Dawkins contra Gott

warum-rb.jpgBei Johannes B. Kerner trat ‚er‘ auf, ein Biologe, der die Theologie und Gott irgendwie abschaffen möchte: Richard Dawkins. Die Diskussion lief vielleicht ein wenig am Thema vorbei: gefragt waren Antworten zwar einerseits zu gewagten Thesen von Dawkins, hier wurde auch deutlich gekontert. Andererseits ging es aber um das Wesen des Atheismus. Anstatt die damit zusammenhängenden Fragen aber deutlicher aufzugreifen, wich man in der Hauptsache auf moralische, gesellschaftsfördernde und sinnstiftende Aspekte des Glaubens aus, was natürlich seine Berechtigung hat.  Man hätte sich aber vielleicht gewünscht, wenn eines mehr Raum bekommen hätte in der Diskussion: die Antwort auf die Frage, warum die Existenz Gottes denn wahrscheinlich ist. Denn das könnte auch die Frage sein, die Dawkins im Innersten bewegt. Hier lesen.

Hier Video ansehen: > Eine Frage des Glaubens – JBK vom 15.11.07 
Lesen Sie auch: > Irgendwas fehlte mir bei Kerner…
Bild:r.b.,pixelio.de


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Kommentare

30 Kommentare zu „Dawkins contra Gott“

  1. Ich habe die Diskussion auch gesehen und fand die Argumente von Huber, Jaschke und Geisler durchaus nicht „weichgespült“. Natürlich muss auch ein „gestandener Theologe“ zugeben, dass es in der Bibel Aussagen gibt, die wir heute nicht mehr glaubenund dass es Fehlentwicklungen im Christentum gab und gibt, die kritikwürdig sind. Das Falsche an der Kritik Dawkins ist ja, dass er mit Bausch und Bogen ablehnt, was für Milliarden von Menschen – zumindest theoretisch – die Grundlage ihres Glaubens und Handelns ist. Dass wir uns in der Praxis, im täglichen Leben, meist auch wie Atheisten – so als gäbe es keinen Gott – verhalten, ist eine traurige Realität.

    Was hätten „gestandene Theologen“ denn sonst sagen sollen, habe ich beim Lesen des pro-Artikels von Andreas Dippel gefragt. Was meinst du?

    Und was meinst du eigentlich mit der Aussage, Dawkins sei ein „einfacher Biologe“ und jemand, „der sich Wissenschaftler nennt“?

  2. Und was meinst du eigentlich mit der Aussage, Dawkins sei ein “einfacher Biologe” und jemand, “der sich Wissenschaftler nennt”?

    Ist es nicht zum Schreien komisch, wenn jemand, der Klartext fordert, nicht einen winzigen Beitrag zum sachlichen Diskurs liefert und stattdessen allein die Person zum Thema macht, und diese durch diverse Pejorative (leibhaftig) und Aussagen mit vermeintlicher Suggestivkraft (einfacher Biologe) herabzuwürdigen sucht?

    Dieser Beitrag von Theolounge ist ein Armutszeugnis für den Autor.

