Jeder 8. Studienanfänger zweifelt an Evolutionstheorie

zzz_affen1.jpgSicherlich ist es eine Theorie. Aber sie ist bisher doch recht wahrscheinlich. Gut, man kann sich kaum vorstellen, dass sich über Jahrmillionen beispielsweise ein Betriebssystem wie Windows einfach so aus sich selbst heraus entwickelt. Gedanken wie diese stehen sicher auch hinter der kritischen Einstellung gegenüber dieser Theorie. Es wird wohl noch längere Zeit dauern, bis die Faktenlage vielleicht immer klarer wird. Andrerseits gilt eben die Evolutionstheorie als sehr wahrscheinliche Arbeitshypothese.

Der umgekehrte Fall, nämlich eine wortwörtliche Auslegung des biblischen Schöpfungsberichts wird dem Thema aber sicher auch nicht gerecht. Denn die beiden Schöpfungsberichte der Genesis (1.Mose) sind gewissermaßen auch Erklärungsversuche für die Weltentstehung. Ein genaues Wissen darüber haben sie aber auch nicht, da ja niemand dabei war. Sie sind somit theologisch reflektierte, wissenschaftliche Analyse der damaligen Zeit. Zeitlos sind sie aber auch heute noch in ihrer tieferen Bedeutung: sie sehen Gott als Ursache des Seienden, als ersten Beweger, als schöpferische und dem Menschen zugeneigte Energie, als personale Existenz.

Es kommt somit weniger darauf an, die Evolutionstheorie als solche gänzlich zu hinterfragen – denn wissenschaftlich gesehen besitzen wir derzeit keine plausiblere Erklärung. Denn die verbalinspirative Sicht einer Weltschöpfung in 7 Tagen wird der historischen Bibelwissenschaft nicht gerecht, denn die Bibel geht auf verschiedene Redaktionsstufen und Redaktoren zurück. Allerdings reflektiert sie über den Urgrund allen Seins, Gott, und dies findet auch in den Schöpfungsberichten seinen Ausdruck: Gott hat die Welt erschaffen, das Universum und hat den Menschen in Existenz kommen lassen. Wie er das aber genau tat, können wir wohl kaum wissen. Aber er tat es sicherlich nicht in genau 7 Tagen. Dass er es aber letztlich tat, darüber ist die Bibel gewiß.

.

Und mag auch die Bibel verschiedene Redaktionsstufen haben, so werden diese doch im neuen Testament deutlich weniger, da die zeitliche Distanz zum Geschehen sehr gering ist. Die ersten erhaltenen Paulusbriefe sind nämlich gerade ca. 20 Jahre vom Ereignis der Auferstehung entfernt. An dieser Stelle zeigt sich somit eine sehr zeitnahe Sicht zu dem wohl wesentlichsten Geschehen der Menschheit: dass nämlich Gott sich selbst dem Menschen offenbarte, zeigte, wie er von seinem Wesen her ist – in Jesus.

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Kommentare

21 Kommentare zu „Jeder 8. Studienanfänger zweifelt an Evolutionstheorie“

  1. „Jeder 8. Studienanfänger zweifelt an Evolutionstheorie“…Das wird dann wohl ein Grund für die hohe Abbrecherquote sein.

    „Sie sind somit theologisch reflektierte, wissenschaftliche Analyse der damaligen Zeit.“ Ihr pervertiert den Wissenschaftsbegriff. Die Schöpfungsberichte sind das Pendant zu Grimms Märchen, verfasst von machthungrigen Schreibern, welche den Menschen eine Botschaft vermitteln wollten: Tu was wir dir sagen, oder du kommst in die Hölle! Seit euch die Angst als Mittel zur Durchsetzung eurer Interessen abhanden gekommen ist, versucht ihr es mit Kuscheltexten, wie auf dieser Seite. Gute Laune verbreiten, oder in eurem Fall „good vibrations“. Kein Marketing-Gag ist abgedroschen genug, um es damit nicht doch mal zu versuchen, gell? Lounge-Music, lounge-puzzle und Grusskarten…ein HERRlich seichtes Programm. Aber mal ehrlich, glaubt ihr, damit könnt ihr Bravo-TV das Wasser abgraben?

  2. Liebe „weltwurst“. Der Wissenschaftsbegriff gilt auch für Geisteswissenschaften. Das, was Du da ansprichst, hat Stoodt in den 70er Jahren kritisiert und differenziert, nämlich Religion 1 und Religion 2.
    Religion 1 ist die institutionalisierte und Herrschaftsinteressen legitimierende Religion.

