeben. Jemand der nicht durch Gebet geheilt wird kann unter Druck kommen. Druck muss immer ausgeglichen werden sonst explodiert etwas. Man kann den Druck, der aus der Heilungswunsch abgeleitet wird im Prinzip nur auf eine von lediglich drei Möglichkeiten ausgleichen: entweder liegt es an Gott, dass jemand nicht geheilt wird, oder am Menschen oder am „Geheimnis“ (man kann es nicht sagen, Monokausalität ist ein Irrtum).
Liberale Theologie gleicht den Druck auf Gottes Seite (und Kosten!) aus, sie geht davon aus, dass Heilung unberechenbar ist und sagt, dass „der Geist weht, wo er eben will“ (was übrigens nicht in der Bibel steht). Manche gehen sogar so weit zu sagen, dass es überhaupt keine Heilung mehr gibt und generell das Übernatürliche nebst allen Gaben aufgehört habe. Diese Theologie des Dispensationalismus halte ich für völlig falsch und werde da auch nicht weiter drauf eingehen. Es gibt so viele Zusatzbehauptungen, die man aufrechterhalten muss um sie zu glauben, dass das Resultat theologisch unredlich ist.
Meiner Ansicht nach liegt eine grosse Gefahr beim Druckausgleich auf Gottes Seite: man diskreditiert die Persönlichkeit des Vaters. Es ist schwer, wirklich Vertrauen zu fassen zu einem allmächtigen Vater, der in nicht nachvollziehbarer Weise die einen heilt, die anderen aber nicht. Das macht weitere Fässer auf und führt in der Konsequenz zu Verwirrung und steigendem Misstrauen gegenüber Gott. Das Leben mit dem Heiligen Geist ist kein russisches Roulette in dem die einen Gutes bekommen und die anderen nicht. Gott ist nicht der grosses unberechenbare Faktor zu dem ihn manche machen sondern hat sich im Wort offenbart.

Fanatische Theologie entsteht wenn der Druckausgleich völlig auf die Seite des Menschen gestellt wird. Damit geht normalerweise ein ausgeprägt monkausales Denken einher: es kann nur eine menschliche Ursache dafür geben, dass jemand nicht geheilt wird. Je nach Schule differieren die Ursachen etwas voneinander. Die einen sagen, dass an versteckter Sünde liegt, für die anderen ist fehlender Glaube die einzige Ursache, oder Unvergebenheit oder derTeufel oder….
Dass solche Theologien als unausgewogen und unentspannt wahrgenommen werden glaube ich aufs Wort. Ich empfinde da genauso. Diese Theologien haben immerhin einen Vorteil: der Charakter des Vaters bleibt intakt und man kann ihm am Ende nichts Schlechtes unterstellen. Dafür sind sie natürlich eine seelsorgerliche und pastorale Katastrophe und hinterlassen eine wüste Spur menschlicher Kollateralschäden. Auch wenn solche Theologien oft im Bereich der Glaubenslehre auftauchen sorgen sie eigentlich dafür, dass der Glaube in Verruf kommt weil er mit einem Hang zu Gesetzlichkeit und menschlicher Leistung gepredigt wird. Das solche Theologie Opfer mit sich bringt ist klar.
Auch in Bezug auf Heilung, die ja das eigentliche Ziel ist, bringt eine solche Denke nicht viel. Ich habe erlebt, dass Verkrampfung es immer erschwert von Gott zu empfangen. Ein Denken, das in Gesetzlichkeit führt führt aber auch zu Verkrampfungen. Somit sind dem Empfangen göttlicher Heilung in solchen Systemen oft Steine in den Weg gelegt.
Ich möchte noch anmerken, dass es relativ selten vorkommt, dass tatsächlich so gelehrt wird. Bei Leuten denen das oft nachgesagt wird, habe ich derlei Äusserungen nie gehört. Ich vermute dass auch hier, wie so oft „das Schwein im Ohr des Hörers sitzt“ und Leute zwischen den Zeilen etwas lesen, was niemand dahin geschrieben hat. Vielfach reicht ein Zeugnis von jemandem, der eine Sünde bereinigt hat und daraufhin geheilt wurde aus um jeden im Saal nach versteckter Sünde suchen zu lassen. Um den gravierenden Unterschied zwischen Zeugnissen und Prinzipien wird es noch gehen, deswegen hier erst einmal nur diese kurze Anmerkung.

