Theolounge-Leser nennen ein wichtiges Buch. Machen Sie mit!

Von Roland Kopp-Wichmann. Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich. Chinesisches Sprichwort.

Immer wenn neue Medien erfunden werden, verkünden ein paar Kassandra-Rufer und Untergangspropheten das Ende eines Zeitalters. Als das Fernsehen kam, befürchteten viele das Ende des Kinos. Als die Compact Disk erfunden wurde, glaubten viele an das Ende der Schallplatte. Als der PC kam, sahen etliche schon das papierlose Büro. Alles trat nicht ein.
Auf der gerade stattfindenden Buchmesse in Frankfurt wurden elektronische Lesehilfen wie der Kindle von Amazon vorgestellt. Damit kann man auf einem Bildschirm gespeicherte Bücher lesen. Der Akku soll einige Tage lang halten, speichern kann man in einem Kindle Tausende von Bücher. Praktisch für die Flugreise, wo ich bisher am Counter immer meinen ganzen Charme aufbieten musste, weil ich durch meine vielen Bücher regelmäßig deutlich über der 20-kg-Grenze liege.   Ach, die Zukunft des Buches ist düster ! Erzieher klagen, dass Eltern ihren Kindern immer weniger vorlesen. Der Durchschnittsdeutsche gibt pro Monat 12 Euro aus. Pro Haushalt. Auf den Buch-Bestsellerlisten stehen sich immer wieder provokant konzipierte Bücher wie „Das Eva-Prinzip“ oder „Feuchtgebiete“. Ach, da könnte man ja selbst zum zeternden Reich-Ranicki werden.

Ich persönlich liebe Bücher. Obwohl mir meine Eltern nie was vorgelesen haben, entdeckte ich früh die Faszination von Büchern. Und auch wenn ich sehr aufgeschlossen bin gegenüber neuen Medien, kommt mir kein elektronisches Lesegerät ins Haus. Aus dem schlichten Grund: es ist mir zu wenig sinnlich. Ein neu gekauftes Buch in der Hand zu halten, die Qualität des Papiers zu fühlen, darin zu blättern – all das sind gefühlsmäßige Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Im Grunde ist es ein bißchen wie mit der Fotografie. Ein noch so gutes Bild eines Sonnenuntergangs an meinem Lieblingsstrand kann die real erlebte Szene nicht annähernd ersetzen.

Doch genug des Jammerns. Da ich ja in meinem Blog immer wieder die Opferhaltung kritisiere, will ich jetzt hier nicht weiter über die Buchkultur klagen, sondern etwas Konstruktives zur Rettung des Buches tun. (Nicht nur, weil ich selbst bald Autor bin).

Da ich weiß, dass diesen Blog viele kluge Leute lesen, möchte ich zu einer Aktion einladen:

Nennen Sie anderen Leser ein wichtiges Buch in Ihrem Leben!

Das kann ein Buch aus früheren Zeiten sein oder ein aktuelles Buch sein.

Entscheidend ist, dass es in einer bestimmten Situation oder Phase Ihres Lebens wichtig für Sie war.

  • Also ein Buch, das Sie als Kind zehnmal gelesen haben wie „Pippi Langstrumpf“, „Old Shatterhand“ oder „Das Sams“.
  • Ein Buch, das in Ihrer Pubertät eine große Rolle spielte wie Bücher von van de Velde, Oswalt Kolle, oder „Liebe und Zölibat
  • Es kann ein Buch sein, das Sie bei Ihrer Berufswahl beeinflusst hat wie Kartenlegen als Beruf
  • Oder ein Buch sein, mit dem Ihnen viel über sich selbst bewusst wurde wie etwas von Simone de Beauvoir,
  • Ein Buch, das Sie in einer schwierigen Lebensphase getröstet hat oder Ihnen Mut machte.
  • Ein Buch, das Sie lesen, wenn Sie schlechte Stimmung haben und das Sie zum Lachen bringt.

Wenn Sie hier ein wichtiges Buch nennen möchten, geht das ganz einfach:

Schreiben Sie hier als Kommentar

  1. Ihren Wohnort mit PLZ
  2. Ihr wichtiges Buch
  3. Ihre Begründung, warum dieses Buch für Sie wichtig ist.Wenn Sie Internetkundig sind, können Sie auch folgende Angaben noch machen:
  4. Ihre Website- und/oder Blog-Adresse.

Und was war Ihr wichtiges Buch?

Nennen Sie es hier im Kommentar. Ich bin gespannt.


Foto: photocase.com by Wickelbär


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Kommentare

7 Kommentare zu „Theolounge-Leser nennen ein wichtiges Buch. Machen Sie mit!“

  1. Sorry, ich weiß es ist 08/15.

    Die Bibel.

    Sie hat mein Leben total verändert und positiv auf den Kopf gedreht.

  2. Kohelet – der Ausschlag für mich, Theologie zu studieren.

    Ein fliehendes Pferd. Auch wichtig gewesen einst.

    Die Verwandlung von Kafka. In der Schule einst sehr mitreißend.

  3. Wow – das ist eine schwere Aufgabe. Klar die Bibel ist einfach ein unglaubliches Buch (wenn man erst mal die Größe und Tiefe darin erkannt hat) – aber diese Antwort wäre zu einfach.

    Hmm – da muss ich mich heut abend nochmal vor den Bücherschrank stellen und die Bücher auf mein Herz wirken lassen …

  4. Als Kind die spannenden Indianerbücher von Liselotte Welskopf-Henrich: „Die Söhne der grossen Bärin“.
    Wie ein Indianerjunge aufwächst, wie schwierig und schön das Leben in der Prärie ist und wie anders der tägliche Existenzkampf – das hat mich fasziniert und begeistert.
    Später natürlich auch die Pentalogie derselben Schriftstellerin über die Reservationsindianer („Das Blut des Adlers“) mit ganz anderen Problemen: Alkohol, Arbeitslosigkeit, soziale Ungerechtigkeiten. Aber auch da war es spannend zu lesen, dass es für die „Helden“ immer Lösungen gab…

    Ansonsten NATÜRLICH die Bibel, aber die fasziniert ja täglich…
    andy

  5. Avatar von Königstochter
    Königstochter

    Die „Perelandra“-Trilogie von C.S.Lewis – der Mann hat m.E. viele geistliche Wahrheiten tief verstanden und in wundervolle Bilder gepackt, auch wenn das eine oder andere dann doch befremdlich erscheint.
    Ich habe die Bücher jetzt seit fast zehn Jahren und habe sie in der Zeit mindestens dreimal am Stück und unzählige Male abschnittweise gelesen – und immer noch entdecke ich bei neuen theologischen Erkenntnissen tolle Illustrationen in den drei Büchern… und spannend sind sie natürlich auch.

  6. So – hab mir jetzt den Bücherschrank nochmal vorgenommen und drüber nachgedacht. Ein wichtiges Buch für mich ist : „Glaube ist kein Gefühl“ von Ney Bailey. Kann man über CLV beziehen oder so mal reinsehen. Habe das Buch schon oft gelesen (könnt ich eigentlich mal wieder :). Ney zeigt sehr schön auf, das Glaube (wie die Liebe auch) oftmals von unserer Gefühlswelt losgelöst zu betrachten ist.

    @Königstochter: Die “Perelandra”-Trilogie von C.S.Lewis les ich auch gerade 🙂 bin grad beim ersten Band…

  7. OM – Kreative Meditation von Alan Watts. Das schmale Taschenbuchbändchen hat mich gefunden, mir vom kostenlosen Tauschbücherbrett der hiesigen VHS ins Auge gelacht, mit von in der Folge des Lesens in einem Rutsch mehreren Kronleuchterwattwirkungen auf mein Denkfreiheitsgefühl. War ja gar nicht alles so übel, was ich mir bis dahin zurecht (zu Recht) gedacht hatte und nun gab es auch noch jemanden, der genauso dachte .. waren wir schon zwei. Das war ein schönes Büchererleben in meinem Leben.

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