    Religion 2 ist dagegen die freimachende Religion, nämlich die Nachricht des Evangeliums. Eu-angellion heißt auf griechisch gute Nachricht.

    Übrigens sind unsere Texte gar nicht immer so kuschelig. Es ist natürlich Deine Sache, was Du davon hältst, aber es geht irgendwo auch darum, wie man die Welt sieht. Wenn man der Meinung ist, es gibt Gott und er hat ein vitales Interesse an jedem einzelnen Menschen, dann verändert sich die Weltsicht.

    Man kann an die Gottesfrage ontologisch, kosmologisch und in der biblischen Tradition herangehen. Das Neue Testament ist daher mit seinem Bericht über Jesus etwas besonderes, weil sich Gott dort selbst zeigte – wirst Du natürlich anders sehen, oder ?

    Auf jeden Fall ist das der Ausgang des Menschen aus seinen eigenen Projektionen, die sich selbst ein Gottesbild erschaffen: dass Gott von sich mitteilt, wer er ist. Denn anders kann man das nicht wissen.

    Übrigens : wenn Du uns Kuscheltexte unterstellst…Deine Texte sind recht sarkastisch. Warum hat man es nötig, so sarkastisch zu schreiben ? Es gibt darauf wohl viele Antworten, eine aber kann lauten, dass man insgesamt von der Welt recht enttäuscht ist und alles ins Negative zieht.

    Nun, egal wie es ist, einen schönen ersten Mai !

    (ps: nur so ein Tipp: verwende in deinem Blog besser lizenzfreie Bilder….ist sicherer….gibts zb bei pixelio.de)

  3. Hallo „theolounge“,

    es hieß im Originalartikel „Sie [die Schöpfungsberichte, anm.d. Wurst] sind somit theologisch reflektierte, wissenschaftliche Analyse der damaligen Zeit“ Ich habe grade meine Bibelsammlung durchgeblättert. Aber selbst bei großzügister Auslegung des Wissenschaftsbegriffs lassen die Schöüfungsberichte jedwedes Maß an Wissenschaftlichkeit vermissen.

    Die Gottesfrage lässt sich im Rahmen unserer Blogs gewiss nicht klären. Die wichtige Frage lautet: „Wozu brauche ich Religion, wenn ich bereits einen Gott habe?“ Denn man muß zwischen Glaube und Religion differenzieren. Wenn ich Stoodt richtig verstanden habe (aber da bist Du sicher viel bewanderter als ich) gilt (und da bin ich seiner Meinung): “ Religion gibt es nicht ohne Institutionalisierung von Religion“ Einem Verein also, der ganz ich schwarze Kutten gehüllt, mir erklärt, wie ich zu Gott finde. Ein Unterschied zwischen Religion 1 und 2 vermag ich höchstens auf dem Papier zu erkennen. Im Übrigen ist das NT eine Sammlung menschgemachter Schriften ohne Gotteseinfluss, die durch ungezählte Abschriften und Übersetzungen dem Original ziemlich entrückt sein dürften. Wenn uns die allgemeine Schulpflicht Eines gelehrt hat, dann, dass man mit dem gedruckten Wort nie zu kritisch umgehen kann (Guckst Du in die Blogosphäre). Falls Gott sich offenbaren will, möchte ich mich also aus erster Hand informieren. Hab ich unter http://www.thegodblog.com auch versucht, aber mein Englisch ist einfach zu schlecht.

    Meine sarkastische Schreibe ist überigens eine Krankheit. Die Ärzte haben schon alles versucht, aber es geht einfach nicht weg.

    Die Bilder auf meinem Blog sind entweder Lizenzfrei oder ich habe eine Lizenz erworben. Solltest Du ein Bild finden, an dem Du Urheberrechte zu haben glaubst, schick mir eine Email, wir werden uns sicher einig.

  4. Hallo ,
    nur kurz, weil morgen Examen. Ab Freitag schreib ich mehr.
    Nicht falsch verstehen mit den Bildern, war nur wohlwollend gemeint ! (wir haben da überhaupt kein Interesse dran, jemandem Ärger zu machen, null.)

    Ne, hast Du falsch verstanden: Religion 2 hat nichts mit der Institution zu tun – ist eher losgelöst von der Kirche, nur von der Botschaft her zu verstehen.