  3. Sorry, muss mich etwas entschuldigen, denn nun war ich es, der polemisch agiert hat. Habe zudem nur den Bericht über die Diskussion gelesen, also allein von daher muss ich schon aufpassen, wenn ich argumentiere.
    Das „einfacher“ Biologe habe ich auch gestrichen, meine damit aber (so wie ich die Diskussion mitbekommen habe), dass er, als Biologe, viele philosophische Überlegungen gar nicht wahrnimmt, beispielsweise, dass es die Frage ist, ob das Weltbild nach Demokrit und Epikur, dem sich der heutige Materialismus anschließt, überhaupt richtig ist. Denn dieses Weltbild ist eine bloße Annahme und nicht bewiesen. Bewiesen sind viele physikalische Gesetzmäßigkeiten, die auch die Wirklichkeit so abbilden, dass man damit arbeiten kann. Aber es scheint mir unsinnig zu sein, Gott leugen zu wollen aufgrund biologischer Erkenntnisse und zudem alles Übel der Religion anhängen zu wollen. Das finde ich als Polemik. Und damit meinte ich auch „einfacher“ Biologe, der solche Dinge nicht differenziert betrachtet, was er ganz offensichtlich nicht getan hat.
    Die Kritik an den „gestandenen“ Theologen bedeutet für mich (so wie ich es aus dem Artikel freilich entnehmen konnte), dass es zb ein Herr Huber nicht schafft, so zu sprechen, dass das Volk etwas davon mitbekommt. Das finde ich arm.
    Wenn es um die Hölle zb geht, könnte man das in den Zusammenhang präsentische – futurische Eschatologie setzen: hieße: wenn die Menschen hier auf Erden beginnen, Gottes Willen zu tun, dann bricht Gottes Reich schon hier an.
    Man könnte also (konkret) antworten: Leute, ihr macht Euch Eure Hölle bereits selbst. Es ist die Gottesferne, die Eure Hölle ist.
    Und man könnte futurisch sagen, dass die Hölle irgendwie doch etwas kontretes sein kann: beispielsweise die Ferne von Gott. Man kann sagen, dass es verschiedene Ansichten dazu gibt, aber man sollte auch eine Ansicht dann anführen: wir wissen vielleicht nicht genau, wie das so sein mag mit der Hölle, aber eine Vorstellung davon ist, dass man fern von Gott ist. Und was das bedeutet erkennt man eben schon in der Gegenwart – wie ich oben angerissen habe.
    Sorry wegen meiner metaphorischen und wertenden Ausmalungen wie der „Leibhaftige“, hier bin ich etwas übers Ziel hinausgeschossen, da Dawkins ein Mensch ist und keinesfalls in diesen Zusammenhang gestellt gehört. Zudem wäre es eine Überhöhung seiner Person, da er m.E. keineswegs derart bedeutsam ist, wie hier dargestellt.
    Mit der Aussage: er nennt sich Wissenschaftler – meinte ich, dass er dann auch in Glaubensdingen differenziert argumentieren sollte, was er (so wie ich es mitbekommen habe) aber keinesfalls tut. Das denke ich, ist nicht korrekt für einen Menschen, der analytisch und wissenschaftlich an Themen herangeht. Drum eben auch die Formulierung „einfacher“ Biologe, weil er es scheinbar (wie ich dem Artikel entnahm) nicht schaffte, dialektisch zu denken, zu erkennen: es gibt sowohl solche, als auch solche.
    Die Theologen in der Runde schafften das zwar scheinbar, aber sie blieben offensichtlich zu diffus in ihren Aussagen, also konnten dem wohl zu wenig entgegensetzen.
    Mein Problem ist, dass ich aufgrund eines Artikels schreibe, ohne den Beitrag gesehen habe, das kann man mir vorwerfen. Habe mich nun einigermaßen korrigiert und bin wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen, aber das, was ich (auch in bisherigen Artikeln) über Dawkins mitbekommen habe, hat zu dem Bild geführt, das ich hier beleuchtet habe.

  4. Avatar von Margaritenschneefeld
    Margaritenschneefeld

    Wohl nicht nur Dawkins hat mit evangelischer Theologie und christlichem Glauben seine Schwierigkeiten!

    Immerhin scheint eine Diskussion zu beginnen…wurden bisher und werden doch die „Abtrünnigen“ stets ausgebuht an die Wand gestellt!
    Chats und Foren beim ZDF:–> Das neue Interesse am Atheismus.

    Eigentlich kann man sich diese Diskussion sparen, trifft doch die Aussage von Reinhard Mey den Nagel auf den Kopf:

    »Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, ich halt sie arm!«

    Somit wurde wieder einmal die Erhöhung des Kindergeldes verschoben…die Gehnehmigung der Diäten gerechtfertigt auch ohne Studie..ohne Hindernisse… Es werden sich die Herrschaften Theologen einen Logenplatz im Augustinum sichern oder anderen Etablissements „gleicher Sozietät“…aber doch nicht mit Ali in ein Mehrbettzimmer in eine Altenheim-Legebatterie einziehen, wo künftig geschächtetes Fleisch in der Kantine aufgetischt wird…

    Das Christentum hat sich für mich als Frau als ein Mega-Lügensystem entpuppt, in welchem die Frauenrechte nicht geschütz waren (wie in allen monotheistischen patriarchalischen Religionen auch!) Es könnte sich glatt der Verdacht aufdrängen, Christentum, Kinderreichtum und Frauenaltersarmutstum stünden in irgendeiner Weise im Zusammenhang! 🙂

    Den Mythos selbst könnte man ja noch stehen lassen, modifizieren, wer will akzeptieren… Das Schlimmste am Christentum sind jedoch seine Darsteller in ihrer Widersprüchlichkeit, in ihrem Verfolgungswahn, ihrer Intoleranz und ihrem Fanatismus und ihrer mangelnden Bereitschaft, zu entschädigen bzw. nur ANZUSCHAUEN, was sie anrichten!