Ausgewogene Theologie lässt den Druck erst einmal da wo er hingehört: im Geheimnis. Ich will ehrlich sein: ich habe meistens keine Ahnung warum ein Mensch nicht geheilt wird. Wenn mir Gottes Geist keine Offenbarung gibt kann ich in keinem Einzelfall sagen woran Misserfolge liegen. Mögliche Gründe gibt es wie Sand am Meer, und das einzige was ich ganz sicher weiss ist: es ist nicht Gottes schuld. Gott will heilen und hat die Grundvoraussetzungen geschaffen.
Ich weigere mich, einen Druck aufzubauen, weder in der einen noch in der anderen Richtung. Da denke ich wie die Kollegen in der medizinischen Heilungsrichtung: es gibt Krankheiten die wir noch nicht heilen können weil uns schlicht das nötige Wissen fehlt. Ich habe in den vergangenen Jahren so viel über Heilung im Speziellen und das Übernatürliche im Allgemeinen gelernt, dass ich es für hochgradig wahrscheinlich halte, dass ich weiter viel lernen werde. Leute, die früher nicht geheilt worden wären werden heute geheilt und Menschen die heute nicht geheilt werden werden morgen geheilt – so ist das wenn man wächst.
Ich bekomme nicht jeden geheilt, ebenso wenig wie die Ärzte. Es gibt Leute, die werden nie geheilt und manche sterben an ihren Krankheiten. Das ist schlimm, aber nicht vermeidbar. Nur darf es uns nicht davon abhalten weiter medizinische Forschung zu betreiben und in den Bereich göttlicher Heilung hereinzukommen.
Ausgewogene Theologie, gesunde Lehre sieht beide Realitäten. So kann es in der Praxis sein, dass man den einen heilt und mit dem anderen weint. Wir haben den Gott-Faktor immer auf dem Schirm, sind aber auch bereit Leute einfach in ihrem Leiden zu tragen. An diesem Punkt der Praxis hört Theologie immer auf zynisch zu sein. Es geht in allem Heilungsdienst nur darum Menschen mit der Liebe Gottes in Kontakt zu bringen. Der A-Plan ist immer Heilung, aber wenn der versagt, muss eben der B-Plan her: Trost und Begleitung.

[Originalpost]

Lesen Sie auch:

Vorsicht, Tradition!

Bild: © Günter Havlena | pixelio.de


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Herbst Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Universum Urlaub usa verantwortung video Weihnachten winter Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

19 Kommentare zu „Heilung I – ausgewogene Theologie“

  1. Danke für den ersten Beitrag!
    Bin gespannt auf die kommenden.

    Segen!

  2. vielleicht kennst du die ja schon von meinem blog.

  3. Und er konnte dort wenige Wunder tun, wegen des mangelndes Glaubens.
    Es ist ein schwieriges Unterfangen immer wieder und immer wieder alles in Gottes Hände zu legen und alles von ihm zu erwarten.
    Die wichtigste Haltung ist aber eigentlich, die die ich so oft vermisse, einem leidenden zu sagen Du bist mit Christus am Kreuz gleich und ich bin hilflos, dich darunter zu holen.

    Ich habe es ehrlich gesagt noch nie verstanden, warum wir wenn wir daran glauben, das Gott Mensch wurde, wir uns diese befreiende Botschaft nicht gegenseitig zu sagen?

    Der jüngste Tag ist doch immer heute und heute werde ich gefragt, was ich dem Nächsten und mir getan habe?

    Dafür bedarf es meiner Ansicht nach keinerlei Lehre sondern lediglich den entsprechenden Glauben und die Tat aus diesem Glauben heraus. Noch entscheidender ist die Tat der Liebe.

    Dadurch, dass wir dem Menschen das Göttliche genommen haben, leben wir in einer so unheilen Welt .

  4. warum sollte der kranke mit christus am kreuz gleich sein? nur weil sie beide leiden? christus ging stellvertretend ans kreuz (vgl. jesaja 53), der kranke leidet unter seiner eigenen krankheit. das gleich zu setzen hieße doch, das opfer christi zu missverstehen.

  5. „Satan weiss, dass Du ihn überwunden hast“

    Da scheinst Du dir ganz sicher zu sein! storch Halleluja! Schon wieder eine irrende und verirrte Seele gefunden.

    Wie ich doch diese Typen zum fressen gern habe 😀 die selber nicht ins Himmelreich eingehen und und andere auch nicht rein lassen.

    Kommt alle her, die ihr von Begriff stutzig seid, ich will euch schon zurecht stauchen. 😀

    Das nicht gleich zu setzen, heißt dem Teufel einen Bärendienst zu erweisen und eine riesige Freude. Mach weiter so mit Deiner mitleidlosen und gefühllosen Art für Deinen leidenden Nächsten. Ein Platz in der Hölle ist Dir sicher.