    Nach Karl Barth ist übrigens Religion der vermessene Versuch des Menschen, sich Gott zugänglich zu machen.
    Aber nach ihm ist demnach das Christentum – zumindest von seinem grundsätzlichen Wesen her – keine Religion, weil sich Gott von sich aus gezeigt hat. Ohne, dass der Mensch etwas dazutun konnte.
    Sicher gibt es im Christentum aber die institutionelle Entwicklung, die dem auch teils zuwiderläuft. Besonders die protestantische Sicht hat Probleme mit der Institution des Papsttums gehabt, drum gab es im 16. Jh ja auch die Kirchenspaltung.

    Das neue Testament ist übrigens auf recht sicherer Textgrundlage, der Zeitliche Abstand zum Geschehen ja auch sehr gering, ca. 20 Jahre bis zum ältesten Paulusbrief.

    Soweit erstmal, mehr ggf ab Freitag.
    Schönen Tag !

  5. Avatar von publicminx
    publicminx

    jeder glaube ist aberglaube …

    ps: uebrigens vertreten auch – wen wunders wirklich – recht viele muslime antievolutonaere vorstellungen …

  6. Stimmt so nicht. Lies mal den aktuellen Artikel.
    Übrigens: Du glaubst sicher an die Technik. Du glaubst, dass eine Brücke hält, wenn Du über sie fährst. Dies ist kein Aberglaube. Aber natürlich ist der Glaube an Gott etwas anderes, ist schon klar.

  7. An „Weltwurst“:
    muss mich auch heut wieder kurz halten, weil in 4,5 Tagen schon die nächste Prüfung.

    Zur Wissenschaftlichkeit der Urberichte: die sind natürlich Theologie. Sie sind aber auch die Vorstellung davon, wie man sich damals die Weltentstehung eben dachte. Dies wurde dann theologisch so wiedergegeben.

    Demnach wird die Welt so nicht entstanden sein, schon gar nicht in 7 Tagen.

    Der Hintergrund ist aber der philosophisch- theologische: die Frage nach dem Grund allen Seins, also letztlich die Frage nach Gott.
    Gott wird in der Bibel als einer erfahren,der nicht nur ein Lebensprinzip oder ein Vernunftprinzip ist, das allen Dingen innewohnt, wie die Vorstellung der Stoa beispielsweise.

    Sondern die Entwicklung innerhalb der Bibel ist die, dass Gott immer mehr von sich erkennen lässt, je mehr man hinspürt und offen ist dafür.
    Letztlich zeigt er sich selbst, in Jesus.

    Die Bibel ist aber ein inhomogenes Buch. Es gibt hier viele unterschiedliche Intentionen und Ansichten.

    Sie wurde aber – nach dem Geschehen, das in Jesus passierte, also nachdem sich (so der christl. Glaube) Gott tatsächlich in Jesus zeigte – zu einem Kanon zusammengestellt. Es wurden Schriften ausgewählt, in denen man plötzlich erkannte, dass sie mit dem Geschehen in einem Zusammenhang standen und – möglicherweise bereits darauf hinverwiesen.

    Die Entwicklung der Kirche war dann mitunter aber auch eine immer wieder durch menschliche Erfahrungen geprägte. Das schreibe ich, weil Du meintest, man müsse bestimmten Dogmen der Kirche glauben schenken.

    Die Evangelen haben im Prinzip nur die Schrift als Zentrum ihres Glaubens und es gibt die Vorstellung vom Priesterum aller Gläubigen: dass also jeder selbst in der Bibel lesen und ihren Anspruch erkennen kann. Dazu braucht man keine Kirche, die einem Glaubenssätze vorschreibt – zumindest dann nicht, wenn man auf qualifizierte Weise in der Bibel liest und sie analysiert.

    Die Gemeinschaft zu anderen Gläubigen ist dann wieder eine andere Sache und orientiert sich am Gedanken der Urgemeinde. In der Gemeinschaft zeigt sich Gott mitunter deutlicher, weil man wahrnehmen kann, dass er eben keine Einbildung ist.
    Es gibt aber heute viele Formen von christlichen Gemeinschaften, auch die Freikirchen. Drum: man muss heute nicht mehr einem Dogma einfach glauben.

