Dawkins contra Gott

warum-rb.jpgBei Johannes B. Kerner trat ‚er‘ auf, ein Biologe, der die Theologie und Gott irgendwie abschaffen möchte: Richard Dawkins. Die Diskussion lief vielleicht ein wenig am Thema vorbei: gefragt waren Antworten zwar einerseits zu gewagten Thesen von Dawkins, hier wurde auch deutlich gekontert. Andererseits ging es aber um das Wesen des Atheismus. Anstatt die damit zusammenhängenden Fragen aber deutlicher aufzugreifen, wich man in der Hauptsache auf moralische, gesellschaftsfördernde und sinnstiftende Aspekte des Glaubens aus, was natürlich seine Berechtigung hat.  Man hätte sich aber vielleicht gewünscht, wenn eines mehr Raum bekommen hätte in der Diskussion: die Antwort auf die Frage, warum die Existenz Gottes denn wahrscheinlich ist. Denn das könnte auch die Frage sein, die Dawkins im Innersten bewegt. Hier lesen.

Hier Video ansehen: > Eine Frage des Glaubens – JBK vom 15.11.07 
Lesen Sie auch: > Irgendwas fehlte mir bei Kerner…
Bild:r.b.,pixelio.de


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Kommentare

30 Kommentare zu „Dawkins contra Gott“

  1. Avatar von MentalRover
    MentalRover

    Hi Theolounge,

    hmmm, ja ich habe verstanden, dass du auf meinen Kommentar hin etwas genervt reagierst.

    Mein Kommentar klang wohl selber genervt, daher also Remis.

    Vielen Dank dafür, dass die Thematik in den Kommentaren nun etwas ausgefeilter angegangen wird.

    Aber gerade der Link, auf den du in Nr. 15 verweist, unterstützt meinen Kommentar Nr. 10, mit dem ich weniger aggressiv kritisieren wollte, als es geklungen hat, sondern mehr meiner generellen Sorge über die Art und Weise der Debattenführung auf theologischer Seite Ausdruck geben wollte.

    Der verlinkte Artikel bei kamenin drückt das Problem auch recht gut aus. Was meinen Kommentar und deine Stellungnahme dazu angeht, möchte ich nur auf die Fussnote Nr 3 des Artikels verweisen:

    Man kann gerne Dawkins’ Meinung widersprechen, aber es ist schon sehr bedenklich, wie oft man bei publizierenden Gegnern, seien es nun Blogger oder tasächlich bezahlten Journalisten, nicht die leiseste Ahnung findet, was eigentlich seine Meinung ist. Man baut sich aus Medienversatzstücken anderer das Bild eines Fundamentalisten und Provokateurs zusammen, gerade um sich selbst nicht mehr sachlich mit den Argumenten auseinandersetzen zu müssen.

    Ich sehe erfreut, dass du es dir nun doch nicht ganz so einfach machst, wie ich zunächst befürchtet habe.

    Ganz platt gesagt: Es wäre vielleicht interessanter gewesen, die Dinge, die du ausführlich in den Kommentaren geschrieben hast, in den Artikel einzuarbeiten.

    (Nebenbei befremdet es mich auf einem Blog auch etwas, wenn aufgrund der Kommentare der Artikel ständig nachgearbeitet wird … das kenne ich eher aus einem Wiki.
    Somit bezieht sich dieser Kommentar auf einen Kommentar der einen im Prinzip nicht mehr vorhandenen Artikel kommentiert …)

    Aber das Argument der Sekundärliteratur, welches du mit …

    Wenn man also nun über gewissen Themen schreiben muss, weil es die Probleme der Zeit erfordern, dann muss man auf derartige Zusammenfassungen zurückgreifen.

    … zusammenfasst, halte ich bei diesem Thema doch für nicht angebracht, da es in der Atheismus-Debatte gefährlich ist:

    Dawkins prangert an, dass die Theisten ihm nicht zuhören und seine Argumente erstmal begreifen, dann tritt er in so einer Sendung wie dieser auf und wenn ich mich recht erinnere kam dann prompt auch wieder dieses Evolution=Zufall Argument von christlicher Seite, dass man hätte vermeiden können, hätte man das Buch an der Stelle mal aufmerksam gelesen und nicht direkt nur mit der Wo-Kann-Ich-Ihn-Kriegen-Brille.

    Klar fängt er bei sowas irgendwann an, genervt zu reagieren und prompt heißt es von den Christen: Na, aber wie verhalten Sie sich denn? Sehen Sie, der Beweis: Atheisten sind aggressiv!

    Ich habe sein Buch erst zur Hälfte gelesen (engl. TB), aber fühle mich im Glauben weitaus weniger provoziert oder beleidigt, als es aus den Ecken seiner Gegner immer polemisch behauptet wird. Vielmehr befürchte ich ja, dass genau das Debattier-Verhalten so mancher Christen (und eben Journalisten), mit denen er in Kontakt kommt, ihn immer mehr in die Ecke drängt, und wenn er sich dann aggressiver als vorher wehrt, hat man gleich einen Grund geliefert bekommen, fester draufzuschlagen.

    Ich halte zwar vieles, was er schreibt für diskussionswürdig, aber ich halte es eben auch für der Diskussion würdig.

    Und solche Sendungen wie Kerner und darum herum aufgebauter bzw. ähnlich gelagerter Journalismus sind für den Normalbürger, der sich über die Gottesfrage Gedanken macht, in dieser Thematik wenig hilfreich.