    Offensichtlich hast Du noch nicht kapiert, dass Gott Mensch wurde. Die einzigste Botschaft, die mich noch Christentum festhalten lässt, und die sinnvoll ist, weil sie nämlich alle Sinne erfaßt .

  6. Avatar von Königstochter
    Königstochter

    @ rotegraefin

    Könntest Du evt nochmal genau erklären, inwieweit Du Storchs Kommentar oder sonstige Äußerungen „mitleid- und gefühllos“ findest?

    Ich fände es übrigens für das „Gesprächs“klima hier sehr viel besser, wenn man auf solche Äußerungen wie „Ein Platz in der Hölle…“ verzichten könnte, da sowas auch sehr verletzend aufgefasst werden könnte…
    Selbst wenn man die Meinung eines anderen massiv ablehnt, sind wir einander doch als Menschen Respekt schuldig, oder?

  7. @Königstocher,

    ganz offensichtlich scheint Dir die frohe Botschaft unbekannt zu sein. Die lautet nämlich:

    Gott wurde Mensch! Irgendwie ist diese Botschaft immer wieder verloren gegangen.

    Storch ist ganz einfach seelisch grausam, wenn er dies Botschaft einem leidenden Mensch vorenthält und er schwingt sich auf auch noch darüber urteilen zu dürfen. Ganz schön dreist und überheblich.

    Ja und wenn schon, etwas verletzend aufgefasst wird, hat doch jeder Christ die Chance sich mit Christus zu identifizieren aber laut Storchs Aussage geht das ja nicht, da gibt es dann keinen Gott der mit den Menschen eins ist.
    Das ist dann die Hölle.
    Aber auch da kann sich ein Mensch, wenn er das Wort Jesu am Kreuz kennt „Mein Gott, mein Gott ,warum hast Du mich verlassen?“ mit Jesus identifizieren.
    Das Leiden eines jeden Menschen nicht gleichzusetzen mit dem Leiden Christi heißt Verrat am Christentum und zwar einer der übelsten Sorte, weil es durch sogenannte Christen geschieht. Vgl auch:
    http://suchenachgottalleimgleichenboot.wordpress.com/

  8. Avatar von Linda

    @ rotegraefin

    Deine Art über Menschen zu urteilen und Ihnen ihr Heil abzusprechen spricht nicht gerade dafür, dass du verstanden hast was Jesus damit meinte, als er sagte, dass man die Jünger an der Liebe untereinander erkennen wird. Sich anzumaßen darüber urteilen zu können wer in den Himmel kommt und wer nicht finde ich sehr unverschämt.

    Meinst du wirklich das Storch so viel Zeit und Energie in das Lehren über Heilung investieren würde wenn es ihm völlig egal wäre das kranke Menschen leiden? Er könnte seine Zeit sicher auch anders verwenden wenn er so kalt wäre wie du behauptest.

    „Die wichtigste Haltung ist aber eigentlich, die die ich so oft vermisse, einem leidenden zu sagen Du bist mit Christus am Kreuz gleich und ich bin hilflos, dich darunter zu holen.“

    Diese Aussage verstehe ich ganz ehrlich überhaupt nicht. Vielleicht könntest du uns erklären was genau du damit meinst?
    Das Jesus Mensch geworden ist und viel gelitten hat ist denke ich klar. Aber er ist nicht am Kreuz hängen geblieben sondern auferstanden. Wieso sollte also ein leidender am Kreuz hängen, wenn Jesus da nicht mehr ist???
    Das was Jesus da getan hat, hat er stellvertretend für uns getan und jeder Mensch kann es annehmen und darin Errettung und Heilung finden.

    Ich bezweifle ganz ehrlich das irgendein Leiden das wir erleben können so schlimm sein kann wie die Sünden und Krankheiten und Schmerzen der ganzen Welt zu tragen. Deshalb würde ich mir nicht zumuten irgendein Leid mit dem von Jesus gleich zu setzen.
    Außerdem glaube ich nicht das Gott einen Menschen verlässt wenn es ihm schlecht geht. Egal wie sündig wir sind, diese Sünde reicht niemals aus um uns von Gott zu trennen. So etwas zu verbreiten finde ich höchst bedenklich!

