Lambeth-Konferenz der Anglikanischen Kirche gestartet

In diesem Minuten startet die 14. Lambeth-Konferenz der Anglikanischen Kirchen auf dem Gelände der Universität von Canterbury in der britischen Grafschaft Kent.

Nach den Ereignissen der letzten Wochen (die Jerusalem-Konferenz des traditionalistisch-konservativen Flügels Ende Juni – vgl. „Droht Spaltung bei den Anglikanern?“ – sowie die Entscheidung der Generalsynode der Kirche von England den bischöflichen Dienst für Frauen zu öffnen – vgl. „Zukünftig auch Bischöfinnen in der Kirche von England“ – ) steht zu erwarten, dass es bei dieser Konferenz der Bischöfinnen und Bischöfe der anglikanischen Weltgemeinschaft zu kontroversen Auseinandersetzungen kommen wird. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Fragen „Frauenordination“ (also: Einbeziehung der Frauen in die Dienste als Diakonin, Priesterin oder Bischöfin) sowie ein liberalerer Umgang mit homosexuell empfindenden Menschen bis hin zur Frage homosexueller AmtsträgerInnen oder der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

Im Hintergrund der gesamten Debatte steht dabei allerdings auch das grundsätzliche Kirchenverständnis der Anglikanischen Kirche. Versteht sie sich als eine Kirchenfamilie, deren Familienmitglieder durchaus unterschiedlicher Ansicht sein können und auch voneinander abweichende Entscheidungen treffen können (ohne dass dadurch die Familie auseinanderbricht) oder als eine eher zentralistische, autoritäre, hierarchisch geordnete Gemeinschaft, die in allem miteinander konform ist. Diese Grundsatzfrage vermutet auch Dorothee Hahn, Priesterin der Anglikanischen Gemeinde in München, gegenüber dem Domradio in Köln (vgl. „Ein Interview mit Reverend Dorothee Hahn„) hinter den aktuellen Auseinandersetzungen.

Bislang war die anglikanische Kirche eher durch das erstgenannte Kirchenmodell bestimmt, welches auch meiner Vorstellung einer geschwisterlichen Einheit der Kirchen in ihrer ökumenischen Verschiedenheit entspricht (meine Geschwister haben auch ganz andere persönliche Wege eingeschlagen als ich, aber auch, wenn wir zu unterschiedlichen Dingen teilweise sehr unterschiedlicher Meinung sind, sind wir doch eine Familie und können miteinander feiern). Die konservativ-traditionalistischen Kräfte streben dagegen eher eine stärkere Hierarchisierung und – wenn ich vor dem Hintergrund des in Jerusalem installierten Bischofsrates recht interpretiere – auch deutliche Re-Klerikalisierung der Anglikanischen Kirche an.

Der Weg nach Rom wäre dann ja nicht mehr weit …

Weitere Infos:

Foto: stevecadman – abgebildet: der Lambeth-Palast – Quelle: http://www.flickr.de


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Herbst Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Universum Urlaub usa verantwortung video Weihnachten winter Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen