Die angeblich todkranke Nierenspenderin war bloß eine Schauspielerin, die nierenkranken Mitspieler waren hingegen echt, waren aber eingeweiht. Nun atmet Europa auf. Die Show hat also wohl ihr Ziel erreicht: das Organspendethema in die Öffentlichkeit zu tragen – und nebenbei den Sender zu promoten. Mit der ersten Erleichterung stellt sich jedoch auch gleich eine weitere Frage: heiligt der Zweck die Mittel ? Ist es legitim, für einen scheinbar guten Zweck abertausende Menschen bewußt zu täuschen ? Ist der auf diese Weise massiv geschehene Organspendeaufruf ein guter Zweck ? Oder ist er nicht vielmehr das Unter-Druck-Setzen einer breiten Öffentlichkeit ?
Ist dies nicht erzwungenes „ethisches“ Handeln, wenn Menschen durch Fehlinformationen und bewußte Manipulation der Emotionen dazu veranlasst werden, nun Organspendeausweise zu beantragen ?
Die Sache bleibt – auch nach dieser Enthüllung – durchaus kritisch. Die Behauptung, der eigentliche Skandal sei die mangelnde öffentliche Sensibilität gegenüber dem Thema, bleibt zunächst eine Behauptung.



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