    Nein, das Christentum nimmt andererseits seltsam überhebliche Formen an! Bayerische Geschäftsleute wollen ein Christus-Monument erstellen (und errichten sich damit ihr wahres Symbol: ihr goldenes Kalb, um das sie bereits munter tanzen!) Vonnöten wäre dagegen ein Mahnmal für die ungezählten Opfer am Wegesrande dieses christlichen Treibens!

    Mir fallen gerade die Parallelen auf zwischen dem „Evangelium“, seine Methoden an den Mann zu bringen, und den nicht gehaltenen Versprechungen

    und den Methoden des RADIKALEN MANAGEMENTS in der neuen Generation in Wirtschaft und Politik! Die Mitläufer und Duckmäuser der neuen GEHORSAMSKULTUR! (nicht nur im mittleren Management)

    In meiner evangelikalen Zeit fiel mir noch was auf: es gab zunehmend „Berater“ und „Unternehmensberaterfirmen“, die sich in dieser Szene tummelten…

    Auch die Evangelische Kirche läßt sich „beraten“—Nun, wozu braucht sie Berater? 🙂
    Damit ein Schimmer des Heiligen Glanzes des Kerzenscheines abfällt auf die Medienberaterfirma? 🙂 Und deren Genialität erhöht? Auswahlprinzip!

    Gekaufte Kommunikation. Aber in der Praxis herrscht

    KOMMUNIKATIVES ANALPHABETENTUM!!!

    Beide haben eine Geheimlehre. Beide arbeiten mit Sanktionen.
    Am Anfang steht ein Schlachtruf!

    „Einsparung von TAUSEND! Mitarbeitern….“ z.B. (die armen christlichen Ärzte im Marburger Bund in den christlichen Kliniken…sie haben etliche Male mehr Burnout!! als in der profanen Welt!)

    Aber die Versprechungen sind nicht überprüfbar…Es soll ein FOLGE-PAKET verkauft werden ! 🙂 Ich kenne das: „Du glaubst nicht richtig…“

    Am Anfang war also der „erste Kundenkontakt“… das erste Love-Bombing des Missionars mit dem voluminösen Präsentationsgehübsch!

    Aber „die zehn Gebote“ sind STANDARDWARE! Standardware als Touch des Neuen, des Zukunftsweisenden… ? Dass wir in der Endzeit leben, weiß doch jedes Kind! Jede andere Religion kennt Endzeitmythen!…
    (Funktionieren in der Praxis tut nämlich nichts….all die virtuellen versprochenen Arbeitsmärkte usw….die uns Heerscharen und Herrenscharen versprachen!)

    Der Blöff der Berater und der Blöff des Evangeliums sind eins! 🙂

    Sowohl Theologen als auch Berater sind geniale Vereinfacher (oder einfach nur Lügenbarone!)

    Zum Schluß ein Link:
    http://www.livenet.ch/www/index.php/D/article/633/35750/

  5. Kommentar 4 z.B. zeigt, dass klare und verständliche Aussagen durchaus gefragt wären. Aussagen, die klar machen, warum es durchaus auch sehr wahrscheinlich sein kann, dass es Gott gibt, denke ich.

  6. An solchen Aussagen wär ich allerdings auch sehr interessiert.

    Du kannst Dir die Sendung online anschauen über die ZDF-Mediathek. Du opferst dafür aber eine Stunde Lebenszeit, die man auch sinnvoller verbringen kann. Ist aber auch von Deiner Einstellung zu Johannes Kerners „Gesprächsführung“ und Deiner Fähigkeit, masochistisches Vergnügen zu empfinden, abhängig.
    Ansonsten solltest Du wirklich Dawkins‘ Buch lesen. Nicht weil ich glaube, dass Du dich das erleuchtet oder Du vom Glauben abfallen würdest. Aber als angehender Lehrer wirst Du Dich eh irgendwann in der Debatte wiederfinden. Das wirkt dann kompetenter, wenn Du Dich mit dem Buch selbst schon auseinandergesetzt hast. Das haben manche bezahlte Journalisten offenbar nicht.

