
Es ist kurz vor sieben, die Welt ist noch leise. Über mir steht ein einzelner Stern im Blauschwarz, und ich stehe da und sehe ihn einfach an. Kein Termin, keine Nachricht, keine To-do-Liste. Nur dieser Moment.
Danke für diesen neuen Tag.
Er liegt noch unberührt vor mir, mit allem, was er bringen wird: Gutes, Anstrengendes, Überraschendes. Ich muss ihn nicht schon vorab im Griff haben.
Danke für das Licht, das langsam kommt.
Für diesen Himmel zwischen Nacht und Morgen, der mir zeigt, dass Übergänge schön sein können. Auch meine eigenen.
Danke für das, was bleibt.
Der Stern ist noch da, obwohl die Nacht geht. Das erinnert mich an die Menschen, die mich tragen, auch wenn ich sie gerade nicht sehe. Danke für sie.
Danke für das Unscharfe.
Die Bäume am Rand sind verwischt, nichts ist ganz klar. So fühlt sich manches in meinem Leben an. Danke, dass ich nicht alles scharf sehen muss, um weiterzugehen.
Danke für meinen Atem, meine Füße, meine Neugier.
Für alles, was ich heute mitbringe, auch für meine Müdigkeit und meine Zweifel. Sie gehören zu mir und dürfen mitkommen.
Gib mir heute offene Augen für kleine Wunder und ein weiches Herz für die Menschen, die mir begegnen. Und wenn es hektisch wird, lass mich an diesen Stern denken, klein, still und trotzdem da.
Ich gehe los, dankbar.
Amen.



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