  8. Avatar von publicminx
    publicminx

    theLounge …

    aber nicht doch …
    wenn ich ueber eine bruecke fahre, dann gehe ich mit einer gewissen wahrscheinlichkeit davon aus, dass sie haelt. der darin enthaltene anteil einer hinnahme von „nicht wissen“ (der restwahrscheinlichkeit) bedeutet nicht automatisch „glaube“, sondern ist vielmehr bestandteil dieser abwaegung, verstaendnis ob etwas …

    daher gueltet auch: schwankt eine bruecke bedenklich, so sinkt die wahrscheinlichkeit. ich waege neu ab, und genau damit glaube ich nicht einfach irgendwas, sonst wuerde ich eben nicht abwaegen, sondern einfach druberfahren …

    „nicht wissen“ bedeutet keineswegs automatisch „einfach irgendwas glauben“ …

  9. Avatar von publicminx
    publicminx

    umgekehrt bedeutet „glauben“ aber immer „nicht wissen“;)

  10. Hast Du recht. Man spricht hier von Glaubensgewißheit. Die hat man aber nur, wenn man glaubt. Wenn man sich auf die Sache einläßt, kann man sie bekommen, möglicherweise. Es gibt hier verschiedene Ansätze, sogar den, dass der Glaube letztlich ein Gescheink Gottes sein könnte. Man kann zum Beispiel drum beten.
    Aber glauben ist tatsächlich nicht wissen. Allerdings gibt es eben Dinge, die wir auch glauben, ohne sie zu wissen. zb. die Urknalltheorie. Also die ist durchaus wahrscheinlich. Aber: wir glauben sie einfach – wissen tun wir es letztlich auch nicht.
    Mit dem Glauben an Gott ist es nochmal ein bischen was anderes. Aber letztlich dann irgendwo im Ansatz zumindest ein wenig ähnlich.
    Wenn man interessiert ist daran, ob an der Sache mit dem Glauben etwas dran ist, kann man es einfach ausprobieren. Ein möglicher Anfang dazu wäre zb ein Gebet, zb: Gott, wenn es Dich gibt, dann komm in mein Leben.

  11. Hat doch Mozart einmal einen Brief an seinen Vater geschrieben, den er mit den Worten schloss: Entschuldige, dass der Brief so lange geworden ist, aber ich hatte zuwenig Zeit.

    Zum Thema Glauben: ich finde die Szene mit Thomas so ergreifend, der sagte: „Wenn ich seine Wundmale nicht berühren kann, glaube ich nicht, dass er auferstanden ist“.

    Und so ist die Kirche gar nicht in erster Linie hier, um über den Glauben zu diskutieren, sondern Dinge zu bezeugen, die sich tatsächlich zugetragen haben.

    Aber was geschieht in einem Prozeß, wenn der Richter dem Zeugen nicht glaubt? Oder wenn sich die Zeugen gegenseitig widersprechen?

    Nur so zum Nachdenken.

    MfG
    Christoph

  12. Grins 😉 na gut, diesmal kürzer: Also: Du brauchst gar nix zu glauben. Aber dürfen tust Du natürlich schon 😉

    Sorry übrigens wegen des missionierenden Tons …war vielleicht ein bisserl unpassend…

  13. nur dass das nicht falsch rüberkam: wir halten die Sache durchaus für wahr. Aber wie Du es siehst, ist Deine Sache 😉
    Die Textzeugen widerspechen sich aber im Grunde nicht, sondern greifen eher je eigene Aspekte auf in unterschiedlichen Akzentuierungen.

  14. Nur dass ich nicht missverstanden werde. Mich brauchst Du von der christlichen Lehre nicht zu überzeugen.

    Ich wollte aber ein wenig betonen, dass man die Hl.Schrift nicht von der Kirche trennen kann (was auch immer man unter „Kirche“ versteht, je nach Position). Irgendwer hat die Schriften ja auch verfasst, und wenn ich etwas glaube, dann glaube ich jemandem, nämlich dem Autor.

    Bin schon gespannt, ob publicminx noch etwas zu sagen hat. Ich finde dieses ewige Gegeneinanderausspielen von Glauben und Wissen schön langsam öd. Meiner Meinung nach ist keiner der beiden Wege zur Erkenntnis prinzipiell besser. Manche Dinge werde ich eben glauben, manche werde ich wissen, und einiges wird für mich immer im Dunkeln bleiben, weil ich einfach zu klein dafür bin.

    MfG
    Christoph

    P.S.: Der einzige Punkt der Evolutionstheorien , der sich meiner Meinung nach mit einer religiösen Weltsicht nicht in Einklang bringen läßt, ist: Evolution ist nicht auf ein Endziel oder einen Endzweck gerichtet. Hier ist die Naturwissenschaft an ihrer Grenze, wo sie dem Zufall die Ehre geben muß. Der gläubige Mensch hingegen kann hinter dem Zufall noch mehr erkennen, einen Sinn. Aber dieser Sinn läßt sich eben nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden beweisen.