    Nur zur Anregung: wenn Du „Gott-Ferne“ in Deinem Kommentar durch „Menschen-Ferne“ übersetzt, verliert Dein gesellschaftlich relevanter Ansatz dadurch irgendwas?

  7. @Kamenin

    Hast recht, wenn ich mal Zeit hab, werd ich das Buch selber lesen, bis dahin bin ich aber leider auf Sekundärberichte angewiesen. PRO schreibt normalerweise zwar tendenziös christlich natürlich, ist aber durchaus reflektiert, so meine Ansicht.

    Gott-Ferne und Menschenferne hängen m.E. nach christlichem Glauben eng zusammen: in der Gemeinschaft ist Gott in besonderer Weise erlebbar, so der Urgedanke des Gemeindebegriffs („wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen“, zudem wurde Gott gleichsam selbst Mensch. Es gibt einige weitere Anzeichen dafür, dass beides zusammengehört, zb. auch der Gedanke: „was Du einem meiner geringsten Brüder getan hast, das hast Du mir getan“. Jeder Mensch wird gesehen als Geschöpf Gottes und es ist nach christlichem Glauben nicht egal, wie man mit dem Mitmenschen umgeht, weil man in ihm auch ein gewolltes Geschöpf Gottes erblicken kann.

    Kann jetzt nicht erkennen, wo mein gesellschaftlich relevanter Ansatz dadurch verlieren sollte.

  8. Nö, der Punkt war eigentlich, dass Du Deine Ethik auch rein menschenbezogen formulieren könntest, ohne den Kern zu verlieren. Wenn das mit der Hölle doch nur eine humanistisch gemeinte Metapher war, vielleicht dann ja auch die Sache mit Gott überhaupt.

    Ich hab nichts prinzipiell gegen PRO oder den Artikel. Und tendenziöses Schreiben lehne ich auch nicht grundsätzlich ab 😉

  9. @theolounge

    Sorry, muss mich etwas entschuldigen, denn nun war ich es, der polemisch agiert hat

    Akzeptiert

    Aber es scheint mir unsinnig zu sein, Gott leugen zu wollen aufgrund biologischer Erkenntnisse

    Das tut eigentlich niemand (von Relevanz) schon gar nicht Dakwins. Es seid doch ihr Gläubige, die die Existenz Gottes postulieren. Dieses Postulat unterzieht (nicht nur) Dawkins einer kritischen Überprüfung, wozu er im wesentlichen wissenschaftstheoretische Überlegungen bemüht.

    und zudem alles Übel der Religion anhängen zu wollen. Das finde ich als Polemik

    Lies Dakwins Buch und du wirst an verschiedenen Stellen feststellen, dass er genau das nicht tut.
    Wir haben also hier zweimal eristische Dialektik deinerseits. Was ein „Strohmann-Argument“ ist, wirst du hoffentlich wissen?

    Nochmal: Behrzuige Kamenins Tip und lies das Buch, es wird dich möglicherweise davor behüten die unsauberen Argumente von Dakwins Gegnern in den öffentlichen Debatten städnig zu wiederholen.

    @kamenin

    tendenziöses Schreiben lehne ich auch nicht grundsätzlich ab 😉

    Nö natürlich nicht. Warum auch. Aber dem Gegner Polemik vorzuwerfen und selbst glkeichzeitig nichts andseres als Polemik abzuliefern, verstößt mMn gegen die Waffengleichheit. Viel schlimmer noch: Dem aufmerksamen Leser entgeht es natürlich nicht.

  10. Avatar von MentalRover
    MentalRover

    Nachdem Dawkins ein über 400 Seiten starkes Buch herausgebracht hat (engl. TB-Ausgabe) und nun mal eine Stunde in einer Sendung auftreten darf, schreiben Journalisten eine etwas längere Kolumne, die von Dir, Theolounge dann auf einen Absatz verkürzt wird.

    Hast recht, wenn ich mal Zeit hab, werd ich das Buch selber lesen, bis dahin bin ich aber leider auf Sekundärberichte angewiesen. PRO schreibt normalerweise zwar tendenziös christlich natürlich, ist aber durchaus reflektiert, so meine Ansicht.