    Sachlich und detailliert zu den einzelnen Argumenten Stellung zu nehmen, das hat auch zumindest der Zuschauer verdient, der sich fragt, wer denn von den beiden Seiten der Debatte überhaupt noch vertrauenswürdig ist.

  2. Ich möchte feststellen, nur damit kein falscher Eindruck entsteht, dass ich mit

    aber es ist schon sehr bedenklich, wie oft man bei publizierenden Gegnern, seien es nun Blogger oder tasächlich bezahlten Journalisten, nicht die leiseste Ahnung findet, was eigentlich seine Meinung ist. Man baut sich aus Medienversatzstücken anderer das Bild eines Fundamentalisten und Provokateurs zusammen, gerade um sich selbst nicht mehr sachlich mit den Argumenten auseinandersetzen zu müssen.

    nicht Theolounge gemeint habe. Ein Beispiel für solches Verhalten eines bezahlten Journalisten (was ich dann sowieso ungleich schlimmer finde als bei einem Blogger) habe ich ja verlinkt. Ansonsten geht’s diesbezüglich in der amerikanischen Blog-Szene schon seit deutlich längerer Zeit über Dawkins hin und her, und meine Aussage war eher darauf bezogen. Da findet man eh deutlich extremere Positionen und Diskussionen.
    Hätte ich Theolounge gemeint, hätte ich auch hierhin verlinkt 😉

    (Allerdings teile ich MRs Ansichten über das Nachbearbeiten schon kommentierter Aussagen — ich hatte den Originalartikel erst nach der Bearbeitung gesehen und einige Mühe nachzuvollziehen, worum die Aufregung ging, bzw. musste mir selbst zurecht suchen, was überhaupt ursprünglich hier geschrieben stand).

  3. @MentalRover & kamenin

    sorry, ich musste den Artikel nacharbeiten, weil er zu unbedacht und schnell nebenbei eingestellt war von mir, was ich dann sogleich ziemlich bereut habe, siehe die Kommentare 😉 Versuche, das normalerweise nicht so auf die Schnelle zu machen, ist mir hier aber dummerweise mal passiert ;-(
    Generell werden die Artikel eigentlich nicht mehr verändert, höchstens marginal.

  4. Das Problem von Dawkins ist, dass er die Diskussion auf Grundlage des menschlichen Verstandes führen will. So wird er Gott nicht begegnen können. Der hat nämlich einen anderen Weg vorgegeben, wie z.B. in dem Gespräch von Jesus mit Nikodemus deutlich wird:
    http://www.bibel-online.net/buch/43.johannes/3.html#3,1

    Wenn er wissenschaftlich sein will, wie er es in Anspruch nimmt, dann muss er auch versuchen, den von Jesus skizzierten Gottesbeweis zu prüfen. Und das hat er offensichtlich nicht versucht.

  5. Philip- hast Du denn den von L. Ron Hubbard skizzierten Gottesbeweis geführt? Kannst Du Dir dann trotzdem ein Urteil über die Wahrheitsansprüche dieser ‚Religion‘ erlauben?

  6. Avatar von MentalRover
    MentalRover

    @kamenin:

    Klar war die Fussnote nicht auf TheoLounge gemünzt, aber danke für die explizite Darstellung.

    Mir geht es auch mehr ums Prinzip als um diesen konkreten Artikel hier, er war lediglich Anlass.

    Mein Satz:

    […]Argument von christlicher Seite, dass man hätte vermeiden können, hätte man das Buch an der Stelle mal aufmerksam gelesen und nicht direkt nur mit der Wo-Kann-Ich-Ihn-Kriegen-Brille.

    … war dann auch geprägt durch das, was ich auch in amerikanischen Blogs gelesen habe.
    Ich denke einfach, das es der Debatte nicht förderlich ist, wenn dieselben Fehler im Jahresrhythmus der Erscheinung von Übersetzungen in den jeweiligen Ländern in jeweils anderer Sprache wiederholt werden.

    Wir leben im Land Luthers, Küngs, Kants, Einsteins und Dürrs. Da sollten wir Dawkins doch mit mehr als dem Wiederkauen amerikanischer Fehler begegnen können….

  7. @kamenin:
    Wenn man einen korrekten Beweis gefunden hat, dann erübrigt sich die Suche nach weiteren Beweisen. 😉

    Wer sagt, dass er keinen Beweis und keine Widerlegung hat, muss eben weiter suchen.

  8. Wenn ich mich mit jemandem unterhalten will, der meint einen Beweis zu haben, den er aber leider nicht erklären kann, dann unterhalte ich mich mit dem Obdachlosen vor unserem Physikgebäude, der nach Deinen Wahrheitsmaßstäben wahrhaftig die Relativitätstheorie widerlegt hat.

  9. […] Sie auch: > Dawkins contra Gott  > Dawkins und Glaube […]

  10. mein Senf zum Thema:

    ich denke das eigentlich Besondere an Dawkins`Buch ist nicht daß der Autor Atheist ist. Auch nicht die schlüssige Logik des Inhalts (damit allein kämen sicher auch einige andere Glaubenskritiker in den Genuß breiter öffentlicher Debatten).

    Das eigentlich Besondere ist die verständliche Sprache, der Humor und damit last but not least der Verkaufserfolg. Das Buch wird eben gelesen…und das mit großer Freude. 🙂

    Der Inhalt muß (anders als die Bibel) nicht interpretiert oder schöngeredet werden, der erklärt sich von selbst.

    Empfehlenswert.

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