  15. Stimmt, jede Schrift hat ihre Autoren. Ja, kann ich insgesamt nur zustimmen. 😉

  16. Avatar von publicminx
    publicminx

    theLounge …

    die sache mit der urknalltheorie ist das gleiche wie die sache mit der bruecke. du hast unwillkuerlich wieder „nicht wissen“ mit „glauben“ gleichgesetzt. ich denke, die gewoehnung laesst dich da leicht stolpern – und nicht nur dich 😉

    „glaube“ ist ein psychologische befindlichkeit, die sich in einer herangehensweise ausdrueckt. damit einher geht in der regel auch ein „wollen“. das wiederum dokumentiert eine emotionalen abhaengigkeit, die u.a. deshalb nicht erkenntnisoffen ist.

    das gilt nicht schwarzweiss, weil menschen mischungen sind. beispielsweise kann jemand an gott glauben, was ich fuer reinen aberglauben halte, aber ansonsten eigentlich sehr vernuenftige dinge tun und sehr wohl in der mehrzahl der faelle umsichtig entscheiden. umkehrt kann jemand angeben nicht glaeubig zu sein und in wirklichkeit munter an etwas anderem irrationalen festhalten.

    „glaube“ und damit „aberglaube“ ist im kern nichts anderes als eine defizitaere antihaltung zu „wissen“. du kannst das zwischen menschen sowohl im kleinen als auch in grossen strukturen erkennen. ein defizit tendiert staendig dazu, eine haltung an sich

    , eine antihaltung zu menschen, die wissen bzw. darueber erfolg haben. du kannst das im kleinen wie im grossen feststellen.

    es gibt bei misserfolgen

    daher fuehrt wissen und aufklaerung auch zu gott.

    das aber fuehrt sowohl von „wissen“ als auch uebrigens von einem „potentiellen gott“ weg. man kann nicht wissen, nicht erkennen, wie genau die realitaet entstanden ist und was daraus ueberhaupt folgt, aber sehr wohl kann man wissen, dass zu allen zeiten und fuer alle menschen eines immer gilt: realitaet

    selbst wenn es ihn gaebe. man kann nicht beweisen, dass es einen gibt, man kann aber beweisen, dass er nicht wahrscheinlich ist. in jedem falle aber

    es gibt folglich auch nicht millionen, sondern genau eine einzige „offenbarung“, und das ist genau das, was jeder mit sich rumtraegt: die realitaet, die echte natur (nicht zu verwechseln mit „naturmoral“, die ein religioeses konstrukt ist)

    und da ich die reine wahrheit spreche, kann das jeder testen, und zwar weltweit zu allen zeiten.

    es gilt IMMER und AUSNAHMSLOS!

    jeder mensch hat zu jedem beliebigen zeitpunkt die chance zu „erkennen“.

    „glaube“ ist in wirklichkeit eine defizitaere trotzhaltung zu wissen und entsprechend

    so sehen echte offenbarungen aus.

    daher koennen auch vertreter der urknalltheorie glaeubig sein. es ist voellig unabhaengig von „themen“ und auch unabhaengig von einem „stand“ oder der „menge“ an wissen.

    das gilt umgekehrt auch fuer „gott“.

    daher hat die frage, ob jemand glaeubig (und damit automatisch aberglaeubisch. es existiert bei naeherem hinsehen kein unterschied, sondern lediglich eine

    ob jemand etwas „glaubt“ oder „nicht“, hat ..

    – nichts mit irgendeinem „thema“ zu tun. daher koennen auch z.b. vertreter der urknalltheorie glaeubig sein, weil sie gar nicht abwaegen, sondern „glauben wollen“

    christoph …

    „(…) Ich finde dieses ewige Gegeneinanderausspielen von Glauben und Wissen schön langsam öd. Meiner Meinung nach ist keiner der beiden Wege zur Erkenntnis prinzipiell besser.(…)“

    hier gibts kein 50/50. du „willst“, dass es so ist (aus gruenden der harmonie, der abhaengigkeit von einer solchen kompromissvorstellung, und vielerlei) …

    wenn du genau hinguckst, auf jegliches zwischenmenschliches zusammenspiel wirst du feststellen, dass ganz grundsaetzlich z.b. „offenheit“ ein besserer weg zur erkenntnis ist als trotz. das gilt fuer alle menschen auf dem planeten zu allen zeiten.

    (…) P.S.: Der einzige Punkt der Evolutionstheorien , der sich meiner Meinung nach mit einer religiösen Weltsicht nicht in Einklang bringen läßt, ist: Evolution ist nicht auf ein Endziel oder einen Endzweck gerichtet. Hier ist die Naturwissenschaft an ihrer Grenze, wo sie dem Zufall die Ehre geben muß.(…)

    keineswegs. naturwissenschaft, aufklaerung und emanzipation ist eben primaer ein weg, kein ziel. es geht nicht darum, alles zu wissen, sondern darum wie man mit der realitaet umgeht, in der

    einfach irgendwas „glauben“ hat mit erkenntnis nichts zu tun. es hat mit genau einem zu tun: in einer vermeintlich und tatsaechlich unuebersichtlichen welt einen emotionalen masstab zu haben.

    (…) Der gläubige Mensch hingegen kann hinter dem Zufall noch mehr erkennen, einen Sinn. Aber dieser Sinn läßt sich eben nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden beweisen.(…)

    ich fuerchte nicht. einfach irgendwas glauben hat mit erkenntnis oder sinn nichts zu tun. daher laesst sich auch keinerlei erkenntnis anwenden. das gilt uebrigens auch fuer die frage nach „gott“. man kann nicht beweisen, was die realitaet geschaffen hat und warum. man kann sehr wohl beweisen, dass wenn es ein potentielles wesen gaebe, es sich genau durch eines „offenbart“: die realitaet (= natur, nicht wohlgemerkt: naturmoral) …

    du hast die bibel und den koran von wem? genau, von anderen menschen. aber die realitaet ist genau das, was jeden menschen staendig begleitet, man muss nur „hinsehen“ und „erkennen“. das gilt ausnahmslos fuer alle kulturen, alle zeiten, alle menschen.

    daher ist aufklaerung, wissenschaft und emanzipation SOWOHL die beste „wissenschaft“ als auch die beste „religion“ … das nimmt sich nichts, zumal religionen ohnehin lediglich alte globalisierungssysteme und ordnungsversuche sind – menschen zu synchronisieren/zu vereinigen. das war auch teilweise ueberaus sinnvoll – nur heute nicht mehr.

  17. Also: Glauben und Nicht Wissen ist wohl nicht Dasselbe.
    Aber es ist nicht so, dass man sagen könnte, die Existenz Gottes wäre unwahrscheinlich. Mindestens 50:50.

    Aufgrund der Existenz, des Weltalls, des Lebens, des Bewußtseins ist es allerdings eher wahrscheinlich, dass dies Alles auch einen Ursprung hat.
    Dies deutet auf Gott hin.

    Die Differenzierung von Glaube und Aberglaube:
    Aberglaube ist: an Dinge glauben, die nicht so sind, wie man glaubt. zb: eine schwarze Katze bringt wohl kein Unglück.
    Glaube: an etwas glauben, was wohl wahr ist.

    Der Mensch kann eigentlich nur so denken, dass er von einem Kausalzusammenhang ausgeht: wenn er sieht, was alles existiert, dann schließt er daraus, dass dies nicht alles aus nichts entstanden sein könnte. Denn dies wäre absolut nicht rational.

    Dies weist auf Gott hin.

    Wie Gott aber ist – so man an ihn glauben kann – kann sich hauptsächlich dadurch erschließen, indem er sich einem erschließt. Hier spricht man von Offenbarung.
    Ohne eine solche bleibt man in den eigenen menschlichen Gedankenzirkeln stecken und projeziert eigene Wünsche in das, was man sich als Gott vorstellt: man schafft sich dann einen eigenen Gott – den es in dieser Form aber nicht gibt.

    Psychologie und Glaube:
    Der Mensch reagiert natürlich nach Gesetzmäßigkeiten seiner Psyche, also seiner Erfahrungen, die er in seiner Sozialisation und Erziehung gewonnen hat.

    Dennoch heißt das nicht, dass Glauben damit unsinnig wäre.
    Man kann hier eben – je nach bisherigem Lebensverlauf – unterscheiden zwischen Aberglauben und Glauben.
    😉

  18. Avatar von publicminx
    publicminx

    theLounge …

    (…) Aber es ist nicht so, dass man sagen könnte, die Existenz Gottes wäre unwahrscheinlich. Mindestens 50:50. (…)

    aber nicht doch. die frage „Gibt es Gott Ja/Nein?“ ist zwar haeufig, aber wenig vernuenftig. sie ist einfach das resultat des geschichtlichen werdeganges einer behauptung von gott durch religionen und einer verneinung von gott durch kritiker. aber bereits die frage selbst outet ziemlich zeitgeistige gewoehnungen und abhaengigkeit von willkuerlichen vorstellungen. thematisierungseffekte …

    in wirklichkeit koenntest du naemlich genauso fragen „wurde die realitaet von Gott, einer Klobuerste, einem Ikea-Regal, von Cute Knut, einer Maschine, Gott und einem Computer, von 50 Goettern, von mir, von einer Chipstuete, einem 9-koepfigen Alien, einer Pornoqueen oder ner Flasche Bier geschaffen?“ …

    nichts davon kannst du beweisen oder widerlegen. die auswahl ist unendlich gross …

    so, angenommen du hast eine obstschuessel mit einem apfel, birne und einer banane, vor der nase und wirst gefragt an wessen existenz du glaubst.