    Trotzdem finde auch ich es weder der generellen Thematik noch Dawkins‘ Buch im Speziellen angemessen, durch gefiltertes Lesen bereits gefilterter Aussagen mitreden zu wollen.

    Mit „gefiltert“ meine ich dabei sowohl von der gefärbten Bewertung als auch von der selektiven Auswahl der wiedergegebenen Inhalte her.

    Sorry, aber auf die gleiche Weise kann man glauben, nach einem halben Jahr versäumten Deutschunterricht die Examensarbeit mit dem Lesen des Buch-Klappentextes bestehen zu können.

    Dies trägt nicht zur Verbreitung der Glaubwürdigkeit der Christen in der Debatte mit dem Atheismus bei, sondern verstärkt nur die Vorurteile des „Nachplappern statt Selberdenken“.

  11. Avatar von MentalRover
    MentalRover

    (Zu dumm … wie quotet man denn hier?? Mein zweiter Absatz war ein Zitat)

  12. @Mentalrover

    Sorry, jetzt muss ich wirklich mal Deine Todschlagargumente als solche entlarven. Hast Du Dawkins Buch gelesen, der Du hier ebenfalls darüber schreibst ? Wenn ja, fein ! Dann kannst Du ein ganzes Stück besser argumentieren.
    Lass Dir aber gesagt sein, dass die gesamte Geistes- und Naturwissenschaft darauf beruht, dass man auf Sekundärliteratur zurückgreifen muss. Zu kurz ist die Zeit des Menschen, alles im Original zu lesen, zu klein sein Gehirn, um alles selbst herauszufiltern. Wenn Du z.B. Dich über die Neoteriker informieren willst, macht es Sinn, sie selbst zu lesen, aber es wird Zeiten geben, wo Du etwas über sie aussagen musst, ohne jedes ihrer Werke gelesen haben zu können.
    Die gesamte wisschenschaftliche Szene ist darauf angewiesen, zitieren zu können. Ebenso ist es bei Examen beispielsweise, wo es nicht wichtig ist, jede Schrift von Habermas oder Parson oder Meads gelesen zu haben, sondern zu wissen, worum es geht und auch wertende Stellungnahmen (am besten in beide Richtungen ) dazu zu kennen und ihren Tenor abschätzen zu können.

    Nun ist das PRO Medienmagazin keine wissenschaftliche Buchgesellschaft, die jeglichen Artikel mit zig Fußnoten markiert, es ist aber ein – wenn auch tendenziös christlich ausgerichtetes – Magazin, das in der Regel reflektiert und nicht polemisch schreibt.

    Wenn man also nun über gewissen Themen schreiben muss, weil es die Probleme der Zeit erfordern, dann muss man auf derartige Zusammenfassungen zurückgreifen. Man muss sich drauf verlassen, dass Aussagen, wie Dawkins sehe Gott als „Wahnvorstellung“ und Religion als tendenziell „böse“ (PRO 5/2007, S.7) an, durch Dawkins schriftstellerisches Werk belegt werden.

    Es ist ähnlich, wie Karl Barth über die Dialektik des Glaubens spricht:
    Wir als Menschen können nicht über Gott reden.
    Wir als Menschen sollen aber über Gott reden.

    Nun ist der Fall hier natürlich weniger spektakulär, aber es geht darum: es gibt Themen, die aufgrund ihrer Aktualität behandelt werden müssen. Tut man es nicht, überlässt man anderen dies – und das kann negative Folgen haben, wenn es Polemiker sind, die dann alleine das Wort haben.
    Also muss man schreiben. Man hat keine Wahl, es sei denn, die öffentliche Meinung interessiert einen nicht.

  13. Nach Ansehen der Kerner Sendung habe ich nun den Kurzartikel etwas abgeändert. Die Diskussionsstränge waren nicht so schlecht, wie ich erwartet hatte, sogar einigermaßen gut. Aber irgendwie fehlte dann doch das Thema ein bischen: warum sollte man eigentlich an Gott glauben, warum ist Gott wahrscheinlich ? Das kam recht kurz.