  9. @Linda
    Ich kann Dir nur zustimmen, bis auf eine Ausnahme.
    Wir leben in einer Welt und leider ist das allgemeine kirchliche Denken und Handeln so verweltlicht, dass wir dem Menschen das Göttliche genommen haben und damit seine Würde.
    Am jüngsten Tag, der immer heute ist, werde ich gefragt, was ich dem Geringsten getan habe und das habe ich Jesus getan. Für mich gibt es da kein herum deuteln.
    Ich verbreite so einen Quatsch nicht. Ich mache die Leute nur darauf aufmerksam, dass sie Quatsch verbreiten, wie hier Storch.

  10. Avatar von Linda

    @rotegraefin

    Ich stimme dir zu, dass die Kirche viel zu weltlich geworden ist. Aber genau an diesem Punkt arbeitet Storch doch wenn er dazu beiträgt das Menschen wieder daran glauben das Gott sie gesund machen kann und die Lösung für alle Probleme, jedes Leid und jede Krankheit hat. Er versucht den Menschen nahe zu bringen, dass wir als Christen auch noch andere Möglichkeiten haben als zum Arzt zu gehen und das es nicht zu Ende sein muss wenn die sagen das du bald sterben wirst.

    Durch die Seminare die er hält trägt er doch aktiv dazu bei Menschen zu helfen die Krank sind und vielleicht von Ärzten schon aufgegeben wurden. Bis jetzt kam das immer sehr liebevoll und mitfühlend rüber!

    Ich kann wirklich keinen Quatsch in dem finden was der Storch schreibt und tut.
    Bei deinen Beiträgen bin ich mir da aber nicht so sicher.

  11. @ Linda
    Ich habe darauf geantwortet, was ich hier gelesen habe und wie ich es verstanden habe.
    Einem leidenden Menschen, abzusprechen, dass er mit Christus gleich ist in seinem Leid und das auch noch als Christ, ist seelische Grausamkeit pur.
    Er schiebt sich damit zwischen Gott und dem Menschen und sieht seine eigene Grausamkeit nicht, weil er anscheinend an die Sünde glaubt. An die Sünde zu glauben, als Christ ist der größte Blödsinn den es gibt und verhindert die Liebe in dieser Welt.
    Ein leidender Mensch hat schon genug mit eigenen Schuldgefühlen zu tun, der braucht nicht noch welche zusätzlich aufgebrummt. Der braucht erst einmal Entlastung, dass er wie Christus mit Gott eins ist. PUNKT
    Dann erst danach, wenn diese frohe Botschaft angekommen ist, kann vorsichtig danach geschaut werden, was die Ursachen für dieses Leid sind.
    Ein nicht unerheblicher Teil meines 40jährigen Leidens hat darin bestanden, dass mir genau immer das signalisiert wurde.
    „Der Kranke leidet an seiner eigenen Krankheit“
    und damit wird er allein gelassen und alle Selbstvorwürfe, werden neu aktiviert. So hat auch der Schächer am Kreuz gesprochen zu Jesus: „Du bist es selber Schuld“ Das ist die Hölle für jeden leidenden Menschen. Der braucht das Mitgefühl:“ Wir hängen hier zu Recht. Hier da ist einer unschuldig.“
    Der ewige Ankläger hat nix mehr zu melden, seit der Erlösungstat Jesu.
    Es ist allerdings notwendig, dass jeder Christ regelmäßig sich beobachtet und den Ankläger bei sich entdeckt und ihm den Zutritt zu eigenen Seele verwährt. Keine leichte aber eine sehr lohnende Aufgabe.

  12. Ich find‘, dass das Eine das Andere nicht ausschließt:
    Es ist gut, danach zu fragen, wie jemand heil werden kann.
    Und: Woran liegt’s, dass mancher nicht heil wird?
    Wenn’s da Antworten gibt, dann immer her damit.
    So verstehe ich den Ansatz von Storch.
    Finde ich gut und sinnvoll.

    Das Andere gehört für mich aber ebenso hinzu:
    Das Mitleiden.
    Jesus hat selber Leid erfahren. Er kann unser Leid verstehen und „miterleiden“. Gott selbst muss leiden, weil Er ein liebender Gott ist.
    In der Praxis hilft bei etlichen doch zuerst das Mitleiden, weil es bedeutet: „Da ist jemand, der mich annimt und versucht, mich zu verstehen, der mich begleitet.“

    Wenn dann aus dem liebenden Mitleiden durch Jesus und Sein Bodenpersonal Heilung erwachsen kann, eben, weil sich jemand wie Storch den Kopf gemacht hat, wie Heilung gefördert werden kann, dann ist das toll.