    ist da sinnvoll einfach willkuerlich an einen Apfel zu glauben (gott) oder an eine Birne (Nicht-Gott) und den rest zu ignorieren?

    ich denke mal, einzig sinnvoll ist es sich ueber diesen umstand der auswahl und des „wissens/nicht wissens“ als „eigenen zustand“ bewusst zu sein, denn genau das ist ja die tatsaechliche realitaet.

    es besteht ueberhaupt kein grund sich voellig willkuerlich fuer irgendwas zu entscheiden!

    und genau an DIESER stelle passiert es auch, dass menschen, und zwar nur aus gewoehnungspraegung sich entweder fuer z.b. gott oder auch fuer nicht-gott entscheiden, obwohl beides nichts als reine willkuer ist, die offensichtlich gepraegt und aberglaube ist, so als wuerdest du verweigern zur kenntnis zu nehmen, das ein bus auf dich zurast.

    (…) Aufgrund der Existenz, des Weltalls, des Lebens, des Bewußtseins ist es allerdings eher wahrscheinlich, dass dies Alles auch einen Ursprung hat.
    Dies deutet auf Gott hin. (…)
    kein stueck. weder deutet das mehr auf einen gott als z.b. eine maschine, zufall oder „mehrere gruende“ hin, noch zeigt sich durch die realitaet automatisch ein ursprung. du kannst in der realitaet genauso stetig laufende prozesse beobachten. du kannst kreise beobachten ohne anfang und ende.

    (…) Die Differenzierung von Glaube und Aberglaube:
    Aberglaube ist: an Dinge glauben, die nicht so sind, wie man glaubt. zb: eine schwarze Katze bringt wohl kein Unglück.
    Glaube: an etwas glauben, was wohl wahr ist. (…)
    wieso sollte letzteres wahrer sein als das erste? indem ein „was wohl wahr ist“ behauptet wird doch wohl kaum 😉

    (…) Der Mensch kann eigentlich nur so denken, dass er von einem Kausalzusammenhang ausgeht: wenn er sieht, was alles existiert, dann schließt er daraus, dass dies nicht alles aus nichts entstanden sein könnte. Denn dies wäre absolut nicht rational. Dies weist auf Gott hin. (…)
    auch das weist nicht auf gott hin, schon deiner eigenen argumentation zufolge nicht, denn der muesste ja ebenfalls „aus dem nichts“ entstanden sein.

    im uebrigen und nebenbei: es gibt teilchen, die staendig um dich wie auch im sonstigen universum scheinbar „aus dem nichts“ auftauchen und wieder verschwinden – vakuumfluktuationen …

    (…) Wie Gott aber ist – so man an ihn glauben kann – kann sich hauptsächlich dadurch erschließen, indem er sich einem erschließt. Hier spricht man von Offenbarung. (…)
    hier spricht „religion“ von offenbarung. du begruendest staendig im zirkelschluss, also dein glaube, soll deinen glauben begruenden. das ist aber keine akzeptable logik.

    diese letzte zuflucht, naemlich in die vorstellung „naja, sowas muss man selbst erleben, dann weiss man es“ ist eine vermeidungsreaktion. das motto: „der andere kann ja nicht wissen, was in mir vorgeht, also kann ich alles behaupten“. diese mutmassung ist zwar typisch, aber ebenfalls falsch 😉

    denn:

    1. laesst sich (wie bei reflektionsvermoegen und empathie) ueber konsistenz feststellen, was in einem anderen vorgeht … „kommunikation“ ist naemlich keineswegs nur das austauschen von informationen an sich, sondern gleichzeitig auch ein testen/abgleichen. kommunikation beinhaltet immer auch quasi ein pruefsystem.