  14. Hier ist noch ein Link zu einem Vortrag von Bischof Huber zum Thema „Glaube und Vernunft“, in dem er auch auf Dawkins eingeht:

    http://www.ekd.de/vortraege/071120_huber_berlin.html

  15. Nach Ansehen der Sendung wollte ich einen eigenen Artikel schreiben, doch jüngst fehlte mir Zeit und Muße.
    Einen gut geschriebenen, der die Kritik deutlich macht an der Kerner – Sendung habe ich unten angegeben.

    Denn es war doch einiges recht zwielichtig bei Kerner:

    Das Kräfte – Verhältnis: drei Christen, davon 2 Berufstheologen gegen einen Einzelnen. Einen Atheisten. Ist er so gefährlich, dass man ihn so in die Mangel nehmen muss ? Im Verhältnis 3:1 ? Und könnte damit nicht eher der schon bei Eva Herman aufgekommene Mitleidseffekt nur allzu leicht wieder aufglühen ?

    Die fehlenden Aussagen: es ging zentral auch um eines: Atheismus. Gibt es Gott ? Gibt es ihn nicht ?
    Diese Frage hätte thematisiert werden müssen, und zwar nicht nur am Rande. Vertane Chance, keine Aussagen dazu. Warum nicht ? Hat die Kirche keine dazu ?

    Das ausweichen auf die gesellschaftliche Ethik und psychologische Argumentationen: die Welt sei irgendwie schöner mit Gott, und ohne seine Liebe könne man sie sich doch gar nicht vorstellen. Korrekt ! Aber das war eigentlich nicht gefragt. Gefragt wäre gewesen: wie wahrscheinlich ist Gott ? Warum kann Dawkins behaupten, es gäbe ihn nicht ? Was spricht für ihn ? Warum haben die Theologen die Chance nicht genutzt, um von der Wahrscheinlichkeit zu reden, dass Gott existieren muss, ausgehend beispielsweise davon, dass es nicht klar ist, was eigentlich Realität ist, was eigentlich Matierie ist, was der Ursprung von allem ist (letzterer Gedanke wurde lediglich kurz angerissen) ? Warum hat man sich auf bloße Verteidigung und Verklausulierung in theologischem Jargon verlegt ? Hätte man die Chance nicht besser nutzen sollen ?

    Hier lesen:
    http://kamenin.wordpress.com/2007/11/19/die-offentlich-rechtliche-auseinandersetzung-mit-religion-und-atheismus-teil-2/

  16. […] Sie auch: Dawkins contra Gott  Bild: […]

  17. Avatar von Philip

    Hallo,
    leider habe ich die Sendung nicht gesehen.
    Aber lasst mich hier ein bisschen Werbung für meinen neuen Blog machen, passt ja zum Thema:
    http://frohebotschaft.wordpress.com/2007/11/26/richard-dawkins-ein-bedauernswerter-atheist/

    Die Vorstellung, dass die Hölle ein Zustand „fern von Gott“ ist und das eben ein sehr qualvoller Zustand ist, klingt plausibel.
    Bleibt noch die Frage, warum der barmherzige Gott so herzlos scheint. Nun, ich denke, diese Menschen haben sich ja selbst dafür entschieden, ohne Gott zu leben.

    Wie auch immer, da kann man viel spekulieren. Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass Gottes Gericht gerecht sein wird. Und das steht völlig in Einklang mit dem barmherzigen Gott.

  18. @Philip
    Gut geschrieben 😉 Bist Du Theologe , oder einfach an solchen Dingen interessiert

  19. Avatar von Philip

    Ich versuche stets, das Wesen von Gott zu ergründen, sein Wort besser zu verstehen und ihm nahe zu sein. Ich bin der Überzeugung, dass man diesen Weg nur durch einen in sich wachsenden Glauben gehen kann und dass mir Intelligenz und Bildung keine besseres Verständnis bringen, sondern allein die Gnade Gottes.
    Ich fühle mich berufen, den Menschen von dem lebendigen Gott zu erzählen, der mich aus meiner Elend errettet hat.
    Wenn das ein Theologe ist, dann bin ich einer.

    Wenn es um den Begriff „Theologe“ im landläufigen Sinne geht: nein.

    😉

  20. @Philip
    Ich denke, Wissen und Glaube sind wichtig, und die Gnade Gottes, also stimme im Grunde zu. Fein, dass Du den Weg hierher gefunden hast. 😉

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