In unserem wöchentlichen Mittagsgebetskreis tauschen wir uns vorher aus. Wer etwas zum Erzählen hat (Gebetserhörungen, offene Fragen, Freude und Leid), teilt es den anderen mit, ehe dann jemand aus der Gruppe eine kurze Andacht hält.
Diesmal erzählte Stefan (Name geändert) von einer schweren Erkrankung seiner Mutter. Sie hatte schon längere Zeit Herzbeschwerden und es sollten neue Bypässe gelegt werden. Grund genug zum Sorgen und Sich-Gedanken-Machen für die Familie.
Als Stefan die Situation schilderte meinte er dann ganz trocken: “Das war jetzt ein Grund, mal richtig zu beten, was ich lange nicht so gemacht habe…”
Mir ging diese Bemerkung noch einige Zeit nach. Wohl mögen wir oft unsere Gebete sprechen, unsere Gebetszeiten einhalten, weil gewöhnt – aber wann fangen wir an, richtig zu beten? Im Sinne von intensiv, kräftig, anhaltend, dringend, wortgewandt, bittend, rufend, schreiend?
Und noch etwas ging mir nach: Hängt die Erfüllung von Bitten durch den himmlischen Vater von unserem intensiven und/oder lauten Gebet ab? Oder hört er nicht sowieso? Auch die leisen Seufzer oder die unausgesprochenen Worte?
Da fällt mir der Vers aus Jakobus ein:
“Elia war ein Mensch wie wir. Er betete inständig, es möge nicht regnen, und tatsächlich fiel dreieinhalb Jahre kein Wassertropfen auf das Land.” (Jakobus 5,17)
Tatsächlich gibt es inständiges Beten. Aber trotzdem werden wir nie etwas von Gott erzwingen können – er behält seine Souveränität in allem…
Foto: A. Meissner



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