    2. aendert sich am schema nichts, um das es eigentlich die ganze zeit hier im posting geht: du weisst bei keinem inneren zustand/empfindung, ob das eben einfach reine einbildung ist. auch hier spielt der aspekt des „wollens“ eine rolle.

    tatsaechlich outen – hier meintest du aber ja abschliessend ganz aehnliches – die mit der jeweiligen umgebungspragung korrelierenden verknuepfungen bereits, dass es nur einbildung ist. eine kultur weiter, wird naemlich anders verknuepft und behauptet. folglich hat es mit praegung zu tun, nicht mit gott.

    der mensch hat einfach die faehigkeit zur einbildung/vorstellung und je nach emotionaler befindlichkeit moechte er daran festhalten bzw. ueberhaupt etwas „ordnen“. glaube hat viel mit ordnung zu tun, mit einem emotionalen halt …

    3. noch ein umstand spielt eine rolle: deine innere befindlichkeit laesst sich beliebig aendern. man kann „glauben“ naemlich sowohl stimulieren als auch abschalten bzw. veraendern. das funktioniert sowohl mit drogen als auch mit nem hammer auf den kopf als auch mit magnetismus als auch mit direkten veraenderungen an hirnregionen und nervenzellen. der pure umstand, dass das funktioniert bedeutet, dass der mensch, wenn er quasi eine antenne fuer die kommunikation mit „gott“ haben wuerde, diese lokalisierbar waere, damit aber eben nicht vorhanden ist – oder umgekehrt, dass es keine gibt und damit eben keine gibt. im uebrigen gibt es aus den selben gruenden auch keine seele. auch die ein – noch haeufigeres, denn daran glauben auch viele „atheisten“ (die ich uebrigens ebenfalls fuer aberglaeubisch halte) …

    so oder so. glaube ist – im grunde wie auch das imaginieren einer identifikationsrolle – ein werkzeug, ein konstrukt um mit der realitaet umzugehen. an sich haette ich nichts dagegen, schon aus einsicht, dass die meisten eh irgendwas glauben werden, da hilft nix. allerdings habe ich etwas dagegen, wenn es destruktive ausmasse annimmt. hier kritisiere ich z.b. den meisten heutigen islam.

  19. Danke für den langen Kommentar. Hab aber keine Zeit, gerade im Examen, sorry. Nur kurz: Du hast schon auch einen Glauben. Nämlich den an all die Dinge, die Du da so schreibst 😉 Ob das alles so richtig ist ? Ist doch auch ein Konstrukt, oder nicht ?
    Ist nicht “bös” gemeint.
    Wenn wir denn aber alle nur Konstrukte der eigentlichen Wirklichkeit haben, sind wir beim Relativismus und Skeptizismus angelangt: demnach gibt es eigentlich nichts, was wahr ist.
    Allerdings scheint uns andererseits unsere Existenz doch recht real. Auch das Weltall, wenn jedoch nicht ganz so real, da nur medial – über Filme und Fernsehen – vermittelt.
    Wenn man aber in einem System lebt, dann muss es systemimmanent eigentlich dennoch etwas geben, was “wahr” ist. Hier ist man dann spätestens wieder bei der Frage nach dem Grund allen Seins und auch den sich daraus wohl ableitenden Naturgesetzen.

  20. Avatar von publicminx
    publicminx

    ein konstrukt ist alles, aber nicht alles ist wahrscheinlich …

    du faellst immer zurueck in die (ich denke durch gewoehnung entstandene) vorstellung zurueck, dass jede beliebige ansicht ein glaube darstellt, also letztlich alle menschen irgendwas glauben.

    dem ist aber nicht so, so verbreitet das auch ist. der grund, warum jemand den verkehr wahrscheinlicher ueberlebt wenn er umsichtig guckt als jemand, der ohne zu gucken prinzipiell ueber ne kreuzung braust, belegt, dass es bezogen auf absolute ziele (etwa zu ueberleben), eben keineswegs beliebig ist …

    nach wahrscheinlichkeiten gehen ist kein glaube, auch kein „glaube an wahrscheinlichkeiten“ … es ist wissen und daher rekonstruierbar und anwendbar. und „wissen“ ist nicht etwa alles vorhersehen zu koennen, sondern zu wissen vor welcher abwegung man steht, also welche mischung aus wissen und nichtwissen …

    aber selbst wenn du „abwaegen von wahrscheinlichkeiten“ als glaube sehen wuerdest, wuerde das lediglich bedeuten, dass es dann halt der sinnvollere glaube waere … es geht also durchaus nicht einfach um worte, sondern um von der natur/realitaet offenkundig gestellte rahmenbedingungen.

    glaube ist einfach irgendwas zu glauben …
    dafuer gibts keinerlei wahrscheinlichkeiten …
    daher ist nicht jede ansicht beliebig stimmig – wie du eben auch unschwer im alltag festellen kannst. alltag = realitat …

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