    So will ja auch kein Leidender, dass sein Leid endlos dauert, sondern es einen Moment der Heilung/der Befreiung gibt.

    Segen für Euch!
    Dirk.

  13. Avatar von Königstochter
    Königstochter

    @ rotegraefin

    Tut mir leid, dass ich etwas verspätet antworte.
    Ich muss sagen, dass ich Deine Version der frohen Botschaft („Gott wurde Mensch“), so wie ich sie hier verstehe, etwas verkürzt finde.
    Was hat ein Leidender davon, wenn ich ihm sage: „Gott hat in Christus das alles auch schon durchlitten“? Sicher gibt das erstmal Trost, in dem Sinne, dass Gott keine Art von Schmerzen unbekannt sind, weder seelische noch körperliche. Aber wikrlich weiterhelfen wird ihm das nur, wenn ich ihm auch sage, dass Christus die Krankheit überwunden, besiegt hat, dass Er sie getragen hat, damit wir frei davon sein können.
    Sonst hat doch das Leiden Christi nichts Er-lösendes an sich. Erlösen heißt doch soviel wie freikaufen. Christus hat all das erlitten, damit ich nicht mehr darunter leiden brauche.

    Du hast Recht, wenn Du sagst, dass wir die Chance (und den Auftrag) haben, uns mit Christus zu identifizieren, aber das geht doch nur deshalb, weil er durch den Glauben in uns wohnt. Er kommt von außen in uns rein, um dann von innen wieder nach außen zu scheinen…

  14. Ich habe viel darüber nachgedacht und immer wieder überlegt, was dass soll mit Himmel und Hölle? Ich habe mich auch gefragt, warum Jesus ans Kreuz geschlagen wurde und warum man nach dem 2. Weltkrieg immer nur die 2% getroffen hat, die Hitler nicht gewählt haben. Bei soviel guten Christen in meiner Verwandtschaft. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Nachfolge Christi nicht heißt ein ganzes Leben lang ein Kreuz zu schleppen, weil da vor 2000 Jahren einmal einTyp das für mich gemacht haben soll. Sondern Nachfolge Christi heißt erst einmal und vordringlich, sich mit Gott eins zu sehen. Darum hat Jesus auch in seinem hohen priesterlichen Gebet gebetet.
    Alles andere folgt daraus.
    Das Reich Gottes soll auch kommen, bzw. es ist da in uns und dort gilt es, es zu entdecken.
    Ich habe mal einem Priester gesagt, er solle mal die Luft anhalten, als er mir sagte, dass er so schlecht erklären könne wo Gott ist. Dann habe ich ihn gefragt wie lange er das durchhalten könne, die Luft anzuhalten? Er kam nicht auf die Idee, dass das pulsierende Leben in ihm schon Gott ist.

  15. […] Heilung II – Das Reich und der Auftrag Heilung I – ausgewogene Theologie […]

  16. […] zu sein…dieter l. zu Stolz, evangelikal zu sein…Heilung III – Das Re… zu Heilung I – ausgewogene T…petersemenczuk zu Gründungsjubiläum im Heiligen…theolounge zu Stolz, evangelikal zu […]

  17. […] Heilung VI – Das Evangelium II – Heilung ist Teil der Erlösung Heilung V – Das Evangelium I – Erlösung Heilung IV – Das Reich und der Auftrag III – Kennzeichen des Reiches Heilung III – Das Reich und der Auftrag II – die Spannung Heilung II – Das Reich und der Auftrag Heilung I – ausgewogene Theologie […]

  18. […] Heilung VII – Das Evangelium III – Der Dienst Jesu Heilung VI – Das Evangelium II – Heilung ist Teil der Erlösung Heilung V – Das Evangelium I – Erlösung Heilung IV – Das Reich und der Auftrag III – Kennzeichen des Reiches Heilung III – Das Reich und der Auftrag II – die Spannung Heilung II – Das Reich und der Auftrag Heilung I – ausgewogene Theologie […]

  19. […] Lesen Sie auch: Heilung VIII – Die Gabe(n) der Heilung(en) I Heilung VII – Das Evangelium III – Der Dienst Jesu Heilung VI – Das Evangelium II – Heilung ist Teil der Erlösung Heilung V – Das Evangelium I – Erlösung Heilung IV – Das Reich und der Auftrag III – Kennzeichen des Reiches Heilung III – Das Reich und der Auftrag II – die Spannung Heilung II – Das Reich und der Auftrag Heilung I – ausgewogene Theologie […]

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen