Christliche (?) Gewerkschaften

Gerade eben habe ich in der Sendung „kontraste“ wieder mal einen Bericht über eine so genannte „Christliche“ Gewerkschaft gesehen. Und leider, leider war es kein positiver Bericht darüber, wie toll sich diese „Christen“ für die Arbeitnehmer und deren Rechte einsetzen, sondern machte deutlich, dass sich diese Kleinst-Gewerkschaften anscheinend recht gerne auf Arbeitgeberseite stellen.

Konkreter Vorwurf im heutigen Bericht: Die „Christliche Gewerkschaft Zeitarbeit“ vereinbart mit Unternehmen für Zeitarbeiter Tarifverträge mit Dumpinglöhnen – zuviel zum sterben, zu wenig zum leben. Bereits im April hatte Report Mainz über ähniche Tarifverträge bei einer Christlichen Gewerkschaft berichtet („Christliche Gewerkschaft DHV gerät ins Zwielicht„); das war mir damals schon sauer aufgestoßen.

Können wir Christinnen und Christen solchen Gewerkschaften nicht irgendwie verbieten, das Wort „Christlich“ zu verwenden? Für mich ziehen sie unsere Religion und unseren Glauben in den Schmutz, statt ein Beispiel dafür zu sein, was (m.E.) unter „christlich“ zu verstehen sein sollte.

Ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung über das Problem vom Februar 2008: Christliche Gewerkschaften vor Gericht

Der Bericht auf kontraste: „Betrogene Arbeitnehmer – Dumpingöhne in der Zeitarbeit

Fotografin: Lotte – Quelle: http://www.flickr.de


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Christliche (?) Gewerkschaften“

  1. Leider gibt es für das Wort „christlich“ keinen Markenschutz – man muß damit leben, daß es für sehr verschiedene, nur zum Teil im eigentlichen Sinne christliche Dinge verwendet wird. Das ist kaum anders zu handhaben – denn wer sollte über den „rechten Gebrauch“ dieser Bezeichnung wachen? Und ab wann dürfte oder müßte sein Gebrauch geahndet werden?
    Wir können uns immer wieder aufregen, können mit voller Berechtigung darüber reden, argumentieren, schimpfen, schreien – aber sobald wir uns anmaßen, die Sprache restriktiv zu regeln und (noch so falschen) Gebrauch der Sprache zu ahnden, sind wir eine totalitäre Sekte.
    Was allerdings möglich ist: in religionswissenschaftlich und theologisch haltbarer Weise die Grundsätze des Christentums herausstellen und – öffentlich und diskutabel – mit den Grundsätzen der „Christlichen Gewerkschaften“ vergleichen.

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