Wie in den „Ökumene-Nachrichten“ berichtet wird, hat der Magdeburger römisch-katholischen Bischof Gerhard Feige in einem offenen Brief an die evangelischen Christinnen und Christen eingeräumt, dass mit der Erklärung der Glaubenskongregation vom Juli (vgl. Beitrag “ Nur Rom ist Kirche“ in diesem Blog) „Salz in eine offene Wunde gestreut worden“ sei; auch ihm bleibe verborgen, „warum schon wieder und gerade jetzt“. Er ermutigt dazu, sich jetzt nicht gegeneinander aufbringen zu lassen, sondern „weiter nach Wegen zu größerer Gemeinsamkeit in Zeugnis und Dienst zu suchen.“
Ich finde es erfreulich, dass nun von römisch-katholischer Seite die unnötige Abgrenzung der Glaubenskongregation etwas relativiert wird. Schade nur, dass Feige im gleichen Atemzug dann auch deutlich machen muss, dass ihn „manche evangelischen Profilbestrebungen in Deutschland mit deutlich antikatholischen Abgrenzungen befremden.“ – Man muss ja nicht gleich zum Gegenangriff übergehen, wenn man die Position der eigenen Konfession etwas relativiert, und dem Gegenüber sagen: Du bist aber auch nicht besser.
Außerdem finde ich eine klare Profilierung der einzelnen Konfessionen sehr sinnvoll. Es sind schließlich unterschiedliche Kirchen, die auch Menschen mit unterschiedlichen spirituellen oder liturgischen Bedürfnissen, oder unterschiedlichen Vorstellungen von der Verfassung einer Kirche ansprechen. Ob eine solche Profilierung der anderen Konfessionen dann – wie unterstellt – als anti(römisch)katholisch gemeint ist oder auf römisch-katholischer Seite nur als solche empfunden wird, sind dabei allerdings möglicherweise zwei unterschiedliche Sachen.



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